Zwei Verbrechen mit sieben Toten: Ermittler suchen nach Motiven

Schock für den Südwesten: Innerhalb weniger Stunden werden bei Verbrechen sieben Menschen getötet. Was hat die Täter angetrieben, gerade nächste Verwandte zu töten?

Am Tag nach den tödlichen Schüssen in Rot am See auf sechs Menschen steht ein Polizeiauto vor dem Haus hinter Absperrband.
© DPA/Weller

Rot am See/Güglingen – Die Ermittler bei den beiden Verbrechen mit insgesamt sieben Toten in Baden-Württemberg wollen am Sonntag weiter nach möglichen Motiven für die Taten suchen. In Güglingen im Landkreis Heilbronn wurde in der Nacht zum Samstag ein 15-Jähriger getötet, sein Vater und Bruder erlitten schwere Schnittverletzungen. Die Leiche des Teenagers weist ebenfalls Stichwunden auf, ob der Junge aber dadurch starb, ist noch nicht geklärt.

Wie ein Sprecher der Polizei am Sonntag sagte, sind weder der 54 Jahre alte Vater noch der 17 Jahre alte Bruder des toten Jugendlichen vernehmungsfähig. Die beiden hatten Stichverletzungen erlitten und liegen im Krankenhaus. Wann sie vernommen werden können, blieb vorerst offen. „Der Vater und der Bruder sind unseren Ermittlungen zufolge die einzigen Personen, die während der Tat anwesend waren“, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Auch die Leiche des 15-Jährigen wies Stichverletzungen auf – ob sie die Todesursache waren, soll eine Obduktion klären.

Die Jugendlichen und der Vater lebten gemeinsam auf dem Anwesen. Zur Mutter des toten Jungen wurden noch keine Angaben gemacht. Kurz nach ein Uhr seien die Einsatzkräfte am Samstagmorgen per Notruf informiert worden, dass es in dem Haus zum Streit gekommen sei und es mehrere Verletzte gebe. Den Notruf hat Polizeiangaben zufolge eines der drei Familienmitglieder abgesetzt.

26-Jähriger löschte halbe Familie aus

Rätsel gibt den Beamten auch die Tat von Rot am See (Kreis Schwäbisch Hall) im Nordosten des Bundeslands auf. Ungeklärt ist, was einen 26-Jährigen dazu getrieben hat, fast seine ganze nähere Verwandtschaft zu töten. Der Täter erschoss laut Polizei sechs Menschen – Vater und Mutter, zwei Stiefgeschwister und Onkel und Tante. Zwei angeschossene Menschen werden stationär behandelt, ein 68-Jähriger schwebte am Samstag noch in Lebensgefahr. Zwei 12 und 14 Jahre alte Jungen fanden bei Nachbarn Zuflucht, nachdem der Sportschütze sie mit der Waffe bedroht hatte. Der mutmaßliche Täter, der mit seinem Vater zusammenlebte, hatte die Taten am Freitag der Polizei gemeldet, von der er sich dann widerstandslos festnehmen ließ.

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Die Polizei gab nicht bekannt, ob sich der Deutsche vor dem Haftrichter zu dem Tatvorwurf geäußert hat. Er sitzt in Untersuchungshaft. (dpa/lsw)


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