Waffen und Munition in Innsbruck gestohlen: Drei Verdächtige gefasst

Zwei Schrotgewehre, eine Kleinkaliberpistole und Zehntausende Schuss Munition erbeuteten drei junge Österreicher am Gelände eines Innsbrucker Geschäfts. Ein 25-Jähriger sitzt in Haft.

Die Polizei konnte auch gestohlene Munition aus dem Inn bei Telfs fischen.
© LIEBL Daniel | zeitungsfoto.at

Von Benedikt Mair

Innsbruck – Beute mit potenziell großer Durchschlagskraft machten Einbrecher bereits vergangene Woche in Innsbruck. Vom Gelände eines Geschäfts, das auch mit Waffen handelt, wurden in der Nacht auf Dienstag zwei Schrotgewehre, eine Kleinkaliberpistole und mehrere zehntausend Schuss Munition gestohlen. Das Diebesgut konnte die Polizei inzwischen sicherstellen, drei Verdächtige wurden ausgeforscht, einer davon sitzt seit Samstag in Haft.

„Die tatsächliche Tatausführung ist derzeit noch nicht bekannt“ und sei Gegenstand von weiteren Untersuchungen, sagt Katja Tersch, Chefermittlerin beim Tiroler Landeskriminalamt. „Wir müssen zuerst noch weitere Gespräche mit den Eigentümern des betroffenen Unternehmens führen.“ Heißt frei übersetzt: Es steht zwar fest, was von wem entwendet wurde, aber wie die Einbrecher es überhaupt schaffen konnten, an die heikle Ware zu gelangen, liegt noch völlig im Dunklen. Auch die Frage, ob die Waffen zum Zeitpunkt des Diebstahls sachgemäß und sicher gelagert waren, muss noch beantwortet werden.

Am vergangenen Freitag, drei Tage nach der Tat, konnten von der Polizeiinspektion Steinach-Wipptal und den Beamten des Tiroler Landeskriminalamtes schließlich drei Verdächtige ausgeforscht werden – zwei Männer im Alter von 21 und 25 Jahren und eine 20-Jährige, sie alle besitzen die österreichische Staatsbürgerschaft.

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Das wird den mutmaßlichen Tätern angelastet: In der Nacht auf Dienstag vergangene Woche sollen sie sich in Innsbruck Zutritt zu einem Gelände verschafft haben, das zu einem Waffengeschäft gehört. Dort machten sie sich an einer Palette zu schaffen, schnitten die Kunststoff­folie ab und machten sich mit allen darauf gelagerten Gegenständen aus dem Staub. Neben den zwei Gewehren, der Pistole und der Munition befanden sich auch noch andere Verkaufsartikel darauf. Wert: rund 11.000 Euro. Die Beute sollen sie mit dem Auto eines der Verdächtigen in ein Waldstück südlich der Landeshauptstadt gebracht, einen Teil umgeladen und dann weitertransportiert haben.

21-Jähriger sitzt in Haft

Nachdem zwei Verdächtige am Freitag aufgegriffen worden waren, klickten die Handschellen für den dritten Beteiligten erst am Samstag. „Bei einer Hausdurchsuchung an der Wohnadresse des 25-Jährigen konnten wir die drei gestohlene­n Waffen sicherstellen“, sagt LKA-Ermittlerin Tersch. Die Patronen wurden größtenteils in besagtem Waldstück gefunden. Einen Teil davon mussten Mitglieder der Wasserrettung jedoch im Gemeindegebiet von Telfs aus dem Inn fischen. Da der 21-Jährige erst einen Tag nach den anderen beiden verhaftet wurde, ist laut Katja Tersch davon auszugehen, dass er die Munition in den Fluss warf, um sich dieser zu entledigen.

Sowohl die zwei Männer als auch die junge Frau sind geständig. Ob die Waffen zufällig zum Diebesgut wurden oder die drei gezielt danach suchten, wird in weiteren Befragungen geklärt. Auch ob sie die Beute behalten oder verkaufen wollten. „Wir schließen aber aus, dass mit den Schrotgewehren und der Pistole geschossen wurde. Die gestohlene Munition passte nicht zum Kaliber der Waffen“, sagt die LKA-Chefermittlerin.

Während gegen die 20-Jährige und den 21 Jahre alten Mann keine Untersuchungshaft angeordnet wurde und sie auf freiem Fuß angezeigt werden, ist der 25-Jährige am Samstag auf Anordnung der Staatsanwaltschaft in die Justizanstalt von Innsbruck eingeliefert worden. Denn ihm wird auch ein Verbrechen zur Last geleg­t, das sich wenige Tage vor dem Waffen-Raub ereignete. In der Nacht auf den 19. Jänner soll er in Pertisau in vier Autos eingebrochen sein und daraus mehrere Gegenstände gestohlen haben.


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