Sicherheitskräfte gingen mit Gewalt gegen Demonstranten im Irak vor

Insgesamt gab es laut offiziellen Angaben 17 Menschen verletzt, sechs durch Schüsse. Am Samstag hatten die Sicherheitskräfte gebonnen, Protestlager zu räumen.

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Nachdem der Kleriker Moktada al-Sadr der Protestbewegung seine Unterstützung entzogen hat, geht die Polizei mit voller Härte gegen die Demonstranten vor.
© Hamdani/AFP

Bagdad – Irakische Sicherheitskräfte sind am Sonntag erneut gewaltsam gegen Protestlager von Regierungskritikern in Bagdad und weiteren Städten vorgegangen. Mindestens 17 Demonstranten wurden nach Angaben aus Polizeikreisen verletzt, davon sechs durch Schüsse. Am Samstag hatten Sicherheitskräfte damit begonnen, landesweit Protestlager zu räumen. Die Razzien ereigneten sich einen Tag, nachdem der einflussreiche Schiitenführer Moktada al-Sadr der Protestbewegung seine Unterstützung entzogen hatte.

Demonstranten fürchteten daraufhin, dass sich die irakischen Behörden zum harten Durchgreifen gegen die Protestbewegung ermutigt sehen könnten. Bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen wurden am Samstag insgesamt drei Protestteilnehmer in Bagdad und im südirakischen Nasiriyah erschossen. Dutzende weitere wurden verletzt.

Scharfe Schüsse gegen Demonstranten

Bereits am Samstag wurden Demonstranten vor der Polizei erschossen.
© HAMDANI/AFP

Am Abend und am Sonntagmorgen kehrten die Demonstranten dennoch zahlreich zu den Lagern zurück. In Bagdad setzten die Sicherheitskräfte scharfe Munition ein, die jungen Aktivisten warfen mit Steinen und mitunter auch mit Molotowcocktails. Auch in Nasiriyah schossen Sicherheitskräfte scharf. Berichte von Verletzten lagen dort zunächst nicht vor.

Der mächtige Kleriker al-Sadr ist bekannt dafür, seine politischen Positionen schnell zu wechseln. Als die regierungskritischen Proteste im Oktober begannen, stellte er sich hinter die Bewegung und forderte die Regierung zum Rücktritt auf – obwohl er einen Großteil des Parlaments kontrolliert und seine Vertrauten mehrere Ministerposten besetzen. Doch am Freitag entzog er der Bewegung seine Unterstützung. (APA/AFP)

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