Opposition um Fujimori verliert Mehrheit bei Parlamentswahl in Peru

Staatschef Vizcarra erreicht anscheinend sein Ziel. Erste Ergebnisse der Parlamentswahl in Peru geben keiner Partei eine klare Mehrheit. Und die Opposition um Keiko Fujimori erlebt einen starken Rückschlag.

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Perus Staatschef Martin Vizcarra.
© APA/AFP/ANDINA/JUAN PABLO AZABAC

Lima – Peru hat am Sonntag ein neues Parlament gewählt, in dem keine Partei über eine klare Mehrheit verfügen wird. Demnach haben die vier führenden Zentrums-Parteien jeweils unter 15 Prozent der Stimmen erhalten, wie aus Nachwahlbefragungen und Auszählung von 30 Prozent der Stimmen hervorgeht.

Staatschef Martín Vizcarra hatte Ende September den Kongress aufgelöst und Neuwahlen ausgerufen, nachdem eine Vertrauensfrage gescheitert war. Die Opposition um Keiko Fujimoris rechte Partei „Fuerza Popular“ („Volkskraft“) blockierte mit ihrer parlamentarischen Mehrheit Vizcarras Plan einer politischen Reform zur stärkeren Korruptionsbekämpfung. Die Partei fiel nach ersten Ergebnissen am Sonntag auf unter zehn Prozent der Stimmen.

Misstrauen gegen Politiker und Parteien

Der parteilose Präsident Vizcarra stellte keine eigenen Kandidaten für das neue Parlament auf. „Wir Peruaner haben heute eine neue Gelegenheit, die Demokratie zu stärken“, sagte er bei der Stimmabgabe am Sonntag. Vizcarra rechnet mit der Unterstützung der Zentrumsparteien, die Abstand von der FP halten. Der Staatschef hat das Amt im März 2018 nach dem Rücktritt des Präsidenten Pedro Pablo Kuczynski übernommen.

Im Andenland herrscht weit verbreitetes Misstrauen gegen Politiker und Parteien. Die vier Vorgänger Vizcarras sind in Korruptionsermittlungen verwickelt worden.

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Auch Keiko Fujimori, die Tochter des inhaftierten früheren Machthabers Alberto Fujimori (1990-2000), muss sich vor Gericht wegen Korruptionsvorwürfen verantworten. Die FP-Vorsitzende soll im Wahlkampf 2011 illegale Zahlungen vom brasilianischen Baukonzern Odebrecht erhalten haben. Keiko war bis November 2019 über ein Jahr lang in Untersuchungshaft. Am Dienstag soll der zuständige Richter über einen Antrag der Staatsanwaltschaft entscheiden, sie erneut in Untersuchungshaft zu setzen.

Zur Wahl der 130 Abgeordneten waren über 24 Millionen Bürger zur Stimmabgabe aufgerufen. (dpa)


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