Gut zu wissen: So schützt man sich vor dem Coronavirus

Seit seinem ersten Auftreten vor drei Monaten breitet sich das neue Virus aus Fernost sprunghaft aus. In Tirol gibt es österreichweit die meisten Fälle. Wie die Übertragung erfolgt, wie lange Viren überleben, wie die Symptome der Infektion aussehen und wie man sich am besten schützt, lesen Sie hier.

Sich die Hände mehrmals täglich mit Wasser und Seife zu waschen, gilt nach wie vor als bester Schutz vor einer Infektion mit dem Virus.
© pixabay

Bisher bekannte Antworten auf wichtige Fragen rund um das Virus, das die Welt derzeit in Atem hält:

❓ Wie erfolgt die Übertragung?

Die Übertragung des neuartigen Coronavirus passierte – wie bei anderen Coronaviren – von Tier zu Mensch. Die Mensch zu Mensch-Ansteckung erfolgt relativ einfach über eine Tröpfchen- oder Schmierinfektion. Das heißt, das Virus wird vorwiegend beim Sprechen oder Husten oder auch durch direkten Kontakt zwischen Menschen übertragen. Neben den Sekreten des Atmungstraktes und Speichel könnten auch Ausscheidungen (Harn, Stuhl) und Körperflüssigkeiten (Blut, Rippenfellflüssigkeit, Gelenkspunktate, usw.) infektiös sein. Viele Menschen haben jedoch nur leichte Symptome. Dies gilt insbesondere in den frühen Stadien der Krankheit. Es ist daher möglich, sich bei einer erkrankten Person anzustecken, die beispielsweise nur einen leichten Husten hat und sich nicht krank fühlt – die Symptome sind aber trotzdem vorhanden, wenn auch nur leicht.

Nach derzeitigem Wissensstand sind Lebensmittel und Wasser sicher und kommen als Überträger nicht in Betracht.

Ein Infizierter gibt das Virus im Schnitt an etwa an zwei bis zweieinhalb Personen weiter!

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Derzeit gibt es übrigens keinen Hinweis darauf, dass Haustiere das Virus auf Menschen oder andere Haustiere übertragen können bzw. selbst daran erkranken.

❓ Woher kommt das Virus?

Seinen Ursprung hat das Virus nach wissenschaftlichen Erkenntnissen im Huanan Seafood-Großhandelsmarkt, einem Markt für Meeresfrüchte in Wuhan, auf dem mit lebenden und frisch geschlachteten Tieren gehandelt wird. Der Markt wurde bereits Anfang des Jahres von den chinesischen Behörden geschlossen.

Alle drei Coronavirus-Varianten, die in den vergangenen 18 Jahren den Sprung zum Menschen geschafft haben, kamen ursprünglich von Fledermäusen, die allerdings selbst nicht daran erkranken. Über Zwischenwirte fand die Übertragung auf Menschen statt: Bei SARS (2002) war das der Larvenroller, eine Schleichkatzenart, bei MERS (2012) waren es Dromedare und nun dürfte die erste Übertragung in der chinesischen Provinz Wuhan über das Pangolin, eine Schuppentier-Art, erfolgt sein.

© Rotes Kreuz

📞 Wichtige Telefonnummern:

Für Menschen mit Symptomen und Reise in Krisenregion und/oder Kontakt mit bestätigtem Corona-Fall: 1450

Bei allgemeinen Fragen zum Coronavirus: 0800 555 621

24-Stunden-Hotline vom Land Tirol: Tel. 0800 80 80 30

24-Stunden-Hotline der AGES: Tel. 0800 555 621

Hotline der Wirtschaftskammer für Unternehmer: Tel. 0590 905-1111

Hotline zu reiserechtlichen Fragen: Tel. 0800 201 211 (Montag bis Sonntag, von 9 bis 15 Uhr)

❓ Wie lange dauert die Inkubationszeit?

Die Zeit zwischen Ansteckung und dem Auftreten erster Symptome ist beim Coronavirus länger als beispielsweise bei der Influenza (drei Tage). In seltenen Fällen kann sie Analysen zufolge bis zu 24 Tage betragen, im Normalfall bis zu 14 Tage. Im Schnitt beträgt die Inkubationszeit wohl fünf bis sechs Tage.

❓ Wie lange ist die ansteckungsfähige Zeit?

Die Dauer der Ansteckungsfähigkeit wird mit einem Tag vor Erkrankungsbeginn bis zu zwei Tagen nach Beendigung der Symptomatik, zumindest aber insgesamt mit 10 Tagen vermutet.

❓ Wie kann man sich schützen?

Coronaviren sind behüllte Viren. Das bedeutet, ihre Hülle wird durch Seife schnell zerstört und somit das Virus inaktiviert. Richtiges Händewaschen bietet also einen hervorragenden Schutz. Zudem sollte man die Husten- und Nies-Etikette beachten, das heißt, in den Ellbogen oder ein Taschentuch husten. Außerdem sollte man den Kontakt zu Infizierten vermeiden.

Eine Impfung gegen Sars-CoV-2 wird vermutlich nicht vor 2021 erhältlich sein.

📽 Video | Einfach, aber effektiv: So schützt man sich vor dem Coronavirus

Bester Schutz: Hände mehrmals täglich (am besten stündlich) mit Wasser und Seife oder einem alkoholhaltigen Desinfektionsmittel waschen!

📽 Video | So wäscht man sich die Hände richtig

❓ Brauche ich ein Desinfektionsmittel, um mich zu schützen?

Für gesunde Menschen, bei denen keinerlei Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus besteht, sind herkömmliche Seife zum Händewaschen und herkömmliche Reinigungsmittel zum Putzen völlig ausreichend.

Steht kein Wasser zur Verfügung, empfiehlt die AGES für eine SARS-CoV-2 wirksame Hände- oder Flächendesinfektion Desinfektionsmittel, die als „begrenzt viruzid“ ausgelobt werden. Die Verwendung von Produkten mit der Auslobung „begrenzt viruzid PLUS“ oder „viruzid“ ist für eine wirksame Desinfektion nicht erforderlich.

⚠️ Wichtig: Einmal-Mundschutzmasken sind kein wirksamer Schutz gegen Viren oder Bakterien, die in der Luft übertragen werden! Wenn man selbst erkrankt ist, kann man mit einer Maske aber dazu beitragen, eine Weiterverbreitung des Virus (durch „Spritzer“ vom Niesen oder Husten) zu verringern.

❓ Wie lange überdauert das Virus außerhalb des Körpers?

Coronaviren reagieren sehr empfindlich auf Umwelteinflüsse. Unter Laborbedingungen können sie Stunden bis mehrere Tage auf glatten Oberflächen überleben. Es gibt allerdings keine Belege, dass Türklinken, Haltegriffe, Geldscheine oder Ähnliches bislang bei der Übertragung eine wichtige Rolle gespielt haben. Direkter persönlicher Kontakt (länger als 15 Minuten, Abstand weniger als ein Meter) stellt derzeit den bedeutendsten Übertragungsweg dar.

❓ Wie sehen die Symptome aus?

Als häufigste Symptome einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus werden Fieber, Husten, Kurzatmigkeit und Atembeschwerden beschrieben. In schwereren Fällen kann die Infektion eine Lungenentzündung, ein schweres akutes Atemwegssyndrom, Nierenversagen und sogar den Tod verursachen. Es gibt auch milde Verlaufsformen (Symptome einer Erkältung) und Infektionen ganz ohne Symptome.

© APA-Grafik

❓ Wodurch ist das Coronavirus gekennzeichnet?

Da die Gensequenz des neuen Virus früh von Wissenschaftern bestimmt und öffentlich zugänglich gemacht wurde, ist bekannt, dass es sich bei dem neuen Erreger um ein Beta-Coronavirus handelt, das genetisch zu über 80 Prozent mit dem Sars-Coronavirus übereinstimmt. Die Familie der Coronaviren umfasst zahlreiche mit einer Hülle umgebene Viren mit einem Genom aus einer Einzelstrang-RNA. Sie sind genetisch sehr variabel und können verschiedene Wirtsorganismen befallen. Die häufigsten Coronaviren, die beim Menschen Infektionen und Symptome auslösten, sind das Alphacoronavirus 229E und das Betacoronavirus OC43. Beide können harmlos verlaufende Atemwegsinfektionen verursachen.

❓ Wie unterscheidet sich das Virus von Influenza?

Da in Österreich nach wie vor eine Grippewelle herrscht, muss weiter abgeklärt werden, ob es sich bei verdächtigen Symptomen um Influenza oder tatsächlich Sars-CoV-2 handelt. Beide sind von einem Virus verursachte Atemwegserkrankungen, deren Verlauf sehr unterschiedlich sein kann – von symptomlos oder mild bis hin zu sehr schwer, mitunter gar tödlich. Beide Erreger werden vorwiegend über Tröpfchen oder auch direkten Kontakt übertragen. Darum greifen bei beiden auch die gleichen Vorsichtsmaßnahmen: gute Handhygiene, in den Ellbogen oder ein Taschentuch husten, Kontakt zu Infizierten vermeiden.

Ein wichtiges Kennzeichen ist die Ansteckungsrate. Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 wird nach WHO-Daten von einem Infizierten im Mittel an zwei bis zweieinhalb weitere Menschen weitergegeben – und damit an mehr als bei Influenza. Wegen der unsicheren Datenlage und verschiedenen den Wert beeinflussenden Effekten sei ein Vergleich bei diesem Aspekt aber nur eingeschränkt möglich. Erhebliche Unterschiede gibt es im Bezug auf Kinder: „Kinder sind bedeutsame Treiber für die Übertragung von Influenzaviren in der Gemeinschaft", so die WHO. Für den Covid-19-Erreger zeigten erste Auswertungen, dass Kinder weniger betroffen sind als Erwachsene und nur selten deutliche Symptome entwickeln. Vorläufige Daten lassen demnach zudem annehmen, dass Kinder sich vor allem bei Erwachsenen anstecken – Erwachsene aber umgekehrt kaum bei Kindern.

❓ Wann gilt man als Verdachtsfall?

Personen mit akuten Symptomen einer Atemwegsinfektion (= plötzliches Auftreten von mindestens einer der folgenden Beschwerden: Husten, Fieber, Kurzatmigkeit) ohne plausible Erklärung oder Ursache dafür gelten als Verdachtsfälle, wenn sie in den zwei Wochen zuvor in einer Risikoregion waren oder Kontakt mit einer infizierten Person hatten. Als Risikoregion gelten Gebiete, in der von anhaltender Übertragung von SARS-CoV-2 ausgegangen wird. (TT.com/anl)

© APA-Grafik

Empfohlene Hygiene-Maßnahmen

● Hände gründlich (über 20 Sekunden) mit Wasser und Seife waschen, dann sorgfältig mit einem sauberen Tuch abtrocknen

● Schleimhäute von Augen, Mund und Nase so wenig wie möglich mit den Händen berühren

● Händeschütteln möglichst vermeiden und Abstand zu niesenden oder hustenden Personen halten

● wenn kein Taschentuch griffbereit, beim Husten und Niesen die Armbeuge vor Mund und Nase halten und sich dabei von anderen Personen abwenden

● nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten gründlich die Hände waschen

● bei Krankheitssymptomen zu Hause bleiben

● direkten Kontakt zu erkrankten Menschen vermeiden


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