Angeschlagener Federer drehte verrücktes Match in Melbourne

Drama Down Under: Roger Federer wehrte beim 6:3,2:6,6:7,7:6(8),6:3 gegen den US-Amerikaner Tennys Sandgren gleich sieben Matchbälle ab. Im Halbfinale trifft er auf Novak Djokovic.

  • Artikel
  • Diskussion
Roger Federer machten muskuläre Probleme zu schaffen, dennoch gelang dem Schweizer der Einzug ins Halbfinale.
© DAVID GRAY

Melbourne – Der Schweizer Roger Federer erreichte am Dienstag bei den Australian Open auf unglaubliche Art und Weise zum 15. Mal das Halbfinale. Körperlich angeschlagen, wehrte er gegen den US-Amerikaner Tennys Sandgren sieben Matchbälle ab und siegte in fünf Sätzen.

Nach dem Fünfsatz-Thriller in der 3. Runde gegen John Millman, als Federer im Super-Tiebreak nur zwei Punkte vom Ausscheiden entfernt gewesen war, setzte er gegen Tennys Sandgren noch einmal einen drauf. Offensichtlich nicht im Vollbesitz seiner Kräfte – er berichtete danach über Leistenprobleme – wehrte der 20-fache Grand-Slam-Champion im vierten Satz sieben Matchbälle ab, drei davon beim Stand von 3:6 im Tiebreak.

Irgendwie schaffte es der sechsfache Australian-Open-Sieger aber, in der Partie zu bleiben. Im fünften Satz wirkte Federer wieder frischer, schlug wieder härter auf und bewegte sich auch wieder besser. Beim Stand von 3:2 gelang ihm mit einer starken Vorhand das letztlich entscheidende Break. Nach dreieinhalb Stunden setzte sich Federer 6:3,2:6,2:6,7:6(8),6:3 durch.

>>> Barty und Kenin zogen ins Halbfinale der Australian Open ein

10x Wanderausrüstung zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Federers Probleme hatten nach einem soliden ersten Satz begonnen, als er seinem Gegenüber mit einem Volley-, Vorhand- und Smash-Fehler ein Services-Spiel quasi schenkte. Der Schweizer bewegte sich schlecht, spielte fehlerhaft und verlor den zweiten Satz klar. Auch zu Beginn des dritten Durchgangs geriet er gleich in Rückstand. Bei 0:2 und 40:30 und Aufschlag von Sandgren wurde er verwarnt, weil er sich laut einer Linienrichterin unflätig geäußert hatte.

Federer: „Manchmal braucht man einfach auch Glück“

Kurz danach verschwand Federer in der Kabine und ließ sich vom Physiotherapeuten behandeln. Laut Federer bekundete er Probleme mit den Adduktoren, im dritten und vierten Satz wirkte er stark gehandicapt. Doch irgendwie schaffte es Federer, in der Partie zu bleiben. „Manchmal braucht man einfach auch Glück“, sagte er. „Sieben Matchbälle hat man nicht unter Kontrolle. Ich glaube an Wunder. Ich habe es nicht verdient, aber ich stehe hier und bin natürlich sehr glücklich.“

In seinem 46. Grand-Slam-Halbfinale trifft der 38-Jährige am Donnerstag auf Novak Djokovic. Der Serbe besiegte den Kanadier Milos Raonic mühelos in drei Sätzen 6:4,6:3,7:6(1). Gegen Titelverteidiger Djokovic ist es das 50. Duell für Federer. Das bisher letzte im November bei den ATP Finals in London gewann er in zwei Sätzen. Seinen bisher letzten Sieg bei einem Grand Slam gegen Djokovic gelang dem Schweizer jedoch vor knapp acht Jahren. (APA)


Kommentieren


Schlagworte