Wettbetrugsverdacht: UBSC Graz erstattete Anzeige, fünf Spieler verhaftet

„Es ist ein schwarzer Tag für den UBSC Graz. Der Schaden ist derzeit weder personell noch finanziell annähernd absehbar“, sagte General Manager Michael Fuchs.

UBSC-General-Manager Michael Fuchs stand bei der Pressekonferenz am Dienstagvormittag Rede und Antwort.
© GEPA pictures/ Hans Oberlaender

Graz – Basketball-Erstligist UBSC Graz trennte sich am Dienstag von fünf des Wettbetrugs verdächtigten Spielern. Die Profis, es handelt sich um zwei US-Amerikaner und drei Männer aus Ex-Jugoslawien, waren am Montag wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr festgenommen worden. Die Clubführung hatte aufgrund eines erkannten „Bedrohungspotenzials“ selbst Anzeige erstattet.

„Man macht eine solche Anzeige nicht leichtfertig. Wir sind uns absolut bewusst, welche Tragweite das für den Verein und das Umfeld der betroffenen Personen hat. Wenn der Verdacht besteht, gibt es aber eine Nulltoleranz“, sagte Michael Fuchs, der General Manager des UBSC Graz, der in der Basketball Superliga (BSL) spielt. „Der Vorstand des UBSC Graz distanziert sich schärfstens von diesen mutmaßlich im Raum stehenden Dingen. Dieses Verhalten, so es eines gegeben ist, hat in unserem Verein nichts verloren“, sagte Fuchs.

Der Langzeitfunktionär zeigte sich bei einem Medientermin in Graz erschüttert. „Es ist ein schwarzer Tag für den UBSC Graz. Der Schaden ist derzeit weder personell noch finanziell annähernd absehbar.“ Der Verein sei hier das Opfer. „Man will als Verein mit so etwas nie in Berührung kommen. Der Verein ist hier unschuldig zum Handkuss gekommen.“

Staatsanwaltschaft: Auf Niederlage und Punktedifferenz gesetzt

Die Staatsanwaltschaft Graz erklärte Dienstagnachmittag in einer Aussendung, dass der Manipulationsverdacht durch fünf Spieler bei mehreren Partien der laufenden Saison der Basketball-Bundesliga bestehe: „Im Konkreten sollen sie den Ausgang der Spiele durch schwache Leistungen, spielentscheidende Fehler, vorgetäuschte Verletzungen und dergleichen gezielt zum Nachteil des Vereins beeinflusst haben.“

„Im Hintergrund wurden auf Niederlagen des UBSC Graz mit einer gewissen Punktedifferenz Geldsummen gewettet“, hieß es weiter. Aufgekommen sei der Betrugsverdacht durch Hinweise „aus dem Mannschaftsumfeld gegenüber dem Management des Vereins“. Neben den Festnahmen wurden am Montag über Anordnung der Staatsanwaltschaft auch Hausdurchsuchungen durchgeführt.

„Die Ergebnisse der Hausdurchsuchungen sowie der Einvernahmen der Beschuldigten und Zeugen durch die Kriminalpolizei sind noch ausständig. Auch von wem und in welcher Höhe die Wetten platziert wurden, ist noch Gegenstand der erst am Anfang stehenden Ermittlungen“, ist der Aussendung weiter zu entnehmen. Der Tatverdacht laute derzeit auf schweren gewerbsmäßigen Betrug. (APA)


Kommentieren


Schlagworte