Euro-Arbeitslosigkeit niedrig wie zuletzt 2008

Deutschland und Holland hatten 2019 mit jeweils 3,2 Prozent die niedrigsten Arbeitslosenquoten, in Österreich lag sie bei 4,2 Prozent.

Im Dezember waren 12,25 Millionen Männer und Frauen im Euro-Raum ohne Job.
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Brüssel - Trotz der Konjunkturabkühlung ist die Arbeitslosigkeit im Euroraum auf den niedrigsten Stand seit elfeinhalb Jahren gesunken. Im Dezember waren 12,25 Millionen Männer und Frauen ohne Job - ein Rückgang um 34.000 zum Vormonat und um 592.000 zum Vorjahreszeitraum. Die Arbeitslosenquote sank dadurch auf 7,4 Prozent.

"Das ist die niedrigste Quote, die seit Mai 2008 im Euroraum verzeichnet wurde", teilte das Statistikamt Eurostat am Donnerstag mit. Deutschland und die Niederlande wiesen mit jeweils 3,2 Prozent die niedrigsten Werte aus, Griechenland (16,6 Prozent im Oktober 2019) und Spanien (13,7 Prozent) die höchsten. In Österreich lag die Arbeitslosenquote bei 4,2 Prozent.

Berechungung der Arbeitslosenquote

Bei der nationalen Berechnung der Arbeitslosenquote (ALQ, auch: Registerarbeitslosenquote) werden die arbeitslosen Personen (AL) ins Verhältnis zum gesamten Arbeitskräftepotenzial (AKP) gesetzt, das sich aus der Summe aus Arbeitslosenbestand und unselbstständig beschäftigten Personen ergibt.

Zur EU-Berechnung werden vom statistischen Zentralamt der europäischen Union (EUROSTAT) die Umfragedaten aus dem Mikrozensus herangezogen. Arbeitslos nach EUROSTAT sind Personen, die während der Bezugswoche nicht erwerbstätig waren, aktiv einen Arbeitsplatz suchen und sofort (innerhalb von zwei Wochen) eine Arbeit antreten können.

Die durch Eurostat veröffentlichte Arbeitslosenquote ist als Anteil der arbeitslosen Personen an allen Erwerbspersonen definiert. Damit werden – anders als in den österreichischen Daten – auch Selbständige oder geringfügig Beschäftigte miteinbezogen. Aus diesen Gründen ist die von Eurostat berechnete Arbeitslosenquote immer niedriger als die Registerarbeitslosenquote des AMS in Österreich.

Verbesserte Stimmung im Euro-Raum

Der positive Trend könnte sich im neuen Jahr fortsetzen, hellte sich doch die Stimmung in der Wirtschaft der Eurozone im Jänner den dritten Monat in Folge auf. Das Barometer stieg um 1,5 Punkte auf 102,8 Zähler, wie die EU-Kommission bekannt gab. Das ist der beste Wert seit August 2019. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich 101,8 Punkte erwartet. "Die verbesserte Stimmung im Euro-Gebiet resultiert aus dem deutlich gestiegenen Vertrauen in Industrie und Baugewerbe", betonte die Brüsseler Behörde. Unter den Dienstleistern blieb das Geschäftsklima in etwa stabil, während es sich im Einzelhandel etwas eintrübte.

Die Stimmung verbesserte sich besonders stark in den beiden größten Volkswirtschaft Deutschland und Frankreich, während sie sich in Italien, Spanien und den Niederlanden eintrübte. Das erste Handelsabkommen zwischen den USA und China lässt viele Manager auf ein Ende der Zollkonflikte hoffen, die die Weltkonjunktur belastet haben. Allerdings ist mit dem Coronavirus, der sich in China ausbreitet, ein neuer Risikofaktor hinzugekommen. (APA/Reuters)

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