Kurioses vom Super Bowl: Alles, nur kein normales Endspiel

Der 54. Super Bowl steigt an diesem Wochenende in Miami: Das Football-Highlight fesselt weltweit 
knapp eine Milliarde Menschen. Beim sportlichen Superlativ gibt es genügend Kuriositäten.

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Das Thema Sicherheit wird freilich auch beim Super Bowl in Miami groß geschrieben.
© TIMOTHY A. CLARY

Von Daniel Suckert

Innsbruck, Miami – „Schlaflos“ werden viele Tausende Tiroler wieder die Nacht auf Montag (00.30 Uhr, Puls 4, Pro 7, DAZN) verbringen, wenn beim Super Bowl die beiden besten NFL-Teams der Saison um die begehrte Vince-Lombardi-Trophäe kämpfen. Das sind heuer die Kansas City Chiefs und die San Francisco 49ers. Selten war ein Endspiel von der Papierform her so ausgeglichen – selten bis gar nie fallen hingegen die Fakten rund um den Super Bowl in die Kategorie „normal“.

Alles Werbung, oder was? Kein Einzelsportereignis lockt weltweit mehr Zuschauer vor die Fernsehgeräte als das Finale der NFL. Das wissen nicht nur die „Big Player“ unter den Unternehmen. Dementsprechend steigen jedes Jahr die Preise für die Werbe-Einschaltungen. Für die NFL mit Boss Roger Goodell zählt es zu einer der wichtigsten Einnahmequellen: Kostete 1967 ein 30-Skunden-Spot noch 45.000 Dollar, steht der Kurs nun bei 5 Millionen Dollar (4,5 Mio. Euro). Detail am Rande: US-Präsident Donald Trump lässt sich seine Einschaltung zehn Millionen kosten.

Blühender Schwarzmarkt: 7692 Euro (8477 Dollar) kostet ein Platz im Miami-Stadion im Durchschnitt. Das billigste Ticket geht für 3990 € (4400 Dollar), das teuerste für 19.600 € (21.577 Dollar) über die Ladentheke. Und natürlich blüht bei solch einem Event der Schwarzmarkt auf. Wenige Stunden vor dem Ankick wechseln noch viele Tickets den Besitzer. Im Durchschnitt blättern die Interessenten 9067,60 € (10.000 Dollar) auf den Tisch.

Wetten, dass ...? Kurios wird es auch, wenn es um die Wetten rund um den Super Bowl geht. Ein paar davon darf man getrost als verrückt bezeichnen. Beispielsweise wem der „MVP“ des Abends (wertvollster Spieler) als Erstes die Hand schüttelt. Oder ob die US-Hymne länger als zwei Minuten gesungen wird. Der ein oder andere schließt auch eine Wette darauf ab, ob einer der Footballer bei den Feierlichkeiten verhaftet wird.

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Das ist aber noch längst nicht alles: Die Entwicklung des BitCoins während des Endspiels steht ebenso im Fokus – auch welche Farbe das Gatorade haben könnte, das nach dem Finale über den siegreichen Trainer geschüttet wird.

Und nachdem im vergangenen November eine schwarze Katze im Ligaspiel zwischen den New York Giants und den Dallas Cowboys über den Rasen lief, stehen nun auch Tiere auf der Wettliste: Wer 100 Dollar auf ein Eichhörnchen setzt, kann 550 Dollar einstreifen. Vögel sind davon aber ausgenommen.

Shakira und Jennifer Lopez sollen in der legendären Halftime-Show für Unterhaltung sorgen.
© TIMOTHY A. CLARY

Kein gewöhnlicher Bau: Auch das 65.000 Menschen fassende Stadion in Miami (Hard Rock Stadion) hat nichts mit gewöhnlich zu tun: 14.000 Tonnen Stahl wurden in der neuen Dachkonstruktion der Arena verbaut. Das hat einen speziellen Grund: In Florida stehen jährlich Hurrikans auf dem Programm. Aus dem Grund hat man die Arena in Miami so konstruiert, dass sie Windgeschwindigkeiten der Stufe vier standhalten würde. Das sind in Zahlen ausgedrückt: Stürme von bis zu 250 km/h.

Pizza und Bier: „Am meisten fließt bei uns das Bier und am meisten gegessen wird sicher Pizza. Die Kombination ist konkurrenzlos“, erklärte einer, der es genau wissen muss: Darius Robinson. Der US-amerikanische Footballer, der heuer erneut in den Diensten der Swarco Raiders steht, weiß um die Gepflogenheiten seiner Heimat. Das führt in Sachen „Pizza“ sogar so weit, dass der Weltkonzern „Pizza Hut“ am jährlichen Football-Feiertag 1100 Aushilfskräfte einstellt, um die Ansprüche abzudecken. Runtergespült wird das dann mit Hopfen und Malz – 120 Millionen Liter werden allein während der vier Viertel getrunken.

Leder im Überfluss: Abgezählt sind die Trainingsbälle für die Chiefs und die 49ers. Jeweils 108 handgenähte „Eierlaberl“ bekommt jedes Team fürs Training vor dem Finale. Damit nichts dem Zufall überlassen wird. Nur in Ausnahmefällen werden aber alle 108 Stück wirklich benützt.

Bling, bling: Der Super-Bowl-Ring, der 5000 Dollar pro Stück wert ist, verändert das Leben eines Football-Stars. In den Restaurants in deren Heimatstädten werden die besten Tische geräumt, sobald einer der Sieger zu Besuch kommt. Dass das Essen kostenlos ist, versteht sich von selbst. Übrigens: Das meiste „bling, bling“ gibt es bei New Englands Star-Quarterback Tom Brady (6 Stück).

© APA

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