Tirol hat österreichweit die niedrigste Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenzahlen in Tirol sanken im Jänner im Vorjahresvergleich weiter kräftig. Die Beschäftigung steigt stetig – und befindet sich aktuell auf einem Allzeit-Rekordniveau. Österreichweit ging die Arbeitslosigkeit um 3,4 Prozent auf 355.335 Personen zurück.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Zahl der als arbeitslosen Personen um sieben Prozent.
© TT/Thomas Böhm

Bei einem prognostizierten Stand von 355.000 unselbständig Beschäftigten und 17.760 vorgemerkten Arbeitslosen betrug die Arbeitslosenquote in Tirol zum Stichtag 31.01.2020 4,8 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Zahl der als arbeitslosen Personen um sieben Prozent. Insgesamt waren – inklusive Schulungen – im Jänner 19.880 Personen beim Arbeitsmarktservice Tirol (AMS) vorgemerkt. Österreichweit ging die Arbeitslosigkeit um 3,4 Prozent insgesamt 355.335 Personen zurück.

Arbeitslose in den Bundesländern im Jänner 2020 mit Veränderung zum Vorjahresmonat.
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Plus 20 Prozent bei Lehrstellen

„Tirol hat damit wieder einmal den größten Rückgang im Vergleich zu den anderen Bundesländern geschafft – und aktuell auch die niedrigste Arbeitslosenquote. Wir freuen uns über einen starken und stabilen Arbeitsmarkt in ganz Tirol", betonte Anton Kern, Landesgeschäftsführer des AMS Tirol. Speziell die Baubranche nutze den milden Winter und liefere starke Beschäftigungsdaten. Einziger Wermutstropfen bleibe der hohe Fachkräftebedarf in der Wirtschaft, so Kern.

In der Statistik sind laut AMS Tirol keine Vorzeichen für die zu erwartende leichte Eintrübung zu erkennen. Die Stellensituation für Arbeitssuchende sei ausgezeichnet. Auch bei den gemeldeten offenen Lehrstellen sei ein deutliches Plus von 20 Prozent bzw. – das sind 120 zusätzlichen Lehrstellen – zu verzeichnen. Es gebe derzeit wirklich gute Chancen für Jugendliche, die nach einer passenden Ausbildung suchen. Diese Chancen gelte es aber auch zu nutzen gilt, betont Kern.

Arbeitslose und Schulungsteilnehmer jeweils im Jänner 2011 bis 2020.
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Pro offener Stelle sechs Personen ohne Job

Die Arbeitslosenquote österreichweit ist nach nationaler Berechnung im Jänner im Vorjahresvergleich um 0,4 Prozentpunkte auf 8,7 Prozent gesunken. Ende Jänner 2020 waren 355.335 Personen beim Arbeitsmarktservice (AMS) als arbeitslos vorgemerkt, um 3,4 Prozent bzw. 12.644 Personen weniger als im Vorjahr. In Schulung befanden sich 65.366 Personen, um 40 Personen bzw. 0,1 Prozent weniger als Ende Jänner 2019.

Die Arbeitslosenquote nach internationaler Erhebungsmethode gemäß EUROSTAT liegt für Dezember 2019 bei 4,2 Prozent (minus 0,5). Österreich liegt damit am zehnten Platz unter den EU 28. Die Arbeitslosenquote der Jugendlichen nach internationaler Definition liegt für Dezember bei 8,3 Prozent (plus 0,1).

Ende Jänner 2020 standen beim AMS 71.582 sofort verfügbaren offenen Stellen zur Verfügung, um vier Prozent (plus 2759) mehr als im Vorjahresmonat. Damit gibt es rund sechs Mal mehr Arbeitslose und Schulungsteilnehmer als offene Stellen, rechnerisch kommen 5,9 Arbeitslose auf eine offene Stelle. Insgesamt konnten 2020 bereits 54.248 Personen aus AMS-Vormerkung heraus wieder Arbeit aufnehmen.

Arbeitslose Männer, Frauen, 15- bis 24-jährig und über 50-Jährige, Inländer und Ausländer im Jänner 2020 mit Veränderung zum Vorjahresmonat
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Fast jeder Zweite ohne weitergehende Ausbildung

Rückgängig war die Arbeitslosigkeit (inklusive Schulungen) sowohl bei Inländern (-4,0 Prozent) als auch bei Ausländern (minus 0,8 Prozent). Bei Jugendlichen unter 25 Jahren sank die Zahl um 4,5 Prozent, im Haupterwerbsalter (25 bis 49 Jahre) um vier Prozent. Bei Älteren ab 50 Jahren stieg sie geringfügig um 0,1 Prozent. Mit 121.619 Personen sind fast 30 Prozent aller Betroffenen über 50 Jahre alt.

Nach Ausbildung gegliedert nahm die Arbeitslosigkeit (inklusive Schulungen) nur bei Akademikern um 0,7 Prozent oder 223 Personen zu. Am stärksten gesunken ist sie bei Personen mit Lehrausbildung (minus 3,7 Prozent). Personen mit maximal Pflichtschulausbildung machen mit 193.998 Personen rund 46 Prozent aller Arbeitslosen aus, fast jeder zweite Arbeitslose hat also keine weitergehende Ausbildung.

Gravierender Lehrlingsmangel in Tirol

Ende Jänner gab es zu wenig offene Lehrstellen, die Lücke verringerte sich um 713 auf 545 offene Lehrplätze. Den 6442 sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden (ohne Teilnehmer der überbetrieblichen Lehrausbildung) standen 5987 gemeldete, sofort verfügbare Lehrstellen gegenüber.

Allerdings ist die regionale Verteilung sehr ungleichmäßig: In Wien gab es fast sieben Lehrstellensuchende pro offener Lehrstelle, während in Oberösterreich, Salzburg und Tirol doppelt so viele freie Lehrstellen verfügbar waren als Lehrstellensuchende gemeldet waren. (TT.com, APA)


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