Benko kauft mit Partnern Schweizer Warenhauskette

Die Thai Central Group hat am Dienstag bestätigt, was zuvor bereits kolportiert worden war: Gemeinsam mit dem Tiroler Rene Benko greifen die Thailänder nach der Warenhaustochter von Migros.

Rene Benkos Signa steigt bei Globus ein.
© APA

Zürich – Das Luxusreich des österreichischen Selfmade-Milliardärs Rene Benko wird wieder ein bisschen größer. Gemeinsam mit der thailändischen Central Group hat der Investor über seine Signa-Gruppe die Schweizer Warenhauskette Globus um rund Milliarde Franken (rund 936 Millionen Euro) gekauft. Verkäufer ist der Schweizer Einzelhandelsriese Migros, der damit seinen angekündigten Umbau vorantreibt.

Unter dem Dach der "European Luxury Department Store Group", zu der bereits KaDeWe, die italienischen Kaufhäuser von Rinascente und Illum in Dänemark zählen, soll Globus ebenfalls zum Luxuswarenhaus werden, gab Signa am Dienstag bekannt. Teil dieser illustren Runde wird auch die derzeitige Leiner-Zentrale auf der Wiener Mariahilfer Straße sein, die in den nächsten Jahren zum "KaDeWe Wien" werden soll.

Die neuen Gesellschafter wollen substanziell in die bestehenden Warenhäuser und die Marke Globus investieren und die Kette im Luxussegment neu ausrichten. Ein Beispiel für das Vorgehen der Gruppe ist etwa das KaDeWe-Warenhaus in Berlin, das gerade bei laufendem Betrieb komplett umgestaltet wurde.

Beschäftigte sollen übernommen werden

Bis Mitte 2020 soll der Verkauf unter Dach und Fach sein, sofern die Wettbewerbshüter zustimmen. Die neuen Eigentümer kaufen das ganze Einzelhandelsgeschäft der Magazine zum Globus und alle acht dazugehörenden Immobilien. Auch die Beschäftigten würden alle zu den bisherigen Konditionen übernommen, sagte Migros-Sprecher Marcel Schlatter laut Schweizer Nachrichtenagentur AWP. Globus beschäftigt mehr als 2400 Personen (Vollzeitäquivalente).

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Weitere Verpflichtungen wie längerfristige Arbeitsplatzgarantien habe man der Gruppe jedoch nicht aufgebürdet, so Schlatter. Allerdings hätten Signa und Central Group einen Plan für Investitionen vorgelegt. "Globus wird weiterbestehen", sagte Schlatter.

Globus setzte im vergangenen Jahr 763 Millionen Franken (714,96 Millionen Euro) um und machte Verluste. Die Gruppe betreibt 12 Warenhäuser, inklusive dem Online-Shop kommt sie auf 48 Filialen. Neben Globus zählen auch fünf Outlets, ein Delicatessa Stand-Alone und vier Navyboot-Läden zu der Gruppe.

Globus-Geschäft ist nur noch wenig wert

Tatsächlich seien die Immobilien der Knackpunkt der Globus-Transaktion. Schon das Flaggschiff an der Zürcher Bahnhofstrasse habe einen Wert zwischen 400 und 500 Millionen Franken, schreibt das Schweizer Handelsseitenportal HZ. Alle Gebäude, die ins Paket gehören, würden auf eine Summe zwischen 800 und 900 Millionen Franken taxiert. Das eigentliche Globus-Geschäft gebe es quasi für ein Handgeld dazu. Alles in allem sei laut gut informierten Kreisen knapp eine Milliarde Franke (rund 936 Millionen Euro) "aufgerufen", so die HZ. (APA, dpa)

Central Group

Laut Forbes hatte die Chirathivat-Familie 2019 ein Vermögen von 21 Milliarden Dollar (19 Milliarden Euro) und war damit die zweitreichste Familie Thailands. Ihr Vermögen machte die aus China stammende Familie im Einzelhandel: Zu ihrer Central Group gehören über 60 Warenhäuser und Einkaufszentren in Thailand, auch Hotels und Restaurants werden betrieben. Geleitet wird die Central Group von Tos Chirathivat, einem Enkel des Gründers.

Der Unternehmensgründer hatte 22 Kinder mit drei Frauen, heute gehören zu dem Milliardärsclan etwa 220 Familienmitglieder. Die Central Group hat seit langem Geschäftsverbindungen zu Benko und seiner Signa-Gruppe. So haben sich die Thailänder in die deutsche KaDeWe-Group sowie bei Signa Sports eingekauft. In den letzten Jahren wurden von ihnen auch Edel-Kaufhäuser in Italien und Dänemark erworben.


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