Venier zwischen Garmisch und dem Rangger Köpfl

Stephanie Venier tritt am Samstag (11.30 Uhr/live TT.com-Ticker) als Vorjahressiegerin bei der Weltcup-Abfahrt in Garmisch an, parallel dazu startet zu Hause der 1. Venier-Cup.

Daumen drücken – für ÖSV-Skirennläuferin Stephanie Venier, die wiederum den Oberperfer Kindern ihre für den 1. Venier-Cup hält.
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Oberperfuss – Startnummernauslosung umgekehrt – ÖSV-Läuferin Stephanie Venier schlüpfte diese Woche in der Volksschule Oberperfuss in eine neue Rolle und streifte Kindern Startdressen über. Wenn sie am Samstag in Garmisch die Weltcup-Abfahrt fährt, starten die Kinder im Rahmen des seit vier Jahren laufenden Projekts „Oberperfuss fährt Ski“ beim 1. Venier-Cup am Rangger Köpfl. Die Aufregung ist groß.

Die Kinder schauen zu Ihnen auf. Erinnert Sie das an eine ähnliche Situation aus Ihrer Jugendzeit?

Stephanie Venier: Ich weiß noch, wie Lindsey Vonn, damals noch sehr jung, bei einer Bezirkssiegerehrung aufgetaucht ist, und auch Manfred Pranger und Niki Hosp. Das war toll. Als ich dann selbst in den Weltcup kam, war das anfangs ungewohnt, plötzlich neben all den Vorbildern zu stehen. Mir taugt es heute, wenn ich sehe, wie begeistert die Kinder sind und vor allem Ski fahren. Wir haben ja das Glück, Pisten und Gondeln im Ort zu haben. Das Projekt liegt mir sehr am Herzen.

Die jüngsten Ergebnisse begeistern allerdings nicht so sehr wie jene aus dem Vorjahr. Was ist der Unterschied zu heuer?

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Venier: Ich denke, letztes Jahr ist uns alles aufgegangen und entgegengekommen. Einfach alles – vom Wetter her und vom Glück. Heuer ist es eben anders. So ist das Sportlerleben, es ist nicht immer nur schön. Wir als Team gehen gemeinsam durch gute und auch schwerere Zeiten. Wir hatten einen Sieg (Lake Louise, Schmidhofer, Anm.) und einen Podestplatz (ebenda, Venier) und vierte, fünfte Ränge. Das ist nicht schlecht, aber nach der Vorsaison war kaum mehr Luft nach oben, wir haben nur ein Rennen nicht gewonnen. Wir analysieren viel und kämpfen weiter.

Zu welchem Ergebnis kommen die Analysen?

Venier: Es muss alles zusammenpassen, damit du vorne bist. Platz fünf in Bansko war wieder ein Lichtblick für mich. Im Nachhinein bitter, dass rund zwei Zehntel auf das Podest fehlten. Das verfolgt mich in letzter Zeit. Man sieht: Wenn es läuft, dann läuft’s, oder eben nicht. Oft stehst du am Podest und weißt nicht so recht warum.

Krapfen-Fan Stephanie Venier freut sich über die Kreation von Bäckermeister Christian Ruetz, früher auch Rennläufer, für den Venier-Cup.
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Venier: In Bansko wussten wir, dass die Riesentorläuferinnen bevorzugt sind. Für uns ist das bitter, nicht gerade fair. Wir können auch nicht im RTL unter die ersten drei fahren. Trotzdem müssen wir auch bei solchen Rennen eben besser sein. Also sagen wir so: Es kam uns nicht gerade entgegen, dass ausgerechnet dort eine zusätzliche Abfahrt ausgetragen wurde.

Garmisch scheint Ihnen aber zu liegen. Im Vorjahr feierten Sie dort Ihren ersten Weltcupsieg.

Venier: Ich hatte mich schon gefreut, als es hieß, die abgesagte Abfahrt von Sotschi werde in Garmisch nachgeholt. Schade, dass es aufgrund der TV-Rechte nicht klappte. Ich mag Garmisch einfach. Man kann jetzt nicht erwarten, dass ich alles zerreiße, aber mir taugt es, auch weil es ein Heimrennen für mich ist.

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Venier: Wir waren alle geschockt. Wenn ich daran denke, bekomme ich wieder Gänsehaut. In dem Moment relativiert sich alles. Und wenn sie die ganze Saison nicht mehr fährt, würde ich das verstehen. Konkurrenzdenken gehört da nicht her. Sie soll sich so viel Zeit nehmen, wie sie braucht und nicht ans Skifahren denken.

Das Gespräch führte Sabine Hochschwarzer

Neue Rolle bei einer Startnummernauslosung: Stephanie Venier streift Caroline stellvertretend für die 1a-Klasse das Startdress über.
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