Derby-Time: TI zittert um das Play-off, Freispiel für den VCT

Das Volleyball-Derby – die 53. Auflage am Samstag: Die Karrieren der Kapitäninnen von VC Tirol und TI-volley sind jünger als das „alte“ Duell.

Freundschaftliches Armdrücken der Kapitäninnen vor dem Derby: Julia Triendl (VC Tirol, l.) und Sarah Örley (TI-volley).
© Hochschwarzer

Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck – Immer wieder, immer wieder, immer wieder ... – würden Tirols Volleyball-Fans Parolen singen, stimmten sie vermutlich eine ähnliche zum Innsbrucker Stadtderby an: Am morgigen Samstag (USI-Halle, 18.30 Uhr) steigt die bereits 53. Auflage des Volleyball-Duells.

Längst sind die sportlichen Karrieren der nunmehrigen Kapitäninnen beider Clubs jünger als das Duell an sich. VC-Tirol-Mannschaftsführerin Julia Triendl etwa war noch gar nicht auf der Welt, als das erste Bundesliga-Spiel zwischen VCT und TI-esssecaffè-volley am 2. Oktober 1999 stieg. Die Rivalität bekam die 19-jährige Inzingerin ohnehin lange nur von der Seite mit: „Es ist ein gewöhnliches Spiel und doch größer und wichtiger – unter Anführungszeichen. Es gibt zwei Vereine und da schaut man eben, wer besser ist.“ Mit 14 Jahren entschied sie sich, den Weg Richtung Österreichs höchster Liga zu versuchen und dafür zum VCT zu wechseln, „auch wegen meiner einst besten Freundin“.

Ihr morgiges Gegenüber, die TI-Kapitänin Sarah Örley, stand – besonders brisant – einst sogar auf der anderen Seite des Netzes. Sie lernte das Baggern beim VC Tirol, spielte Bundesliga, wechselte aber nach einem Studienaufenthalt in Berlin zur TI, dem Zweit-Liga-Team: „Ich wollte beruflich bedingt nicht mehr oben spielen, und dann kam durch Studium und Wiederaufstieg doch alles anders, was für einige nicht so nachvollziehbar war.“ Neue Lebensumstände bedürfen aber manchmal auch Veränderungen, sagt die 23-Jährige.

Viel hängt von der Tagesverfassung ab

Auch ihre sportliche Karriere ist jünger als die Derby-Geschichte: „Mit 15 war ich zum ersten Mal dabei und ich war total nervös, jetzt bin ich gelassener und freue mich nur noch, weil es immer emotionale Spiele sind.“

Füreinander finden die Gegnerinnen jedenfalls nur schöne Wörte. Triendl lobt Örley als „zu 100 Prozent positive Spielerin, die immer alle pusht“. Umgekehrt schätzt Örley Triendls „Ehrgeiz und dass sie mit viel Herz agiert und in einem Team super funktioniert“. Wie man den anderen am besten austrickst, verraten sie hingegen nicht. Sie schmunzeln und sprechen davon, dass viel von der Tagesverfassung abhänge.

Besondere Brisanz verleiht dem aktuellen Derby, dass sich die TI mit den punktegleichen Salzburgerinnen um den sechsten Play-off-Platz matcht, während der VCT als Fünfter bereits fix weiter ist. Örley: „Dieser Druck kann gut oder schlecht sein. Das Play-off wäre wünschenswert, ist aber nicht das groß­e Gesamtziel heuer.“ Einen Nichtangriffspakt schloss man jedenfalls nicht, wie Triend­l bestätigt: „Wir gehen in jedes Spiel mit der gleichen Einstellung.“ Noch steht es in der heurigen Saison unentschieden: Die TI siegte im Cup 3:1 (ohne Legionärinnen), der VCT in der Liga 3:1 – ein Remi­s morgen ist indes regelbedingt unmöglich.


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