Fünf Briten in Frankreich positiv getestet, Österreich holt Familien aus China heim

Die Ausbreitung des Coronavirus schreitet in enormem Tempo voran. Peking meldet 86 neue Todesfälle innerhalb von nur einem Tag. In Frankreich sind fünf Briten an dem Virus erkrankt, die bayerischen Behörden melden den mittlerweile zwölften Fall. Indes plant Österreich die nächste Rückholaktion.

Die Zahl der Patienten in China, bei denen das Virus nachgewiesen wurde, kletterte innerhalb eines Tages um 3399 auf 34.546.
© ANTHONY WALLACE

Peking, München – Fünf Briten sind in einem französischen Skiort positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Sie seien alle in der gleichen Unterkunft in dem Skiort Contamines-Montjoie nahe des Mont Blanc gewesen und dort in Kontakt mit einem kürzlich aus Singapur zurückgekehrten britischen Staatsbürger gekommen, teilte Frankreichs Gesundheitsministerin Agnes Buzyn am Samstag mit.

Die Infizierten seien im Krankenhaus, zeigten aber „keine ernsthaften Krankheitssymptome". Der aus Singapur zurückgekehrte Brite gehöre nicht zu den fünf jetzt festgestellten Fällen. Er sei wieder in Großbritannien, erklärte die Ministerin. Behörden in Frankreich und Singapur versuchten nun, weitere mit ihm in Kontakt gekommene Menschen aufzuspüren.

37 Menschen in Europa erkrankt

Das sich rasant ausbreitende Virus hat bisher in Festlandchina und Hongkong mehr als 720 Todesopfer gefordert, allein am Freitag starben im Raum Peking 86 Menschen. Auch ausländische Opfer sind in China bereits verstorben – dabei handelt es sich um einen 60-jährigen Ameriker und einen Japan im ähnlichen Alter. Beide hatten sich in der besonders betroffenen Stadt Wutan aufgehalten.

Mehr als 34.500 Menschen sind nach Angaben der chinesischen Behörden mit dem Erreger infiziert. Von China aus hat sich das Virus bereits in mehr als zwei Dutzend weitere Länder ausgebreitet. Die Zahl der Infektionsfälle in Frankreich liegt nun bei elf. Für Europa wurde die Zahl der bestätigten Infektionen mit mindestens 37 angegeben. In Österreich gab es bis Samstagvormittag keinen bestätigten Krankheitsfall, bloß Verdachtsfälle – diese auch in Tirol.

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Österreichische Familien werden ausgeflogen

Für das Wochenende ist eine neuerliche Rückholaktion von Österreichern aus der chinesischen Coronavirus-Krisenprovinz Hubei geplant. Es handelt sich um sechs Personen. Die Aktion erfolgt in Zusammenarbeit mit Großbritannien. Die Reise führt dieses Mal von Wuhan nach Großbritannien, dann nach Berlin und schließlich nach Wien, teilte Außenamtssprecher Peter Guschelbauer am Freitag der APA mit. „Es handelt sich um einen Kärntner und seine Frau sowie um eine Frau mit drei Kindern", sagte der Ressortsprecher.

Der Abflug der Maschine sei für Sonntagfrüh (Ortszeit) in Wuhan geplant. Es könne aber natürlich zu Verschiebungen kommen. "Der Flug von Wuhan wird mit der britischen Regierung durchgeführt. Deshalb fliegt die Maschine zunächst nach Großbritannien." Weil es am geplanten Landeort aber nur beschränkte Start- und Landeslots gebe, würden die Österreicher dann mit mitreisenden Deutschen in der Folge nach Berlin-Tegel gebracht. Auch Deutschland will etwa 20 in der Krisenregion verbliebene Staatsbürger ausfliegen, die möglicherweise ebenfalls mit der britischen Maschine am Sonntag mitgenommen werden.

Die Tyrol Air Ambulance würde schließlich für die Österreicher den Transport nach Wien übernehmen. Im Außenministerium geht man davon aus, dass mit diesem Transport alle Österreicher aus der von 2019-nCoV besonders schwer betroffenen chinesischen Provinz die Region verlassen haben. Von den übrigen Flugdestinationen Chinas gebe es reguläre Flugverbindungen.

14 Menschen in Deutschland infiziert

Indes ist auch die Zahl der in Deutschland an dem neuartigen Coronavirus erkrankten Menschen erneut gestiegen. Das bayerische Gesundheitsministerium bestätigte einen zwölften Infektionsfall im Freistaat. Es handle sich um die Frau eines Mannes, der für den Autozulieferer Webasto arbeite und in der vergangenen Woche positiv auf das Virus getestet worden sei, teilte das Ministerium mit. Insgesamt gibt es in Deutschland damit bislang 14 bestätigte Infektionsfälle.

Die Erkrankte werde nun wie ihr Mann medizinisch überwacht und in einer Münchner Klinik isoliert behandelt, hieß es. Ein Großteil der in Deutschland erkrankten Menschen sind Mitarbeiter von Webasto. Angestellte des Unternehmens hatten sich bei einer aus China zu einer Schulung angereisten Kollegin angesteckt.

In der chinesischen Millionenstadt Wuhan war das neuartige Coronavirus im Dezember erstmals bei Menschen aufgetreten. In ganz Festland-China wurden mittlerweile mehr als 31.000 Krankheitsfälle bestätigt, mehr als 630 Menschen starben. (dpa, AFP)


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