Bericht: Malala-Attentäter in Pakistan aus der Haft entkommen

Der Taliban-Kämpfer, der das Attentat auf die Kinderrechtsaktivistin verübt haben soll, soll bereits Mitte Jänner aus dem Gefängnis geflohen sein. Die pakistanische Armee wollte den Ausbruch zunächst weder bestätigen noch dementieren.

Im Oktober 2012 hatten Taliban-Kämpfer im Swat-Tal Malalas Schulbus überfallen und der damals 15-Jährigen in den Kopf geschossen.
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Islamabad – Ein wegen des Attentats auf die Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai inhaftierter Taliban ist nach einem Medienbericht aus dem Gefängnis in Pakistan entkommen. Der ehemalige Anführer der Splittergruppe Jamaat-ul-Ahrar (JuA), Ehsanullah Ehsan, sei bereits am 11. Jänner geflohen, berichtete die englischsprachige Tageszeitung Dawn am Samstag unter Berufung auf eine Audio-Botschaft des mutmaßlich Entkommenen.

Die pakistanische Armee wollte den Ausbruch zunächst weder bestätigen noch dementieren. Ehsan, der mit echtem Namen Liaqat Ali heißt, hatte sich zu dem Attentat auf Malala bekannt und 2017 den pakistanischen Sicherheitsbehörden gestellt. In seiner Audio-Botschaft begründete er den Angaben zufolge seine Flucht damit, dass die pakistanischen Behörden sich nicht an eine frühere Vereinbarung gehalten hätten. Details dazu nannte er nicht.

Im Oktober 2012 hatten maskierte Taliban-Kämpfer im Swat-Tal Malalas Schulbus überfallen und der damals 15-Jährigen in den Kopf geschossen. Sie hatte sich seit Jahren für Schulbildung für Mädchen und gegen das grausame Regime der Islamisten in ihrer Heimat ausgesprochen. Die Taliban bedrohen die Friedensnobelpreisträgerin auch heute noch, weshalb sie in Großbritannien lebt. (dpa)


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