Erste Ausländer in China am neuen Coronavirus gestorben

In China ist erstmals ein mit dem neuartigen Coronavirus infizierter Ausländer gestorben. Bei dem Toten handle es sich um einen US-Bürger, teilte die US-Botschaft in Peking am Samstag mit. Die Zahl der Neuerkrankungen ist indes derzeit stabil.

Auch in Japan tragen Menschen Gesichtsmasken.
© CHARLY TRIBALLEAU

Wuhan – Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus stabilisiert sich die Lage in der chinesischen Region Hubei. Die Zahl der Neuerkrankungen sei seit vier Tagen stabil, teilte die Weltgesundheitsorganisation am Samstag mit. An Bord eines britischen Evakuierungsflugs wurden indes die letzten sechs Österreicher aus der Millionenmetropole Wuhan geflogen. In Österreich selbst gibt es drei Verdachtsfälle.

Der Leiter des WHO-Notfallsprogramms, Mike Ryan, bezeichnete die Stabilisierung der Zahl der neuen Coronavirus-Fälle in Hubei als "gute Nachricht". Allerdings handle es sich nicht um einen Rückgang. "Das können einfach nur vier Tage Ruhe vor dem Sturm sein", sagte Ryan der Nachrichtenagentur Reuters.

Das sich rasant ausbreitende Virus hat bisher in Festlandchina und Hongkong mehr als 720 Todesopfer gefordert, darunter nach offiziellen Angaben vom Samstag erstmals auch Ausländer. Ein 60-jähriger US-Bürger mit chinesischen Wurzeln starb in einem Krankenhaus in Wuhan. Ebenfalls in einem Krankenhaus in Wuhan starb ein Japaner, der sich vermutlich mit dem Coronavirus infiziert hatte.

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Sechs Österreicher aus Hubei ausgeflogen

Über 34.500 Menschen sind nach Angaben der chinesischen Behörden mit dem Erreger infiziert. In Europa gab es bisher 37 bestätigte Infektionen. In Österreich gab es bis Samstag keinen bestätigten Krankheitsfall, aber drei Verdachtsfälle in Wien, Niederösterreich und Kärnten.

Zwei Wochen nach der Verhängung der Coronavirus-Quarantäne über Wuhan wurden in der Nacht auf Sonntag die letzten sechs Österreicher aus der chinesischen Millionenstadt ausgeflogen. Es handelte sich um ein Kärntner Ehepaar sowie eine Mutter mit drei Kindern. Sie befanden sich an Bord einer britischen Maschine mit mehr als 200 Menschen an Bord, die am Sonntag in der Früh am britischen Luftwaffenstützpunkt Brize Norton erwartet wurde.

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Wie der Sprecher des Außenministeriums, Peter Guschelbauer, der APA auf Anfrage mitteilte, sollten sie dann nach Berlin geflogen werden. Von dort sollte sie eine Maschine der Tyrol Air Ambulance nach Wien bringen, wo die Landung zwischen 13 und 14 Uhr erwartet wurde. Laut dem Sprecher sind die sechs Personen "dem Anschein nach gesund". Die Vorgangsweise nach der Landung solle jener beim ersten Rücktransport von Österreichern aus Wuhan entsprechen. Damals waren die Rückkehrer sofort ins Hygienezentrum der Gemeinde Wien für Tests gebracht worden, gefolgt von einer 14-tägigen Quarantäne.

Frankreich warnt vor China-Reisen

Frankreich warnte angesichts der Entwicklung der Coronavirus-Epidemie seine Bürger vor Reisen nach China. Von Besuchen werde "außer aus zwingenden Gründen" abgeraten, teilte das französische Außenministerium mit. Zuvor erklärte das Gesundheitsministerium, dass in einem französischen Skiort fünf Briten mit dem Virus diagnostiziert worden seien. Damit stieg die Zahl der Infektionen in Frankreich auf insgesamt elf.

Wegen des sich rasant ausbreitenden Virus beschlossen auch die Behörden in Hongkong neue Maßnahmen: Sie verhängten eine obligatorische zweiwöchige Quarantäne für alle aus Festland-China ankommenden Reisenden.

In Japan stieg inzwischen die Zahl der Infizierten an Bord eines dort unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes auf 64, wie das japanische Gesundheitsministerium mitteilte. Am Samstag seien drei weitere Fälle bestätigt worden. Die "Diamond Princess" befindet sich seit Montag vor der japanischen Küste unter Quarantäne. An Bord befinden sich etwa 3.700 Passagiere und Besatzungsmitglieder.

Virus eventuell auch über Fäkalien übertragbar

Laut einer Studie chinesischer Wissenschafter könnte das Coronavirus auch über Fäkalien übertragbar sein. Einige Patienten in der zentralchinesischen Millionenstadt Wuhan hätten vor dem Auftreten von Fiebersymptomen und Atembeschwerden zuerst unter Durchfall und Übelkeit gelitten, heißt es in einer am Freitag im "Journal of the American Medical Association" veröffentlichten Arbeit.

Als Hauptübertragungsweg des Virus gilt weiterhin eine Tröpfcheninfektion über den Husten eines Erkrankten. Bei zehn Prozent von 138 Patienten in einen Krankenhaus in Wuhan habe der Krankheitsverlauf mit Durchfall und Übelkeit begonnen, schreiben die Wissenschafter. Die Forscher gaben an, sich bei den frühen Fällen der erstmals im Dezember in Wuhan aufgetretenen Krankheit vor allem auf Atemwegssymptome konzentriert zu haben. Dabei könnten mit dem Verdauungstrakt verbundene Symptome übersehen worden sein. (APA, AFP)


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