Sozialwirtschaft: Gewerkschaft droht mit Warnstreiks

Die GPA drängt bei den Verhandlungen auf eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich für die 125.000 Beschäftigten im privaten Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich. Das wäre gleichbedeutend mit einer Lohnerhöhung um 8,6 Prozent.

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Wien - Sollte es bei den Kollektivvertragsverhandlungen in der Sozialwirtschaft am Montagnachmittag keine Fortschritte geben, dann sollen am Mittwoch erste Warnstreiks beginnen. Das hat Barbara Teiber, Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), bei einer Pressekonferenz gesagt. Betroffen wäre in diesem Fall "Arbeit, die verschoben werden kann, ohne direkt Menschen zu schaden", so Teiber.

Die GPA drängt bei den Verhandlungen auf eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich für die 125.000 Beschäftigten im privaten Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich. Eine Flächendeckende 35-Stunden-Woche wäre gleichbedeutend mit einer Lohnerhöhung um 8,6 Prozent. Die Arbeitgebervertreter lehnen das als unfinanzierbar ab. Die Gewerkschaft verweist dagegen auf die hohe Arbeitsbelastung im Pflegebereich.

"Hoffen, dass Vernunft einkehrt"

Teiber kritisiert, dass die Arbeitgeberseite nach anfänglicher Gesprächsbereitschaft zuletzt wieder auf ein Nein zurückgeschwenkt sei. "Wenn es da heute keine Bewegung gibt, was das Thema Arbeitszeitverkürzung angeht, dann wird es aller Voraussicht nach ab Mittwoch erste Warnstreiks in den Betrieben geben", kündigte Teiber an. Eine Streikfreigabe des ÖGB liegt seit Ende Jänner vor.

"Wir hoffen, dass heute Vernunft einkehrt, bei den Arbeitgebern", betonte Teiber: "Wir werden von unserer Forderung nach Arbeitszeitverkürzung im Interesse der Beschäftigten sicher nicht abrücken." Die Gewerkschafterin räumte zwar ein, dass Protestmaßnahmen im Pflege- und Sozialbereich schwierig seien. Daher werde es bei Streiks um Arbeiten gehen, die verschoben werden können, ohne Menschen zu schaden. Aber auch die Beschäftigten im Sozialbereich hätten ein Recht darauf, ihren Protest auszudrücken. (APA)


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