US-Demokraten bestätigen offiziell Sieg von Buttigieg in Iowa, Biden-Video regt auf

Der ehemalige Bürgermeister einer Kleinstadt in den USA Pete Buttigieg hat im ersten Staat bei den US-Vorwahlen die meisten Delegierten gewonnen. Dicht auf den Fersen ist dem Überraschungssieger Senator Bernie Sanders.

Pete Buttigieg war bis vor kurzem höchstens Geheimfavorit auf die Nominierung der Demokraten. Nun ist er in den Favoritenkreis aufgestiegen.
© TIMOTHY A. CLARY

Washington – Knapp eine Woche nach ihrer äußerst blamablen ersten Präsidentschaftsvorwahl im US-Bundesstaat Iowa haben die oppositionellen Demokraten den Sieg des ehemaligen Bürgermeisters Pete Buttigieg offiziell bestätigt. Demnach holte der pragmatisch-moderate Politiker am vergangenen Montag die meisten Delegiertenstimmen vor dem linksgerichteten Senator Bernie Sanders.

Die Ergebnisverkündung hatte sich wegen einer technischen Panne tagelang hingezogen. Unterdessen zog der unter Druck geratene Ex-Vizepräsident Joe Biden kurz vor der nächsten Vorwahl in New Hampshire mit einer Aussage im Wahlkampf Kritik auf sich.

Nachdem die Technikpanne für viel Spott gesorgt hatte, gaben die Demokraten am Sonntag die endgültige Verteilung der Delegiertenstimmen aus Iowa für den Nominierungsparteitag im Juli bekannt. Bei diesem wird der Herausforderer oder die Herausforderin von Präsident Donald Trump gekürt. Buttigieg holte demnach 14 Delegiertenstimmen, gefolgt von Sanders mit zwölf Delegierten.

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Ex-Vizepräsident Biden nur auf Platz vier

Für die ebenfalls linksgerichtete Senatorin Elizabeth Warren sollen acht Delegierte zu dem Parteitag entsandt werden. Auf dem vierten Platz in Iowa landete der frühere Vizepräsident Joe Biden mit sechs Delegierten, gefolgt von der Senatorin Amy Klobuchar mit einem Delegierten. Biden und Klobuchar vertreten wie Buttigieg den moderaten Parteiflügel.

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Wegen des hauchdünnen Vorsprungs von Buttigieg kündigte Sanders' Wahlkampfteam an, das Ergebnis bei der Parteisektion in Iowa überprüfen zu lassen. Die Auszählungen seien "inkompetent" ausgeführt worden, monierte Sanders' Kampagnenmanager Faiz Shakir. Ursache für die Panne war nach Angaben der Demokraten ein Programmierfehler bei einer App, welche die Daten aus den einzelnen Wahlbezirken sammelte.

Biden beschimpft "im Scherz" Studentin

In New Hampshire sorgte Ex-Vizepräsident Biden unterdessen mit einem im Internet viel kritisierten Auftritt für Schlagzeilen: Bei einer Wahlkampfveranstaltung bezeichnete er eine junge Frau als "verlogene, hundsgesichtige Pony-Kavalleristin". Die 21-jährige Studentin hatte Biden um eine Erklärung für dessen schlechtes Abschneiden bei der Vorwahl der Demokraten in Iowa gebeten.

"Das ist eine gute Frage", antwortete der nach der deutlichen Niederlage bei der ersten Vorwahl – auch Caucus genannt – in Iowa erheblich unter Druck stehende Biden. "Waren Sie jemals bei einem Caucus?", fragte er die Studentin, die dann nickte. "Nein, waren Sie nicht", sagte Biden weiter. "Sie sind eine verlogene, hundsgesichtige Pony-Kavalleristin."

Wahlkampfsprecherin versucht Schaden zu begrenzen

Bidens Wahlkampagnen-Sprecherin Remi Yamamoto versuchte den Schaden zu begrenzen und schrieb im Onlinedienst Twitter, die Aussage sei ein Witz gewesen: "Das ist aus einem John-Wayne-Film", und Biden habe den Witz schon oft gemacht.

Die betroffene Studentin sagte der Washington Post, es sei "völlig irrelevant, ob ich bei einem Caucus war oder nicht". Joe Biden habe in diesem Rennen "unglaublich schlecht abgeschnitten". Dessen Unfähigkeit, eine einfache Frage einer "unbedeutenden Studentin wie mir zu beantworten, verschärft diese Realität nur noch mehr", sagte sie.

Am Dienstag findet im Bundesstaat New Hampshire die zweite Runde der Vorwahlen statt. In dem Bundesstaat an der US-Ostküste werden dem 78-jährigen Sanders die besten Chancen auf einen Sieg eingeräumt. Umfragen sehen Buttigieg an zweiter Stelle. Der 38-jährige Ex-Bürgermeister sieht sich nach seinem Überraschungssieg in Iowa inzwischen zunehmend mit Vorwürfen aus den Reihen seiner Mitbewerber konfrontiert, er sei zu unerfahren für das Präsidentenamt. (APA, AFP)


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