Tiwag und IKB: Strom wird ab April um sechs Prozent teurer

Die Tiwag und IKB kündigen eine Erhöhung der Strompreise an. Angesichts der seit 2018 deutlich gestiegenen Preise auf dem europäischen Strommarkt sei dies notwendig.

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© Böhm

Innsbruck – Mit dem 1. April wird sich die Stromrechnung für einen Standardhaushalt in Tirol um rund drei Euro bzw. sechs Prozent erhöhen. "Wir haben dabei ganz bewusst nicht den Maximalrahmen ausgeschöpft", betont Tiwag-Vorstandvorsitzender Erich Entstrasser in einer Aussendung am Dienstag. Damit bliebe Tirol gemeinsam mit Vorarlberg der günstigste Landesversorger in Österreich. Insgesamt belaufe sich die Preiserhöhung für einen Haushalt mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3500 kWh auf rund 40 Euro.

Auch die Innsbrucker Komunalbetriebe (IKB) werden ihre Tarife erhöhen. Konkret erhöht sich der Strompreis für alle IKB-Tarifkunden ab 1. April um 1,13 Cent brutto pro kWh. Das entspreche einer Zunahme von rund sechs Prozent auf der Gesamtrechnung bzw. um etwas mehr als drei Euro auf der monatlichen Abrechnung, so die IKB in einer Aussendung. Auch zahlreiche andere Energieversorger in Österreich hätten ihre Tarife angepasst bzw. würden es jetzt tun. „Als Eigenerzeuger von Wasser- und Sonnenstrom können wir dabei jedoch mit Augenmaß vorgehen und den Energiepreis moderat erhöhen“, betont IKB-Vorstandsvorsitzender Helmuth Müller.

"Können nur die Hälfte des Bedarfs abdecken"

Der von der Tiwag in Tirol an Kunden mit Standardverträgen gelieferte Strom komme zu 100 Prozent aus heimischer Wasserkraft, so der Landesversorger. "Wir können mit unseren eigenen Anlagen aber nur knapp die Hälfte des jährlichen Gesamtbedarfs in Tirol abdecken", so Entstrasser. Die Tiwag wolle daher die Energieunabhängigkeit in den nächsten Jahren durch den Ausbau der heimischen Wasserkraft weiter verbessern.

Alle Kunden mit Standardverträgen würden über die Anpassung schriftlich informiert, so die Tiwag in ihrer Aussendung. Kunden mit Sonderverträgen würden über eigene, flexible Tarifmodelle verfügen und seien daher nicht von der Strompreiserhöhung betroffen. Die Preise für Erdgas der Tochter Tigas blieben vorerst unverändert.

Auch die IKB betont in ihrer Aussendung, dass der in eigenen Wasserkraftwerken und mit den Photovoltaik-Anlagen erzeugte Strom nur rund die Hälfte des Bedarfes deckt, den Rest müsse am am Markt zukaufen. (TT.com)


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