Bereits eine Woche unter Quarantäne: Unklarheit über Kreuzfahrtschiff vor Japan

Bereits seit einer Woche treibt ein Kreuzfahrtschiff vor der Küste von Japan. Wegen mit dem neuen Coronavirus infizierten Personen dürfen die Passagiere nicht von Bord. Es gibt in ganz Japan zu wenige Geräte, um die Menschen schneller zu testen.

Die Diamond Princess darf wegen des Virus die Passagiere nicht von Bord lassen.
© CHARLY TRIBALLEAU

Tokio – Auf einem wegen des neuen Coronavirus unter Quarantäne stehenden Kreuzfahrtschiff in Japan herrscht nach gut einer Woche weiter Unklarheit über das Ausmaß der Infektionen an Bord. In der Regierung werde diskutiert, ob alle an Bord verbliebenen 3.600 Menschen, darunter zehn deutsche Staatsangehörige, auf den Erreger getestet werden sollen, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

Die "Diamond Princess" verließ unterdessen zunächst den Hafen von Yokohama, das Schiff wurde am Donnerstag zurückerwartet, wie der japanische Fernsehsender NHK meldete. Die Zahl der positiv auf den Erreger getesteten Personen an Bord war zu Wochenbeginn auf mehr als 130 gestiegen. Die Betroffenen wurden in Krankenhäuser gebracht. Da die meisten auf dem Schiff Verbliebenen noch nicht getestet sind, könnte die tatsächliche Zahl höher liegen.

Verwandte von Passagieren vor dem abgeschirmten Schiff.
© CHARLY TRIBALLEAU

Zu wenig Testgeräte in ganz Japan

Alle Menschen an Bord auf das Coronavirus zu testen, gestalte sich schwierig, da es im Land nur eine begrenzte Zahl an Testgeräten gebe, hieß es. Eine solche Untersuchung würde so viele der Geräte binden, dass Japan im Falle eines Ausbruchs andernorts im Lande nicht in der Lage wäre, schnell zu reagieren, gab Yoshiaki Katsuda von der Kansai University laut Kyodo zu bedenken.

Nach Ansicht seines Kollegen Hiroyuki Kunishima von der St. Marianna University School of Medicine müssen am Ende die Politiker entscheiden. Wenn man bedenke, wie ängstlich die Passagiere sein müssen, sei es politisch gesehen vermutlich nötig, jeden zu testen, sagte der Professor laut der Agentur. Hinzu kommt, dass viele der Passagiere älter sind. Gerade für jene unter ihnen, die unabhängig vom Virus auf Medikamente angewiesen sind, ist die lange Isolation in ihren Kabinen im Schiff eine zusätzliche gesundheitliche Belastung.

439 Menschen getestet

Bis Montag hatte die Regierung 439 Tests vornehmen lassen, anfangs vorrangig bei jenen, die Symptome wie Husten und hohes Fieber zeigten oder Kontakt mit Menschen hatten, die solche Symptome aufwiesen. Später wurden auch Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen getestet. (APA, dpa)


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