Coronavirus: Zahl der Todesopfer stieg auf mehr als 1100

Die allermeisten Todes- und Infektionsfälle treten nach wie vor in Hubei auf, von wo die Epidemie im Dezember ihren Ausgang genommen hatte. Die Provinz wurde von den Behörden weitgehend abgeschottet.

1110 Menschen sind schon an den Folgen des Coronavirus in China gestorben.
© AFP/Retamal

Wuhan – Covid-19 hat in China innerhalb von 24 Stunden erneut fast 100 Todesopfer gefordert: Wie die Nationale Gesundheitskommission am Mittwoch mitteilte, kamen landesweit im Vergleich zum Vortag 97 Todesfälle hinzu. Die Zahl der Infektionen stieg demnach um 2.015 Fälle.

Sowohl die Zahl der neuen Opfer als auch die der neu erkrankten Patienten ging den offiziellen Angaben zufolge damit im Vergleich zum Vortag etwas zurück. Am Dienstag waren noch 108 Todesfälle und 2.478 neue Infektionen gemeldet worden. Allerdings wird eine hohe Dunkelziffer vermutet.

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Die meisten Opfer kamen erneut aus der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei, in deren Hauptstadt Wuhan das Virus erstmals auf den Menschen übergesprungen war. Dort wurden 94 der neuen Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl der Opfer auf dem chinesischen Festland liegt nun bei 1.113. Bei mehr als 44.000 Menschen wurde eine Infektion bestätigt.

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Immer mehr Menschen infizieren sich mit dem Virus. Außerhalb Chinas gibt es mehr als 400 weitere Infektionsfälle in 25 Ländern.
© AFP/Tumbelaka

39 Infektionen auf Kreuzfahrtschiff

An Bord des unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes im japanischen Yokohama ist unterdessen bei weiteren 39 Menschen eine Infizierung mit dem neuen Coronavirus festgestellt worden. Das gab das japanische Gesundheitsministerium am Mittwoch bekannt. Vier Personen zeigten ernste Symptome. Damit erhöht sich die Zahl der Infizierten an Bord auf 174. Die übrigen der rund 3.600 Passagiere und Crew-Mitglieder sollen mindestens noch bis zum 19. Februar an Bord bleiben.

Die Passagiere der "Diamond Princess" bleiben weiterhin abgeschottet.
© AFP/Mehri

Südkorea hat wegen der Coronavirus-Epidemie in China zum dritten Mal seit Ende Jänner zahlreiche Landsleute aus der am stärksten betroffenen Stadt Wuhan heimgeholt. Ein Charter-Flugzeug mit über 140 Südkoreanern und chinesischen Familienangehörigen aus Wuhan an Bord traf Mittwochfrüh (Ortszeit) in Seoul ein, wie südkoreanische TV-Sender berichteten. Unter den Passagieren befanden sich demnach etwa 60 Chinesen.

Fünf Passagiere wurden den Berichten zufolge in ein Krankenhaus gebracht, weil sie Symptome der neuen Virusinfektion aufwiesen. Der Rest der Gruppe sollte in einer militärischen Einrichtung in Incheon unter Quarantäne gestellt werden. Südkorea hatte bereits zuvor rund 700 Landsleute aus Wuhan auf deren eigenen Wunsch in die Heimat zurückgeholt. In Südkorea waren bis Mittwochfrüh 28 Infektionsfälle gemeldet worden. Von den betroffenen Patienten konnten vier das Krankenhaus mittlerweile wieder verlassen.

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Mehr als 500 Infektionen außerhalb Chinas bestätigt

Weltweit sind außerhalb des chinesischen Festlands mittlerweile mehr als 500 Infektionen bestätigt. In Österreich ist weiterhin kein Fall bestätigt. Alle Verdachtsfälle – bis Mittwoch wurden 105 Tests durchgeführt – wurden bisher negativ getestet, gab das österreichische Gesundheitsministerium bekannt. Ressortleiter Rudolf Anschober (Grüne) sah am Mittwoch angesichts der wenigen Coronavirus-Fällle in Europa zwar weiterhin erhöhte Sorgfalt geboten, aber "keinen Grund zur Panik".

Die neue Lungenerkrankung bekam am Dienstag einen eigenen Namen. Sie werde nun Covid-19 genannt, sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus. Covid steht für "COrona VIrus Disease". Zugleich erhielt auch das zunächst vorläufig 2019-nCoV genannte neue Coronavirus eine eigene Bezeichnung: Sars-CoV-2. Dessen Namensgeber, ein Team des Internationalen Komitees zur Taxonomie von Viren bezieht sich mit dem Namen Sars-CoV-2 auf die sehr enge Verwandtschaft zum Sars-Virus (Sars-CoV), an dem 2002/2003 Hunderte Menschen gestorben waren. Die Viren sind Experten zufolge Varianten ein und derselben Virusart. (APA/AFP)


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