Neue Regeln für 31 Berufe, Lehre mit Matura erhält neue Vorgaben

Unter anderem wurden zusätzlich auch zwei neue Ausbildungsprofile für Polizeiverwaltung und Eventmanagement geschaffen. Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) ist gegen einen neuen Zugang von Asylwerbern zur Lehre.

Nicht geben wird es auch unter der türkis-grünen Regierung eine Erleichterung des Zugangs von Asylwerbern zur Lehre.
© TT/Böhm

Wien - Neben den neuen Vorgaben für die "Lehre mit Matura" hat der Ministerrat am Mittwoch auch neue Ausbildungsordnungen für 31 Lehrberufe beschlossen, die am 1. Mai 2020 in Kraft treten. Wie die zuständige Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) sagte, wurden zusätzlich auch zwei neue Ausbildungsprofile für Polizeiverwaltung und Eventmanagement geschaffen.

Nicht geben wird es auch unter der türkis-grünen Regierung eine Erleichterung des Zugangs von Asylwerbern zur Lehre. Ermöglicht wurde lediglich, dass Asylwerber, die bereits ein Lehre begonnen haben, diese auch nach einem negativen Asylbescheid abschließen können, ohne abgeschoben zu werden. "Eine weitere Regelung kann ich mir nicht vorstellen", erteilte Schramböck einer Erweiterung eine Absage.

Lehre mit Matura erhält neue Vorgaben

Das 2008 gestartete Förderprogramm "Lehre mit Matura" erhält neue Vorgaben. Bewerber müssen künftig ein Motivationsschreiben verfassen und Kursanbieter neue Qualitätskriterien erfüllen. Änderungen gibt es auch bei der Finanzierung. So soll die derzeit hohe Dropout-Quote gesenkt werden, so Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) am Mittwoch.

Im Rahmen der "Lehre mit Matura" können Jugendliche parallel zu ihrer Lehrlingsausbildung kostenlos Vorbereitungskurse für die Berufsreifeprüfung absolvieren - je nach Vereinbarung mit ihrem Betrieb in ihrer Freizeit oder während der Arbeitszeit. Das Bildungsministerium stellt pro Lehrling bis zu 6000 Euro für Vorbereitungskurse, Kursunterlagen und Prüfungen zur Verfügung.

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Seit dem Start 2008 haben 9300 Lehrlinge die Reifeprüfung absolviert. Wermutstropfen ist die hohe Dropout-Rate von 36 Prozent: "Das passt mir nicht ganz", meinte Faßmann. Daher ist ab Start der neuen Laufzeit des Programms am 1. Juli auch ein Motivationsschreiben für die Aufnahme zu verfassen. Die Finanzierung soll außerdem outputorientierter erfolgen: Kursanbieter erhalten einen Teil ihrer Aufwendungen nur dann ersetzt, wenn Prüfungen erfolgreich absolviert werden.

Hälfte scheidet frühzeitig aus

Seit 2008 haben rund 26.500 Lehrlinge am Programm teilgenommen. Das ist in etwa jeder zehnte Lehrling. Rund 36 Prozent schieden aus, die Hälfte davon während oder nach dem ersten Vorbereitungskurs. Als Gründe dafür gaben sie eine zu hohe Belastung bzw. Zeitdruck, berufliche Gründe oder fehlende Motivation an. Die Lehre bleibt davon aber unberührt und kann weiter absolviert werden.

Einen Rechtsanspruch auf die Absolvierung der Kurse in der Arbeitszeit will Faßmann nicht vorgeben. Das sei Sache der Sozialpartner, betonte der Minister. Unverändert bleiben die Fördermittel für die kommenden fünf Jahre bis Oktober 2025. Ausgeschüttet werden bis zu 12,5 Millionen Euro pro Jahr. Das entspricht mehr als 60 Millionen Euro bzw. Förderungen für bis zu 10.000 Lehrlinge bis 2025. (APA)


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