Kramp-Karrenbauer spricht kommende Woche mit möglichen Nachfolgern

Kramp-Karrenbauer hatte am Montag erklärt, dass sie nicht Kanzlerkandidatin der Union werden wolle. Der Kandidat oder die Kandidatin solle bis zum Sommer gefunden und vom Parteitag im Dezember bestätigt werden; diese Person solle dann auch den CDU-Vorsitz übernehmen.

Bundesministerin der Verteidigung und CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Außenminister Heiko Maas (SPD).
© Kay Nietfeld

Berlin, Erfurt – Die deutsche CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer führt ab kommender Woche Gespräche mit potenziellen Nachfolgern. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch aus Parteikreisen. Der deutsche Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble warnte seine Partei vor zu viel Eile bei der Suche nach einer neuen Führung. Dagegen drängen prominente Vertreter der CSU die Schwesterpartei weiterhin zu einer zügigen Neuaufstellung.

Kramp-Karrenbauer hatte am Montag erklärt, dass sie nicht Kanzlerkandidatin der Union werden wolle. Der Kandidat oder die Kandidatin solle bis zum Sommer gefunden und vom Parteitag im Dezember bestätigt werden; diese Person solle dann auch den CDU-Vorsitz übernehmen.

Ab der kommenden Woche will sie nun mit Interessenten sprechen. Darüber hatte zuerst die Rheinische Post (Donnerstagsausgabe) berichtet. Völlig unklar ist nach Angaben aus Parteikreisen bisher, ob es einen Sonderparteitag zur Kür von Kanzlerkandidat und neuem Vorsitzenden geben wird. Der reguläre Parteitag im Dezember in Stuttgart soll demnach auf jeden Fall stattfinden. Dort soll unter anderem das neue CDU-Grundsatzprogramm verabschiedet werden.

Als Interessenten für Kramp-Karrenbauers Nachfolge werden insbesondere der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz, Gesundheitsminister Jens Spahn und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet gehandelt. Spahn äußerte sich am Mittwoch erstmals zu seinen Ambitionen. Er habe immer gesagt, „dass ich bereit bin, Verantwortung zu übernehmen“, sagte er in Berlin. In welcher Konstellation dies geschehen könne, „darüber reden wir jetzt eben in den nächsten Tagen“.

Schäuble sagte der Zeit laut Vorabmeldung vom Mittwoch, seine Partei solle „die Kraft haben, dem Druck einiger Medien nicht nachzugeben und über die personellen Fragen erst Ende des Jahres zu entscheiden“. Auch der Chef der nordrhein-westfälischen CDU-Landesgruppe im Bundestag, Günter Krings, warnte vor zu frühen Festlegungen. „Bei der Suche nach dem nächsten CDU-Chef sollten wir uns nicht treiben lassen“, sagte er der Rheinischen Post.

Dagegen warnte Sachsen-Anhalts Innenminister und CDU-Landeschef Holger Stahlknecht seine Partei davor, die Entscheidung über den Bundesvorsitz auf die lange Bank zu schieben. Die CDU brauche eine zeitnahe Entscheidung über diese Personalfrage, „also bis zur Sommerpause“, sagte er dem MDR.

Ähnliche Forderungen aus der CSU wurden am Mittwoch bekräftigt. CSU-Chef Markus Söder forderte in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung die CDU auf, „zügig“ über die offenen personellen und inhaltlichen Fragen zu entscheiden. CSU-Generalsekretär Markus Blume sagte der Passauer Neuen Presse, die offenen Führungs- und Kursfragen seien „umgehend“ zu klären. „Das kann kein Prozess von einem halben Jahr sein, das darf keine endlose Hängepartie geben. Selbstbeschäftigung wird nicht geschätzt.“

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sagte im Sender n-tv, es gebe jetzt „die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass wir nicht in einer monatelangen Debatte ein Ergebnis finden, sondern dass man sich zügig darauf verständigt, wie eine Neuaufstellung der Partei sein kann.“ Es müsse geschaut werden, welche Person die besten Chancen bringe, „eine Bundestagswahl 2021 erfolgreich zu bestehen“ Dies solle „am besten nicht in den nächsten Monaten, sondern deutlich schneller“ ausgelotet werden. (APA/AFP)


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