Laufen Austria AG baut 130 Mitarbeiter in Wilhelmsburg ab

Der Sanitärkeramikhersteller Laufen Austria AG stellte die Produktion in Wilhelmsburg in Niederösterreich im zweiten Quartal des Jahres ein. Damit verbunden ist nach Firmenangaben der Abbau von 130 der bisher 190 Mitarbeiter.

Ein undatiertes Archivbild der Keramik Produktion der Laufen Austria AG in Wilhelmsburg.
© APA/LAUFEN AUSTRIA AG

Wilhelmsburg – Der Sanitärkeramikhersteller Laufen Austria AG stellte die Produktion in Wilhelmsburg in Niederösterreich im zweiten Quartal des Jahres ein. Damit verbunden ist nach Firmenangaben der Abbau von 130 der bisher 190 Mitarbeiter. Ein Teil der Produktion werde nach Gmunden in Oberösterreich, der Rest in angrenzende europäische Standorte verlagert.

Einer Aussendung zufolge hat der Vorstand die Mitarbeiter am (heutigen) Mittwoch über die Restrukturierung informiert. Für die betroffenen Beschäftigten in der Produktion in Wilhelmsburg soll gemeinsam mit dem Betriebsrat ein Sozialplan ausgearbeitet werden. Das AMS-Frühwarnsystem werde Ende März aktiviert.

Die Produktion in Wilhelmsburg sei in den vergangenen Jahren aufgrund des Preisdrucks im In- und Ausland deutlich unter 50 Prozent der jährlichen Kapazitäten des Brennofens gesunken. Mit weiter sinkender Auslastung sei die Aufrechterhaltung am Standort „sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch nicht mehr vertretbar“, teilte das Unternehmen mit.

Die Verwaltung sei nicht betroffen. Wilhelmsburg werde weiterhin als Österreich-Zentrale für die Laufen Austria AG fungieren. Entsprechend blieben Management, Verwaltung, Finanzen, Human Resources, IT, Lager und Logistik, Marketing und Vertrieb sowie technischer Kunden-Support und Training in der Stadtgemeinde im Bezirk St. Pölten bestehen.

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Die Neuausrichtung der Unternehmensgruppe werde zu einer Stärkung des Produktionsstandortes von Laufen am oberösterreichischen Traunsee führen, hieß es in der Aussendung weiter. Als Innovationszentrum der gesamten Gruppe spiele Gmunden schon heute eine sehr wichtige Rolle im Konzern.

„Katastrophale Situation für 130 Beschäftigte“

Es seien „sofort Gespräche mit den Verantwortlichen des Unternehmens aufgenommen“ worden, betonten die ÖVP-Landesräte Petra Bohuslav und Martin Eichtinger. Es sollen nun Optionen ausgelotet werden, um für die betroffenen Arbeitnehmer eine tragfähige Lösung zu finden.

Die bevorstehenden Kündigungen bedeuteten eine „katastrophale Situation für 130 Beschäftigte“, reagierten SPÖ-Landesparteichef LHStv. Franz Schnabl und SPÖ-Landesgeschäftsführer Wolfgang Kocevar. Von einem „unerwarteter Schlag in die Magengrube“ sprach der Wilhelmsburger Bürgermeister Rudolf Ameisbichler (SPÖ).

Die Produktionsstätte von Laufen in Wilhelmsburg hat laut der Firmen-Website „große Tradition“. Bereits 1795 sei hier eine Fabrik für „englisches Steingut“ gegründet worden. Über Generationen habe sich das Know-how in Sachen Keramik „zur Meisterschaft in Bad-Keramik verdichtet“. Ab 1960 firmierte die Produktion gemeinsam mit dem Werk in Gmunden als Österreichische Sanitär-, Keramik- und Porzellan-Industrie Aktiengesellschaft (ÖSPAG). 1967 erwarb die Keramik Holding AG Laufen die Aktienmehrheit, 1999 stieß Laufen dann zur spanischen Roca-Gruppe. (APA)


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