Zeichen stehen bei Schröcksnadel auf Abschied

Der Langzeit-Präsident des Österreichischen Skiverbandes, Peter Schröcksnadel, dürfte nach der WM-Vergabe für 2025 seinen Rückzug bekannt geben. Sein Nachfolger wird wohl wieder aus Tirol kommen.

Durch dick und dünn: ÖSV-Generalsekretär Leistner (l.) und Peter Schröcksnadel dürften sich zurückziehen.
© Thomas Böhm

Saalbach-Hinterglemm, Innsbruck – Am 30. Juli wird der erfolgreiche Unternehmer Peter Schröcksnadel 79 Jahre alt. Einen Monat davor darf er sich ebenfalls feiern lassen: 30 Jahre ist es nämlich her, dass der Tiroler im Juni 1990 an die Spitze des Österreichischen Skiverbandes gewählt wurde. Und im Mai will der ÖSV-Präsident beim Kongress des Internationalen Skiverbandes im thailändischen Pattaya um die Ski-Weltmeisterschaft 2025 in Saalbach-Hinterglemm kämpfen. Damit soll sich für ihn der Kreis schließen. 1991 führte Schröcksnadel als Präsident erstmals ein rot-weiß-rotes Team zu einer Skiweltmeisterschaft. Eben nach Saalbach.

In Pension zu gehen ist für Schröcksnadel deshalb nicht so einfach. Noch hat er eine Mission zu erfüllen. In einem Ö3-Interview am Mittwoch, ebenfalls aus Saalbach, befeuerte er wieder die Spekulationen. Man müsste nicht aufhören, „aber man muss wissen, wann es Zeit ist aufzuhören“, sagte Schröcksnadel. Die Entscheidung, wie es in Zukunft weitergeht, will er im Juni nach dem FIS-Kongress treffen.

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Als so genannte „Lame Duck“ (lahme Ente) wird er beim FIS-Kongress sicher nicht auftreten. „Denn man muss wissen, dass bei solchen Bewerbungen das Vertrauen eine große Rolle spielt. Wenn man sagt, er hört ohnehin schon auf, dann wäre das für die Bewerbung sicher nicht sehr günstig“, meinte er in dem Interview. Trotzdem: Die Zeichen stehen auf Abschied, Schröcksnadel dürfte wohl noch heuer sein Amt übergeben. Möglicherweise fließend.

Der neue Präsident soll aus Tirol kommen

Über seine Nachfolge wurde in den vergangenen Monaten viel spekuliert. Vieles konzentrierte sich naturgemäß auf das Anforderungsprofil, weniger auf die Geographie. Doch die spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Denn der Sitz des Skiverbandes ist nun einmal in Innsbruck, Schröcksnadel führt den ÖSV wie eine Firma. Innsbruck soll deshalb weiterhin die Schaltzentrale sein, mit einem Präsidenten, der wie Schröcksnadel stets greifbar und kein Frühstücksdirektor ist. Deshalb wäre es wohl keine Überraschung, wenn der neue Präsident aus Tirol käme. Es deutet alles darauf hin. Außerdem stellt Tirol mit mehr als 45.000 Mitgliedern den stärksten Länderverband im ÖSV. Dessen Vizepräsident Michael Walch­hofer oder der ehemalige Vorarlberger Skiverbandspräsident und Olympiasieger Patrick Ortlieb dürften kein Thema mehr sein. Dass Ortlieb seinerzeit für die FPÖ im Nationalrat gesessen ist, könnte angesichts der neuen politischen Zeiten ebenfalls eine Rolle spielen.

Mit Schröcksnadel geht mit Sicherheit auch die Ära von ÖSV-Generalsekretär Klaus Leistner zu Ende. Das Gespann Schröcksnadel/Leistner geht seit Jahrzehnten gemeinsam durch dick und dünn. Der vorjährige Chef des Organisationskomitees der Nordischen Ski-WM in Seefeld, Christian Scherer, soll in Leistners Fußstapfen treten. Mit Seefeld hat er seine Feuertaufe bestanden, er zählt zur jungen Garde im „ÖSV-Management“. (pn)


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