WSG-Tormann Oswald gesperrt: Jetzt schlägt Beccaris große Stunde

Der Bundesliga-Strafsenat sperrte am Donnerstag Wattens-Keeper Ferdinand Oswald wegen Beleidigung für das Spiel am Sonntag (17 Uhr) bei Rekordmeister Rapid. Nun steht ein 21-jähriger Südtiroler vor seinem Debüt.

Ferdinand Oswald wurde wegen unsportlichen Verhaltens gesperrt.
© gepa

Von Tobias Waidhofer 
und Alex Gruber

Wattens – „Mit einer möglichen Sperre will ich mich jetzt gar nicht viel beschäftigen. Das bringt eh nichts. Ich gehe davon aus, dass der Ferdl am Sonntag spielen kann“, meinte Wattens-Trainer Thomas Silberberger noch am frühen Donerstagnachmittag. Da hat sich der Wörgler getäuscht:

Der ÖFB erstattete Anzeige wegen des ausgestreckten Mittelfingers in Richtung der Austria-Fans bei der Cup-Niederlage in Lustenau, am Abend tagte dann der Bundesliga-Strafsenat und sprach ein Zwei-Spiele-Sperre (eines davon bedingt) aus. Damit muss die WSG am Sonntag beim Rekordmeister auf ihren Kapitän und die Nummer eins verzichten.

„Ich bin enttäuscht und überrascht über dieses Urteil. Ich will niemandem etwas unterstellen, aber vielleicht ist das das Los der Kleinen“, meinte WSG-Manager Stefan Köck, um im nächsten Atemzug gleich nach vorne zu blicken: „Aber jammern hilft nichts und ein Einspruch bringt nichts. Dann kann Ferdl vielleicht gegen Rapid spielen und fehlt dafür nächste Woche.“

Außerdem meinte der 44-jährige Ex-Profi weiter: „Wenn ein Spieler sechs bis sieben Jahre unbescholten ist, frage ich mich, von welcher Seite das mit so einem Nachdruck verfolgt wurde. Für das Anspucken unseres Spielers (Wattens-Verteidiger Ione Cabrera wurde beim Abgang in Lustenau von gegnerischen Fans bespuckt, Anm.) hat es beispielsweise nichts gegeben.“ Ganz von Kritik ausnehmen könne man aber auch den Kapitän nicht: „Beleidigungen sind Usus und damit muss man als Profi umgehen können. Wir müssen uns auf Fußball konzentrieren.“

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Simon Beccari hechtete bisher hauptsächlich im WSG-Training nach dem Ball. Nachdem die Bundesliga Ferdl Oswald wegen des vermutlich in Richtung der Lustenau-Fans ausgestreckten Mittelfingers gesperrt hat, steht Beccari am Sonntag gegen Rapid im Tor.
© gepa

Damit muss im Allianz-Stadion der dritte Torhüter einspringen: Der 21-jährige Südtiroler Simon Beccari absolviert in Hütteldorf sein erstes Profi-Pflichtspiel überhaupt – und das vor ausverkauftem Haus im mit Abstand stimmungsvollsten und lautesten Stadion des Landes. „Oswalds Ausfall ist definitiv eine Schwächung, aber Simon schmeißt sich seit Jahren bei uns voll ins Zeug. Es gibt vielleicht schönere Debüts als vor 25.000 Fans bei Rapid auswärts, aber er hat von uns jegliche Unterstützung und kann nur gewinnen“, springt Köck dem Ex-SVI-Goalie, der noch keinen Pflichtspieleinsatz bei den Profis aufweist, verbal zur Seite.

Dass bei der etatmäßigen Nummer zwei der WSG, dem ehemaligen ÖFB-Teamtorhüter Pascal Grünwald, verletzungsbedingt nicht an einen Einsatz zu denken ist, weiß man schon länger. Schon im Trainingslager in Alicante musste bekanntlich Akademie-Goalie Felix Ebner aushelfen ...

Hinter Stammkeeper Ferdl Oswald klaffte schon länger eine Lücke, die für einen Profi-Klub fast zu groß erscheint. Jetzt muss Beccari liefern. Aber auch andere. „Die Führungsspieler müssen ihm noch mehr helfen“, fordert Köck. Der Frühjahrs-Start bei Rapid gleicht unter diesen Voraussetzungen noch mehr einer Mammutaufgabe.


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