Mercedes stellte als letztes Topteam sein neues Auto vor

Obwohl ein direkter Vergleich mit der Konkurrenz noch fehlt, zeigte sich Weltmeister Hamilton gut einen Monat vor dem Saisonstart bereits optimistisch.

Lewis Hamilton und Valtteri Bottas sollen mit dem "W11" wieder den WM-Titel einfahren.
© Mercedes-AMG Petronas Formula One Team

Silverstone – - Nach Ferrari und Red Bull hat am Freitag auch das Weltmeisterteam Mercedes sein neues Auto präsentiert, das in der am 15. März in Melbourne beginnenden Formel-1-Saison zum Einsatz kommen wird. Am Montag hatte Mercedes bereits die neue Lackierung vorgestellt, aber noch auf dem Modell 2019. Nun ließen die "Silberpfeile" mit Lewis Hamilton und Valtteri Bottas die ersten Fotos des "W11" folgen.

Obwohl ein Vergleich mit der Konkurrenz noch fehlt, zeigte sich Weltmeister Hamilton gut einen Monat vor dem Saisonstart bereits optimistisch. "Ich habe physisch und mental das Gefühl, dass ich auf einem anderen Level bin als im letzten Jahr", warnte der sechsfache Champion seine Rivalen. Mit einem weiteren WM-Titel würde der 35-jährige Brite mit Rekordweltmeister Michael Schumacher gleichziehen. Auch dessen Bestmarke von 91 GP-Siegen scheint für Hamilton (84) in Reichweite.

Hamilton ist belustigt

Hamilton amüsieren die WM-Ansprüche der Formel-1-Kronprinzen. "Ich finde es lustig", meinte der Engländer mit der Gelassenheit eines sechsmaligen Weltmeisters, als er am Freitag bei der ersten Ausfahrt des neuen Mercedes auf das "Gerede" junger Rivalen angesprochen wurde. "Ich war immer bekannt dafür, auf der Strecke Taten sprechen zu lassen." Kampfansagen seien für Hamilton "Zeichen von Schwäche".

Neben dem vierfachen Weltmeister Sebastian Vettel (32) gelten dessen Ferrari-Stallrivale Charles Leclerc und insbesondere Red-Bull-Pilot Max Verstappen (beide 22) als Titelherausforderer Hamiltons. Der Niederländer hatte dem Briten zuletzt einen harten WM-Kampf angekündigt. "Lewis ist sehr gut, er ist ganz bestimmt einer der Besten, aber er ist nicht Gott", sagte Verstappen. "Vielleicht ist Gott mit ihm, aber er ist nicht Gott."

Die Vorfreude bei den Silberpfeilen ist auch nach sechs Fahrer-und sechs Konstrukteurstiteln nacheinander groß. "Jeder ist aufgeregt, jeder scheint erfrischt und bereit für die Herausforderungen, die vor uns liegen", meinte Hamilton, der in der Winterpause abgenommen hat. "Ich habe in meinen Sitz gepasst, das ist schon mal ein guter Start", sagte er lachend. "Im vergangenen Jahr habe ich nicht wirklich in meinen Sitz gepasst." Fünf Kilogramm ist er leichter.

Der sogenannte "Shakedown" am Freitag mit dem Finnen Valtteri Bottas als erstem Piloten diente Mercedes in erster Linie für Filmaufnahmen und dazu, mögliche Defekte am erhofften nächsten Weltmeisterwagen auszumerzen. Der Tag sei der "Beginn der Reise 2020", sagte Teamchef Toto Wolff. Das Weltmeister-Team wolle in kleinen Schritten die nächsten Wochen bis zum Auftaktrennen am 15. März in Melbourne angehen. Der "nächste Meilenstein" sei dann ein solider Test in Barcelona.

Alfa Romeo präsentiert als letztes Team

Statt acht stehen den Rennställen nur noch sechs Probetage ab dem kommenden Mittwoch zur Verfügung. "Der Ansatz sieht vor, Schritt für Schritt vorzugehen", betonte Wolff. Im vergangenen Jahr schien noch Ferrari nach den ersten Tests als WM-Favorit, bekam seine Probleme mit dem Auto aber nicht in den Griff. Die erste Ausfahrt mit dem SF1000 am Mittwoch in Spanien unternimmt Vettel. Tags darauf am Vormittag ist Leclerc an der Reihe, ehe der Deutsche wieder für den Nachmittag übernimmt.

Mit dem Start der ersten Testfahrten des Jahres am kommenden Mittwoch in Montmelo bei Barcelona wird auch Alfa Romeo als letztes der zehn Teams sein neues Auto enthüllen. Das in Hinwil im Zürcher Oberland entwickelte Arbeitsgerät von Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi trägt den Namen "C39". Das "C" steht für Christiane, die Gattin des einstigen Besitzers Peter Sauber. (APA/dpa)


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