Wiener Opernball: Königin der Nacht lädt zum Abschiedsball

Als Motto ihres letzten Opernballes nächste Woche hat die scheidende Organisatorin Maria Großbauer die gefährlich-glanzvolle Figur aus der Oper "Die Zauberflöte" ausgewählt. Nicht nur sie verabschiedet sich.

Abschied nehmen heißt es sowohl von Dominique Meyer als auch Maria Großbauer.
© HERBERT NEUBAUER

Wien – Die Königin der Nacht bittet zum Abschiedsball: Als Motto ihres letzten Opernballes am 20. Februar hat die scheidende Organisatorin Maria Großbauer die gefährlich-glanzvolle Figur aus der Oper "Die Zauberflöte" ausgewählt. Auch für Staatsoperndirektor Dominique Meyer ist es angesichts seines Wechsels zur Mailänder Scala der letzte Ball. "Das Kapitel ist abgeschlossen", sagte er.

Prominente Besetzung trotz fehlendem Kanzler

Trotz prominenten Absenzen ist das offizielle Österreich ganz ordentlich am Ball vertreten. Zwar fehlt Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) wegen des EU-Budgetgipfels, doch sorgt Bundespräsident Alexander Van der Bellen als Staatsoberhaupt für höchste Repräsentanz in der Staatsoper. Zahlreiche türkise Minister bringen hochrangige Gäste aufs Parkett, und auch Grün und Rot wird man am Ball erblicken. Den prominentesten Gast hat sich die als tanzfreudig bekannte Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) geangelt, nämlich den griechischen Vizepräsidenten der EU-Kommission, Margaritis Schinas.

Richard Lugner kam nach der Absage der Skilegende Lindsey Vonn bei der Suche nach einem Opernball-Gast ganz schön ins Strudeln. Der geplante Ersatzgast war nach einer geplatzten Pressekonferenz und zähen Verhandlungen nämlich selbst dem Baumeister zuviel, wodurch die Wahl kurzfristig auf die italienische Schauspielerin Ornella Muti fiel. "Wir haben eine fixe Zusage. Aus meiner Sicht ist sie ein toller Gast", sagte Lugner.

Die Loge mit den meisten Promis dürfte eindeutig der Unternehmer Klemens Hallman besetzen. Gemeinsam mit seiner Frau, dem Model Barbara Meier, begrüßt er "Terminator"-Shootingstar Gabriel Luna, den muskelbepackten Schauspieler Ralf Moeller, die niederländische Moderatorin Sylvie Meis, das Model Franziska Knuppe und die Moderatorin Katja Burkard. "Meine Frau Barbara und ich freuen uns besonders, nach einer Pause im letzten Jahr heuer wieder mit einer Loge am Opernball dabei zu sein. Es ist das gesellschaftliche Großereignis des Jahres", meinte Hallmann.

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Gut lief es für die Staatsoper selbst, die für die Eröffnung des 64. Opernballes die Sopranistin Aida Garifullina ("Sempre libera" aus "La traviata") sowie den Startenor Piotr Beczala ("E lucevan le stelle" aus "Tosca") gewinnen konnte. Das Wiener Staatsopernorchester spielt unter der Leitung von Spitzendirigent Daniel Harding.

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Erstmals gleichgeschlechtliches Debütantenpaar

Unter den Debütanten findet sich heuer mit zwei Damen erstmals ein gleichgeschlechtliches Paar. "Wir sind nicht mehr im 19. Jahrhundert", unterstrich Staatsoperndirektor Meyer. Die Debütantinnen würden die Kleiderordnung (eine Dame ein weißes Kleid, die andere Dame einen schwarzen Frack, Anm.) und die Linkswalzer-Vorgabe respektieren. Den beiden Deutschen selbst geht es darum, "gemeinsam zu tanzen und dabei Spaß zu haben, alles andere ist für uns irrelevant", sagte die 21-jährige Sophie Grau.

Die Verantwortung für den Auftritt der Debütanten liegt zum zweiten Mal ganz in der Hand der oberösterreichische Tanzschule Santner. Nach der ersten Hebefigur bei der Eröffnung 2019 hält auch die diesjährige Choreographie eine Neuerung bereit: Erstmals werden Debütanten auch singen - und zwar den international verständlichen Text "Lalala" im Chor bei der Bauernpolka von Johann Strauß (Sohn).

Gleich zwei Abschiede und eine neue Moderatorin

Abschied nehmen heißt es sowohl von Dominique Meyer als auch Maria Großbauer. Meyer wechselt mit Ende der Saison an die Mailänder Scala, womit Großbauer, die sich vor allem dem Direktor verbunden fühlte, ebenfalls die Organisation abgab. "Es hat sich in zehn Jahren viel verändert", bilanzierte Meyer. Vor allem sei es ihm gemeinsam mit seinen Mitarbeitern gelungen, dass die Künstler des Hauses im Mittelpunkt stehen. "Der Opernball ist ein Künstlerball", freute sich der scheidende Direktor. Als Gast werde er das Society-Spektakel künftig "eher nicht" besuchen.

Großbauer wird sich bei ihrem letzten Ball musikalisch verabschieden: Um 23.55 Uhr wird die studierte Saxofonistin im Duett gemeinsam mit Nils Landgren (Posaune) und der Bernd Fröhlich Bigband im großen Saal in der Wiener Staatsoper einen Abschieds-Song spielen - gekleidet in einen Damen-Frack, wie es seitens des Opernhauses hieß. "Mit dem berühmten Duke Ellington-Jazzstandard 'In a Sentimental Mood' sage ich musikalisch Danke und Auf Wiedersehen", so die Organisatorin.

Neuerungen gibt es bei den ORF-Moderatoren: Neben Alfons Haider und Mirjam Weichselbraun ist erstmals Teresa Vogl mit dabei. Das Programm von ORF2 steht ab 20.15 Uhr im Zeichen des Society-Spektakels. (APA)

Die ORF-Moderatoren Teresa Vogl und Alfons Haider sowie Opernball-Organisatorin Maria Großbauer.
© HERBERT NEUBAUER

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