WSG-Coach Silberberger nach Schlappe bei Rapid: „Freue mich auf nächstes Jahr"

Während die Abstiegs-Konkurrenz punktete, verlor die WSG Tirol den Frühjahrsauftakt bei Rekordmeister Rapid Wien mit 0:2. Trainer Thomas Silberberger blickte dennoch auf eine „gute Auswärtsleistung“ zurück.

  • Artikel
  • Video
  • Diskussion
Nach nicht einmal einer Minute erzielte Ullmann die Führung für Rapid.
© HERBERT P. OCZERET

Aus Wien: Tobias Waidhofer

Wien – Auf die Mama war Verlass. Die Mutter von Stefan Mairhofer versüßte der WSG Tirol am Sonntag die lange Heimfahrt nach Tirol mit einem selbstgemachten Guglhupf. Der war aber logischerweise nur ein schwacher Trost für die 0:2-Niederlage bei Rapid Wien. Die WSG hatte in Hütteldorf vor 22.800 Zuschauern eine ordentliche Leistung auf den Rasen gebracht, was auch die Statistik (22 zu neun Torschüsse, neun Eckbälle) untermauerte:

Dabei hätte man gar nicht viel schlechter starten können: Nach 40 Sekunden schlug der erste Schuss Rapids im Tor von WSG-Debütant Simon Beccari ein. Gegen den humorlosen „Kracher“ ins kurze Kreuzeck von Maximilian Ullmann war kein Kraut gewachsen. „Was ich dachte? Auf gut Tirolerisch: Sch...“, meinte Trainer Silberberger nach dem Schlusspfiff in seiner gewohnt offenen Art.

Doch um die Tiroler mussten einem vorerst nicht angst und bange werden. Das Offensiv-Konzept (hohe Bälle auf Stefan Maierhofer) war schnell erklärt und hätte in der elften Minute beinahe seine Wirkung gezeigt, als Dedic nach einer Maierhofer-Verlängerung gerade noch geblockt werden konnte.

Rapid zeigte sich vor allem über rechts gefährlich – und so konnte Beccari gegen Ullmann (19./mit Mithilfe von Cabrera) und Murg seine ersten Paraden zeigen. Jene gegen Fountas in Minute 35 war dann schon großes Kino. Auf der anderen Seite setzte Dedic einen Volley nach – eh klar – Maierhofer-Verlängerung zu hoch an.

10x Wanderausrüstung zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Aber wer als krasser Außenseiter beim Rekordmeister etwas mitnehmen will, darf sich keine Eigentore schießen: So eines fabrizierte die WSG aber in Person von Ex-Rapidler Thanos Petsos, der den Ball beim Spielaufbau völlig ohne Not verlor und Fountas so das 2:0 auflegte. „Wir werden alle noch Fehler machen, wichtig ist, dass einer für den anderen da ist“, sprang Stefan Maierhofer seinem Kollegen nach dem Abpfiff gleich verbal zur Seite. Kurz zuvor hatte Christoph Knasmüllner bereits einen Freistoß ans Lattenkreuz geschlenzt.

📽 Video | Bericht von „Tirol Heute" zur WSG-Niederlage bei Rapid:

Die Tiroler konnten in der Folge („In dieser Phase haben wir das Spiel verloren“, so Trainer Silberberger) froh sein, dass es nur mit einem 0:2 in die Pause ging. In der Halbzeitpause bespielte Rapid noch einmal das Klavier der Emotionen, der Abschied von Stadionsprecher Andy Marek sollte gleich mehrmals für Gänsehaut sorgen.

Zur zweiten Halbzeit kam mit Dino Kovacec (für den schwachen Santin) ein dritter Ex-Rapidler aufs Feld. Die erste Chance in Durchgang zwei fand dann Murg vor. Doch die Tiroler waren wieder besser im Spiel und ab der 71. Minute folgten auch die Chancen: Zuerst klärte mit Soares der eigene Spieler gegen einen Maierhofer-Kopfball (71.). Nach Dedic-Hereingabe war auch der eingewechselte Flo Rieder knapp nah dran am Anschlusstreffer (80.). Der wollte aber trotz einer Riesenchance des aufgerückten Cabrera (89.) sowie eines Rieder-Schlenzers (92.) nicht gelingen. Trotzdem ließ Silberberger mit einer Ansage aufhorchen: „Ich freue mich schon, nächstes Jahr wieder hier zu spielen. Und ihr wisst, was das heißt.“ Nämlich den Klassenerhalt.


Kommentieren


Schlagworte