Studie ergab: Selbst bei 10.000 Schritten pro Tag kein Gewichtsverlust

Laut Wissenschaftern gibt es keine bestimmte Schrittanzahl, die eine Gewichtszunahme verhindert. Viele Schritte haben jedoch positive Auswirkungen auf die Aktivitätsmuster, was emotionale und gesundheitliche Vorteile bringen kann.

Symbolfoto.
© FREDERIC J. BROWN

Provo – Seit Jahren gelten 10.000 Schritte pro Tag als der Goldstandard zur Verbesserung der Gesundheit. Auch von 7500 Schritten ist in einigen Studien die Rede. Eine neues Forschungsergebnis sorgt nun aber für Aufsehen: Laut Wissenschaftern der amerikanischen Brigham Young University gibt es keine bestimmte Schrittanzahl, die eine Gewichtszunahme verhindert.

Die Forscher haben 120 Studienanfänger bei ihren ersten sechs Monaten an der Universität begleitet. Die Teilnehmer gingen entweder 10.000, 12.500 oder 15.000 Schritte pro Tag. Dieses Experiment wurde 24 Wochen lang an sechs Tagen pro Woche durchgeführt. Dabei wurden Kalorienaufnahme und Gewicht dokumentiert.

Zu überprüfen war, ob ein schrittweises Überschreiten der empfohlenen Schrittzahl um je 25 Prozent die Gewichts- und Fettzunahme verringert. Letztlich spielte es keine Rolle, ob die Studenten sogar mehr als 15.000 Schritte machten, denn sie nahmen trotzdem zu. Die Gewichtszunahme bei den Studienteilnehmern lag innerhalb der Laufzeit bei rund 1,5 Kilogramm. Eine Gewichtszunahme zwischen ein und vier Kilogramm ist laut früheren Untersuchungen im ersten Studienjahr üblich.

Positive Auswirkungen auf allgemeine Gesundheit

Die Studienteilnehmer trugen sechs Wochen lang 24 Stunden pro Tag einen Schrittzähler. Vor der Studie machten sie rund 9600 Schritte. Am Ende der Studie machten die Studenten der ersten Gruppe durchschnittlich 11.066 Schritte, die der zweiten durchschnittlich 13.638 und die der dritten 14.557.

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Obwohl das Gewicht durch die erhöhte Schrittanzahl nicht beeinflusst wurde, gab es positive Auswirkungen auf die Aktivitätsmuster, was andere emotionale und gesundheitliche Vorteile bringen kann. Ein positives, wenn auch erwartbares Ergebnis war, dass sich die sitzend verbrachte Zeit bei den Gruppen mit 12.500 und 15.000 Schritten deutlich verringerte. Bei der letzteren Gruppe verringerte sich diese Zeit um 77 Minuten pro Tag. (pte, TT.com)

Woher die magische 10.000-Schritte-Grenze wirklich kommt

10.000 Schritte pro Tag – sogar die WHO hat die Empfehlung ausgegeben. Dabei begann alles als Werbegag fast 60 Jahren: Als 1964 die Olympischen Spiele in Tokio stattfanden, nutzte die Firma Yamasa die Begeisterung geschickt aus. Sie brachte den ersten Schrittezähler zum Mitnehmen auf den Markt. Der trug den Namen "Manpo-kei". Das bedeutet übersetzt so viel wie "der 10.000-Schritte-Zähler".

Mit dem Namen lag die Marketing-Strategie auf der Hand: Wer mindestens 10.000 Mal am Tag einen Fuß vor den anderen setzt, bleibt fit und gesund. Studien dazu gab es keine – und trotzdem setzte sich die magische Schritt-Grenze im Laufe der Zeit auf der ganzen Welt durch.


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