Forscher entwickelten „smarten“ Verband für chronische Wunden

Ein intelligenter und kabellos programmierbarer Verband soll dabei helfen, chronische Wunden zu schließen – und zwar ganz ohne Patientenkontakt. Über winzige Nadeln werden die richtigen Medikamente in der richtigen Dosierung verabreicht.

Ein Prototyp des intelligenten Verbandes.
© unl.edu

Lincoln, Storrs – Chronische Wunden infolge von Diabetes sind der Hauptgrund für Amputationen. Um dieses Risiko zu mindern, hat ein Team um Forscher der University of Nebraska-Lincoln einen intelligenten Verband entwickelt, der eine bessere Behandlung chronischer Wunden unabhängig von deren Ursache verspricht. Über winzige Nadeln werden die richtigen Medikamente in der richtigen Dosierung verabreicht – und zwar in der Phase der Wundheilung und ohne Patientenkontakt. Das Pflegepersonal kann den Verband kabellos programmieren und so die Medikamentengabe steuern.

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„Das ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung fortschrittlicher Verbände, die die Heilung schwer zu behandelnder Wunden erleichtern. Der Verband muss nicht ständig gewechselt werden“, sagt Ali Tamayol, Professor am Fachbereich Biomedizintechnik der University of Connecticut. Bei Tests an diabetischen Mäusen hat das Team, dem auch Forscher der Harvard Medical School angehören, festgestellt, dass es mit der Technologie zur deutlich besseren Schließung chronischer Wunden ohne Narbenbildung kommt.

Beim Menschen gilt eine Wunde als chronisch, wenn sie trotz Behandlung über einen mehrwöchigen Zeitraum nicht abheilt. Eine Studie der Forschungsgruppe Primärmedizinische Versorgung der Universität Köln aus dem Jahr 2016 geht davon aus, dass es allein in Deutschland knapp 900.000 Betroffene gibt. Die gängigsten Ursachen für chronische Wunden sind Venenerkrankungen, Wundliegen sowie Diabetes. Die Auswirkungen sind für Patienten oft verheerend. Speziell der diabetische Fuß gilt als häufigster Grund für nicht-unfallbedingte Amputationen. (pte, TT.com)


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