Tirol soll Vorreiter bei digitaler Verwaltung werden

Die Tiroler Landesregierung hat am Dienstag in ihrer Regierungssitzung eine eigene Digitalisierungsstrategie beschlossen. Dazu wurden sechs Grundsatzprinzipien definiert.

Symbolfoto
© APA

Innsbruck – In ihrem Regierungsprogramm 2018–2023 hat sich die schwarz-grüne Koalition zum Ziel gesetzt, Tirol als Vorreiterland in Sachen digitale Verfahrensabwicklung und E-Government weiterzuentwickeln. Auf der Basis dieser Willenserklärung hat die Landesregierung am Dienstag eine eigene eigene Digitalisierungsstrategie beschlossen.

„Die Digitalisierung der Tiroler Landesverwaltung soll nun das gemeinsame Dach bilden, das über bisher schon umgesetzte Maßnahmen gebaut wird und den Rahmen für die künftige Umsetzung der Vorgaben im Regierungsprogramm bildet“, erklärte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) in einer Aussendung am Dienstag. Künftig sollen möglichst alle Leistungen der Tiroler Landesverwaltung digital entwickelt und angeboten werden, so Platter.

„Im Sinne der Inklusion ist es uns dabei besonders wichtig, dass die digitale Barrierefreiheit gewährleistet bleibt. Menschen, die nicht in der Lage sind, digitale Angebote zu nutzen, sollen weiterhin entsprechende Ansprechstellen vorfinden“, erklärt LHStv. Ingrid Felipe (Grüne).

Sechs Grundprinzipien zur Digitalisierung in Tirol

Kern der neuen Digitalisierungsstrategie sollen sechs Grundprinzipien sein, die den Bürgern sowie Unternehmen und den Mitarbeitern in der Verwaltung eine benutzerfreundliche und strukturierte digitale Information, Kommunikation und Interaktion mit der Landesverwaltung zu ermöglichen.

Standardmäßig digital: Leistungen der Verwaltung sollen digital angeboten werden

Einmalige Erfassung: Personenbezogene Basisinformationen sollen von Bürgern nur einmal bekannt gegeben werden müssen

Inklusion und Barrierefreiheit: Digitalisierung muss den unterschiedlichen Bedürfnissen – etwa von Menschen mit Behinderung oder von älteren Menschen – gerecht werden

Ganzheitliche Serviceorientierung: Kooperationen und Nutzen von Angeboten der Systempartner wie etwa im Bereich „digitales Amt“ des Bundes

Innovation und neue Technologien: Umgang mit neuen Technologien als Chance begreifen, aber auch kritisch hinterfragen

Digitalisierung und Personalentwicklung: Digitalisierung soll keine Dienstverhältnisse der Verwaltung , sondern Chancen eröffnen, sich weiterzuentwickeln.

112 Online-Formulare für Förderansuchen verfügbar

Das Land Tirol bietet derzeit 112 öffentlich zugängliche Online-Formulare für Förderansuchen aus 13 verschiedenen Bereichen an, darunter Bauen und Wohnen, Sport und Freizeit, Wirtschaft und Tourismus sowie Arbeit, Verkehr und Technik. So kann unter anderem die Mietzinsbeihilfe online beantragt werden. 2019 wurden rund 86.000 Online-Formulare eingebracht.

"Seit über einem Jahr wird zudem der Großteil der Vergabeverfahren des Landes für öffentliche Aufträge elektronisch abgewickelt“, erläuterte Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (ÖVP). Die Digitalisierungsstrategie ergänze außerdem die Initiative digital.tirol, bei der seit 2018 alle möglichen Informationen zu Digitalisierungsvorhaben von Unternehmen gebündelt werden.

40.000 Personen nutzen Land Tirol App

Teil der Digitalisierungsmaßnahmen des Landes ist auch die im November 2019 neu angebotene und laufend aktualisierte Land Tirol App, die laut Aussendung bisher von rund 40.000 Personen auf ihrem Handy installiert wurde.

Die App-Nutzer bekommen Informationen über gesperrte Straßen, relevante Naturereignisse und sonstige wichtige Ereignisse durch Push-Nachrichten direkt aufs Smartphone und können die 130 Verkehrswebcams des Landesstraßennetzes – etwa der Fernpassstraße oder der Zillertalstraße – und zukünftig zwei Webcams der Felbertauernstraßen AG rasch abrufen. (TT.com)


Kommentieren


Schlagworte