Mogli fummelt im Dschummelbuch: Das war die siebte „Bachelor“-Folge

Die verflixte siebte Woche hat es in sich: Basti geht trotz Kuss-Verbots weiter auf Mundaufriss – zwischen lüsternem Couchgeflüster bei den Ladys zu Hause beschwört er sich selbst zum Schmutzengel mit fettem Highlügenschein herauf. Und erkrankt bei Diana kurzerhand an Balzheimer. Eine TV-Kritik.

„Doggystyle“ à la Basti: Der Würgereflex ist beim Schwanenfeind angeboren.
© TVNOW

Von Tamara Stocker

Innsbruck – Wir beginnen Woche sieben mit einer Schleckensmeldung: Desirée ist immer noch ungeküsst. Ich wiederhole: Desirée. Ist. Immer. Noch. Ungeküsst. DAS IST KEINE ÜBUNG! Ist beim „Bachelor“ jetzt etwa plötzlich der Schlundrian eingekehrt?

+++ GEILMELDUNG +++ Nope, Fehlalarm. Weder lässt Basti uns im Stich noch sich einen Stich entgehen und stellt daher auch zwei Folgen vor dem Finale seine Tiefschlündigkeit unter Beweis. Soweit also alles beim Alten; außer, dass die diesjährige Siegerin nicht Jenny heißen wird. Die letzten zwei von ursprünglich 3283 hat der Rosenboss nämlich vergangene Woche entlassen – somit wurde der Jennysierung des RTL-Abendlandes ein Ende gesetzt. Zumindest vorübergehend, denn der Sender hat die Wegwerfwaren im Sinne der Umweltschonung für weitere Programmformate recycelt:

  • Die Superjenny
  • Jennys in Paradise
  • Gute Jennys, schlechte Jennys
  • Bauer sucht Jenny
  • Schwiegerjenny gesucht
  • Einsatz in 4 Jennys
  • Ich bin eine Jenny, holt mich hier raus
  • Jennytausch

Schon wieder die Pool-Position

Das ist dem Basti aber alles wurscht, denn der hat gerade ganz andere Probleme: Dem schwanenwürgenden Ex-Knasti flattert nämlich die nächste Vorladung ins Haus. Vier um genau zu sein. Der Begehrungshelfer inspiziert in dieser Woche nämlich die heimischen Liebeshöhlen der Übriggebliebenen. Im „Bachelor“-Sprech nennt man soetwas „Home-Date“, ich nenne es: Scheiße, jetzt muss ich die notgeile Hohlfritte doch ernsthaft meinen Eltern vorstellen.

Wasser ist die neue Wolldecke beim „Bachelor“.
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Aber bevor es soweit ist, wird es beim letzten Gruppendate nochmal poolitisch. Der Mundeskanzler lockt die russische Pooligarchennichte Diana mit den Worten „Hast du kurz Zeit?" in den feuchten Hinterhalt seiner freshen Finca – und ich wünschte, sie hätte auf diese selten dumme Frage einfach mit „Nö du, ich sauf' hier grad lieber schön eine Flasche Rum als mit dir Flasche rumzumachen“ geantwortet.

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Aber natürlich geht sie mit und ich tröste mich mit dem Gedanken, dass die zurückgelassene Rumflasche und Basti immerhin was gemeinsam haben: Sie sind beide vom Hals aufwärts leer. Und dass der Kusswaffennarr beim Stichwort Hals auch gleich zusticht, ist auch klar – außerdem muss er Diana mundtot machen, weil die ununterbrochen kichert wie eine Zwölfjährige im Sexualkundeunterricht. Und wahrscheinlich hat sie wirklich gerade seine Unterwasserpistole zu spüren bekommen. Oder er hat gefurzt. Beim versteckten Rumgelecke in vier Metern Entfernung zu den drei cocktailschlürfenden Mitstreiterinnen ist Diana laut Basti jedenfalls „auch fast ganz entspannt“.

Cherry, cherry Lady

Im Gegensatz zu Dianas Zunge kommen dem Basti eingelegte Kirschen nicht in die Mundtüte. „Die mag ich nicht“, lässt er Natali mit ohne E wissen und fordert sie zum Mitkommen für das nächste Einzelverhör auf: „Komm her du eingelegte Kirsche!“ Hat er sie etwa gerade gedisst? Dass mit ihm sogar eng umschlungen in der Hängematte nicht gut Kirschenessen ist, beweist der anschließende Dialog aus der Hölle:

Und während Natali mit ohne E den interviewenden RTL-Redakteur wissen lässt, dass sie sich ja „sooo gerne mit dem Basti unterhält“, kommt diesem die Untertreibung des Jahrtausends über die ausnahmsweise geschlossenen Lippen: „Also wir haben sowas Stotterndes zwischen uns.“ Mir fehlt der Zusatz: Und was gewaltig Unangenehmes, in etwa so anziehend wie ein Bosnastand am Veganerkongress. Die schwermütige Schweigsamkeit beendet die Hängemätresse mit den Worten „Ich würd' echt mal gern so in deinen Kopf gucken“ und ich bezweifle inständig, dass sie da fündig wird.

Nach dieser Peinlichkeitsorgie ist es wenig verwunderlich, dass Natali mit ohne E vor den Home-Dates zum Kirschenaustritt gezwungen wird. In der bachelor'schen Geh-heimsprache heißt das: „Natali, zwischen uns lag vom letzten Rumgelecke immer noch ein Zungenknoten, den konnten wir anfangen zu lösen, aber ich schick' dich trotzdem nach Hause, weil ich noch nicht dazu gekommen bin, der Desiree meinen Lecklappen in den Hals zu stecken.

Natali und Basti in trauter Schweigsamkeit.
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Dass Natali mit ohne E gerade jetzt rausfliegt, ist eigentlich der Jackpot: Geilen Gratis-Urlaub in Mexiko kassiert, sieben Wochen Happy Hour – und dass du dir jetzt die Blöße ersparst, diesen Vollhonk deiner Familie aufzuhalsen, ist doch die eingelegte Kirsche auf der Torte. Und nach zehn Staffeln hoffe ich, dass irgendein Elternteil mal Tacheles redet und sagt: „BIST DU VERRÜCKT, WAS WILLST DU MIT DEM TYPEN, RENN ODER DU WIRST ENTERBT.“ ❤️

Basti, das Sofaultier

Der nunmehrige Indoorgermane startet seine Deutschlandtour bei Diana, wo er von Mama Tatjana (laut Basti „ne ganz Gute“) gleich durchleuchtet wird: „Wenn sie immer noch dabei ist, muss bei dir ja auch alles stimmen.“ Wow. Diese Menschenkenntnis beeindruckt mich fast so wie Bastis vorgegaukelte Selbstkenntnis „nicht konservativ“ zu sein. Wie bitte? Was ist er denn dann? Lipperal? Getoppt wird das alles nur noch von seiner einwandfrei formulierten Antwort auf die „lustige Frage“ (sic!), ob er denn vorhabe, nach der Sendung noch mit den Ladys in Kontakt zu bleiben: „Sie wollen jetzt wissen, ob ich generell noch Freunde habe als weibliches Geschlecht?“

Diana findet einfach nicht die richtige Stellung.
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Bei so viel Autschsprache hilft eigentlich nur noch eines: Flucht. Und diese führt geradewegs auf die Couch, wo Basti Diana lippentechnisch links liegen lässt. Ja, ich kann auch nicht glauben, was ich da sehe, aber scheinbar nimmt er das von ihr auferlegte Kuss-Verbot ein wenig zu wörtlich. Das rollige Rosenraubtier robbt sich richtig ran und liegt irgendwann derart unkomfortabel und verkrampft neben ihm wie ich, wenn ich mir beim Netflix & Chill mit meinem Crush einen Furz verkneife. „Ja, wie lange dauert das jetzt hier noch?“, plagt sie schön langsam die Zungeduld – und weißt du was, Diana? Das frage ich mich seit der ersten Folge.

Aber Basti bleibt eine müde Sitzzecke und entwickelt plötzlich sowas wie Prinzipien: „Ich hab‘ Diana sehr bewusst nicht geküsst, ich find’ das ist so ne Respektsache der Mum gegenüber, dass ich hier nicht auf der Couch knutschen anfange.“ Okay, warte. R... re... Respe-WAS? Wo kommt der denn auf einmal her? Herpes-Herzog in Mexiko und frommer Froschkönig in Bergisch-Gladbach? Ich glaub, es hakt.

„Bachelor“-Folge verpasst?

🌹 TV-Kritik zur ersten Folge: Mit Schirm und Charme zur Schamparade

🌹 TV-Kritik zur zweiten Folge: Lästerlust, Lippenfrust und Denkverlust

🌹 TV-Kritik zur dritten Folge: Knutschen und kotzen im Keif-Kollektiv

🌹 TV-Kritik zur vierten Folge: Ein Nesquickie und viel Voodoo-Kack(ao)

🌹 TV-Kritik zur fünften Folge: Vom Schmusi zum Schmollchi

🌹 TV-Kritik zur sechsten Folge: Gieriges Brunstschwimmen im Girlpool

Eltern auf der Flucht

Wahrscheinlich hatte Diana einfach übelst Mundgeruch, weil auf dem Sofa von Wioletas Tante knistert das Laberfeuer eher weniger – im Beisein ihres Chihuahuas doggt Basti gleich bei ihr an und stopft ihr sein Leckerli in den Mund. Prinzipien? Pfah! Wer braucht die schon. Es dauert nicht lange, da läuft Wio schon auf Paarflamme und klagt: „Mir ist so heiß.“ Glutachter Basti hat zum Glück eine Löschung parat: „Zieh dich halt aus!“ Wow. Das ist mindestens so erotisch wie der Gedanke daran, an einem Kaktus rumzulutschen.

Schwäne würgen ist eine Sache. Aber dass jetzt auch noch der Hund im Ofen landet, geht zu weit.
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Und während der „Bachelor“ langsam Gefallen an fremden Sofas findet, schämt sich Wio umso mehr: „Ich weiß nicht, ob meine Tante mir das jemals verzeihen kann. Die bringt mich um. Es tut mir so leid.“ Couchsurfer Basti nimmt die weinerliche Wio reflexartig in den Würgegriff und spendet wie immer die richtigen Trostworte: „Alles gut, die wird stolz auf dich sein.“ Ja, bestimmt genauso stolz wie Wios Eltern, die sich in ihrer Wohnung nebenan (!) verschanzen, weil die keinen Bock auf den ganzen TV-Zirkus und erst Recht nicht auf den durchmuskulierten Denkgegner haben. Was sind das bloß für normale, sympathische Menschen? ❤️

Desis Eltern mögen's schlicht.
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Selbiges gilt für Desirées Eltern, die gleich direkt nach Australien geflüchtet sind, wo sie den Basti praktischerweise gleich fürs Dschungelcamp anmelden können. Vor ihrer Abreise haben sie das Wohnzimmer aber noch vorsorglich zur knutschfreien Zone erklärt – anders kann ich mir dieses XXL-Porträt der beiden, das über dem Sofa hängt, jedenfalls nicht erklären.

Aufstieg in die Championslüg

Dafür will Desirées Brudi Dominik sie umso mehr an den Mann bringen. Mit der Optik eines rappenden Versicherungsvertreters aus den 90ern lässt er Basti wissen: „Du wärsch dumm, wennse net nehmen würdsch.“ Ok, gut. Also ist und bleibt er wohl dumm. Aber so leicht will er es dem „Bachelor“ auch nicht machen: „Jetzt erzähl mol Sebaschtian, was hasch du für Leichen im Keller?“ SPRECHT DIESEN MANN HEILIG!

Desirées Bruder beweist im Kreuzverhör den richtigen Riecher.
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Basti hat sich indes selbst scheinheilig gesprochen, lacht etwas bedeppert und stammelt: „Ich für Leichen? Ähä ich würd' sagen keine. Ich steh zu allem grade.“ Wie bitte? Dieser Highlügenschein leuchtet so penetrant ekelhaft, ich bekomm' echt gleich Augenkrebs. Bevor Mogli seine Märchen aus dem Dschummelbuch noch lügalisiert, helfe ich ihm ein bisschen auf die Sprünge:

Bastis Leichen im Keller:

  • saß wegen Körperverletzung im Knast
  • 18-fach vorbestraft
  • Platzverbot am Schweizer Platz
  • hat einen Ossi mit nem Schwan verprügelt
  • und mit einem Holzkohlegrill nach ihm geworfen
  • Linda-Gate
  • sagt statt Hyaluron „Hürelohn“
  • bildet Sätze wie „Die Einzigste, die wo ...“
  • kann generell kein richtiges Deutsch

Und mit diesem Vorstrafenregister dürfte es auch schwierig werden, ein Kind zu adoptieren. Das würde der gute Basti nämlich gerne tun, weil „es gibt so viele Kinder im Waisenhaus, die wo ...“ – ok sorry Leute, da bin ich dann ausgestiegen. Ich kann nicht mehr. Und natürlich hat er dieses Thema nur rein zuuuufällig angesprochen, weil Desi rein zuuuufällg adoptiert ist. Mensch, RTL. Nehmt euch doch ein Beispiel an Basti und gebt euch wenigstens beim Verarschen mehr Mühe.

Dass er darin nämlich auch Weltmeister ist, beweist er beim Homedate mit der 23-jährigen Leah, wo wir gleich mal lernen, dass Basti „gleichaltrig“ blöd fände. Funfact: Er ist 29. Wioleta 28. Desi 27. Und blöd findet er außerdem, dass die Jungspündin so „verbastelt“ ist. Die Brustationsgrenze ist zwar noch nicht erreicht („gemachte Brüste sind okay“), „aber sich was ins Gesicht spritzen lassen ist too much, das möchte ich nicht bei meinem Partner.“ Oh cool, dass ihm das erst nach neun Liter Speichelaustausch einfällt. Nach sieben Wochen. Wow. Aber hey, zum Rumlecken reicht's immer noch, darum bemundet er in Leahs Wohnzimmer auch gleich sein Indooresse und wickelt sie im Mundumdrehen um sein Gaumenglied.

Der „Bondchelor“ mag's schmutzig

Die beiden züngeln sich derart in Schleckstase, dass wohl nur das anwesende siebenköpfige Kamerateam Schlimmeres verhindert. Wobei, gibt es etwas Schlimmeres als DAS????: „Es kommt schon mal vor, dass ich auch schmutzig bin. Aber ich steh drauf, ich mag schmutzig“, versucht sich der Schmutzpatron dieser Sendung im Witzereißen über seine Alltagskleidung. Und der Schmutz, der mich jetzt umgibt, nennt sich Kotze. Anstatt ernsthaft über eine Schmutzimpfung nachzudenken, fummelt sich Leah lieber liebkosend durchs Beschmutzerhandbuch dieses Nichtsputzes, oder wie sie ihn nennt: „Süßer Bub.“

Die mündliche Prüfung hat die volllippige Silikonbusenfreundin aber dennoch nicht bestanden, denn von Basti gibt es keine blumige Einladung in die Top drei. Dabei hat er doch vor zwei Minuten noch gesagt, dass er „gerne noch mehr Zeit mit ihr spenden möchte.“ Also ich würde ihm ja liebend gerne einen Duden spenden. Um peinliche Wortspenden ist Basti jedenfalls auch nicht verlegen, der in dieser Nacht der Rosen als Doppelnull-Agent – der „Bondchelor“ – inszeniert wird und im Mietwagen angerast kommt, um dann am (ich vermute) Lidl-Parkplatz seinen drei Dreamdate-Auserwählten zu gratulieren: „Echt Mega-Respekt an euch, dass ihr das alles durchgestanden hab, dass ihr heute noch hier seid für mich.“ Gern geschehen. Ich kann's auch kaum glauben.


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