Wiener Opernball mit musikalischem Abschied und glücklichem Lugner

Zum letzten Mal ist am Donnerstagabend der Wiener Opernball unter der Organisation von Maria Großbauer und Staatsoperndirektor Dominique Meyer über die Bühne gegangen. Der Ball war einmal mehr bis auf den letzten Platz ausverkauft. Richard Lugner strahlte mit seinem „sehr unkomplizierten und wirklich sehr netten" Star Ornella Muti.

Die Logen waren voll.
© APA/Neubauer

Mit einem gediegenen „Ball der Künstler" hat sich Organisatorin Maria Großbauer am Donnerstagabend von den Gästen des Wiener Opernballes verabschiedet. Als Motto wählte sie die Königin der Nacht aus der Mozart-Oper „Die Zauberflöte, die dunkle Figur zog sich auch wie ein roter Faden durch das Haus. Es gab auch eine Premiere: erstmals sangen die Debütanten – und zwar das internationale „Lalala".

An der Spitze des offiziellen Österreichs war Bundespräsident Alexander Van der Bellen in die Oper gekommen. "Die Eröffnung war großartig, die Choreografie war perfekt, die Debütanten schön und diszipliniert", sagte das Staatsoberhaupt der APA. „Es gibt jedes Jahr etwas neues, letztes Jahr die Hebefigur, heuer haben die Debütanten gesungen", freute sich Ehefrau Doris Schmidauer. In der Loge des Bundespräsidenten gab es am Donnerstagabend regen Andrang. „Wir freuen uns, dass uns so viele Leute besuchen", sagte Schmidauer.

Doris Schmidauer und Bundespräsident Alexander Van der Bellen.
© APA

Vor allem türkise Minister waren am Ball stark vertreten. In der Loge von Wirtschaftsminister Gernot Blümel war etwa den ehemaligen Life Ball-Organisator Gery Keszler zu Gast. Die prominenteste Begleitung hatte sich die als tanzfreudig bekannte Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) geangelt, nämlich den griechischen Vizepräsidenten der EU-Kommission, Margaritis Schinas. Die höchste Vertreterin der Grünen war Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek, die die Künstler auf dem Ball im Vordergrund sah. Auch der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) besuchte den Ball.

Eröffnung im Zeichen der Königin der Nacht

Die Eröffnung stand ganz im Zeichen der Königin der Nacht. Nach dem Einzug der 144 Debütanten-Paaren – darunter erstmals ein gleichgeschlechtliches weibliches Paar – verdunkelte sich der Ballsaal während der Eröffnung kurzfristig zum Nachtgarten der dunklen Märchenfigur. Beleuchtet wurde der Garten von sternförmigen Logengestecken im großen Ballsaal, in die insgesamt 15.000 Lämpchen eingearbeitet wurden. Auch die Blumensträuße der Debütanten waren mit kleinen Leuchten ausgestattet. Umrahmt wurde das Schauspiel von zwei ausladenden leuchtenden Mond-Skulpturen der Bühnenbildnerin Agnes Hasun.

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Die Eröffnung

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Das Jungdamen- und Jungherrenkomitee marschierte ein.

© HELMUT FOHRINGER

© ROLAND SCHLAGER

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Unter der musikalischen Leitung von James Conlon, der für den verhinderten Daniel Harding einsprang, ging es dann mit der Ouvertüre aus der Mozart-Oper weiter. „Ich freue mich, helfen zu können", sagte Conlon der APA. Viel Zeit hatte Conlon aber nicht, da er am nächsten Tag schon wieder zu einer Aufführung nach Rom eilen musste.

Viel Applaus für Starsänger Garifullina und Beczala

Viel Applaus gab es für die Starsänger Aida Garifullina und Piotr Beczala: Beczala sang am Ball die Arie „E Lucevan Le Stelle" aus der Oper „Tosca", mit der er in der vergangenen Saison in Staatsoper umjubelt debütiert hat. Danach warf er sich mit seiner Frau ins Ballgetümmel. „Der Ball ist in Österreich verglichen an den Zuseherzahlen größer als der Super Bowl", meinte er zur APA. Die Sopranistin Garifullina gab „Sempre libera" aus „La traviata" zum Besten.

Starsängerin Aida Garifullina während der Eröffnung.
© APA/Fohringer

Bevor der Ballsaal mit einem gemeinsamen „Alles Walzer"-Ruf freigegeben wurde, zeigten die Debütanten noch ihre fleißig einstudierte Eröffnungschoreografie - samt der textlich machbaren „Lalalala"-Gesangseinlage bei der Bauernpolka von Johann Strauß. Dies absolvierten sie bravourös und bekamen den verdienten Applaus der Ballgäste sowie großes Lob von der Ballorganisatorin Großbauer. Der geheime Wunsch von Großbauer, dass die Besucher in das „Lalalala" mit einstimmen, erfüllte sich aber nicht.

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Großbauer verabschiedete sich musikalisch

Opernballorganisatorin Maria Großbauer am Saxofon.
© APA/Fohringer

Abschied nehmen hieß es sowohl von Dominique Meyer als auch Maria Großbauer. Meyer wechselt mit Ende der Saison an die Mailänder Scala, womit Großbauer, die sich vor allem dem Direktor verbunden fühlte, ebenfalls die Organisation abgab. Großbauer verabschiedete sich musikalisch: Die studierte Saxofonistin spielte im Duett gemeinsam mit Nils Landgren (Posaune) und der Bernd Fröhlich Bigband im großen Saal in der Wiener Staatsoper einen Abschieds-Song – gekleidet in einen Damen-Frack. „Mit dem berühmten Duke Ellington-Jazzstandard 'In a Sentimental Mood' sage ich musikalisch Danke und Auf Wiedersehen", so die Organisatorin.

Stark vertreten waren die Künstler: Neben dem zahlreich erschienenen Opern-Ensemble tanzten unter anderen auch Nicholas Ofczarek, Cornelius Obonya, Maria Happel, Nina Proll – die auch einen Auftritt als Sängerin am Ball hatte – Gregor Bloeb, Stefan Ruzowitzky, Christian Ludwig Attersee, Florian Teichtmeister und Sunnyi Melles an. „Rummel in einer gewissen Dosis ist nett", meinte der Oscar-Preisträger Ruzowitzky („Die Fälscher"). „Zumindest ein paar Mal im Jahr", lautete sein Zusatz.

Lugner glücklich mit Ornella Muti

Die großen Promis abseits des hehren Kulturbetriebes sind am Opernball von privaten Gästen gebracht worden. Richard Lugner nahm eine stets strahlende Ornella Muti mit auf das Fest. In der Loge des Unternehmers Klemens Hallmann und seiner Frau, dem Model Barbara Meier, nahmen „Terminator"-Shootingstar Gabriel Luna sowie der muskelbepackte Schauspieler und Opernball-Debütant Ralf Moeller Platz.

Lugner konnte seinen Gast gar nicht hoch genug in den Himmel loben. "Sie ist einfach super, wunderbar - und sie macht alles, was man ihr sagt", schwärmte der Baumeister. Sie spiele sogar in einer Lage mit Lieblingsgast Sophia Loren.

Baumeister Richard Lugner bei einem Tanz mit der italienischen Schauspielerin Ornella Muti. Als Dank gab's ein Bussi.
© APA/Fohringer

Tatsächlich schien die italienische Schauspielerin so etwas wie Gefallen an ihrem Auftritt gefunden zu haben. In der Loge schickte sie ihren Kindern via Handy Videos von der Eröffnung bis sich der Akku verabschiedete und selbst den obligaten Rummel in den engen Gängen der Oper nahm sie gelassen hin. „Es ist wie in einem Märchen", schwärmte die Schauspielerin sogar. Zu guter Letzt tanzte Muti sogar noch mit ihrem Gastgeber, der sich mit einem Kuss auf die Wange bedankte.

Hollmann-Gast Luna war zwar das erste Mal am Opernball, aber das zweite Mal in Wien. „Ich liebe diese Stadt", sagte er der APA. „Wien ist so schön." Bei den Dreharbeiten zum „Terminator", die zum Teil in Ungarn stattfanden, reiste Luna mit seiner Frau Smaranda mit dem Zug nach Wien und sah sich die Stadt an. "Ich war sehr begeistert von der Architektur", sagte er.

Auch heute war Smaranda dabei. „Wir sind in der Früh angereist und waren heute im Schmetterlingshaus", schilderte Luna. Auf dem Opernball wollte der in Texas geborene Schauspieler unbedingt tanzen. „Mir wurde geraten, länger zu warten, bis sich die Tanzfläche etwas leert."

Ralf Moeller schien sich gut zu unterhalten.
© HELMUT FOHRINGER

„Gladiator"-Darsteller Ralf Moeller outete sich als Opernball-Debütant. „Ich freue mich, dass ich damit endlich etwas meinem Freund Arnold Schwarzenegger voraus habe, der ja noch nie hier war", sagte Moeller. „Ich finde es heute sehr besonders, immerhin werden hier junge Menschen traditionell in die Gesellschaft eingeführt."

Noch eine Premiere: Moeller trägt nach eigenen Angaben zum ersten Mal Frack. „Ich brauchte beim Anziehen etwas Hilfe, finde es aber erstaunlich bequem", sagte der Schauspieler und ehemalige Mr. Universum. (APA)


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