Gold für Frankreich, ÖSV-Staffel schoss deutlich an Medaille vorbei

Beim Sieg der Franzosen, die sich vor Top-Favorit Norwegen und Deutschland durchsetzten, belegten Dominik Landertinger und Co. Platz sechs.

Martin Fourcade und seine französische Staffel waren nicht nur am Schießstand die Nummer eins.
© TIZIANA FABI

Antholz – Frankreichs Herren erstmals seit 2001 und Norwegens Damen als Titelverteidigerinnen haben sich am Samstag bei der Biathlon-WM in Antholz Gold in den Staffelrennen gesichert. Die ÖSV-Teams vermochten ihr Potenzial nicht auszuschöpfen. Die Herren um den Einzel-WM-Dritten Dominik Landertinger wurden Sechste, die Damen mussten sich mit dem zwölften Rang begnügen.

Im Herren-Rennen fanden sich die Österreicher nach Felix Leitner (vier Nachlader) und Simon Eder (zwei) als Vierte noch im Rennen um die angepeilte Medaille. „Ich fühle mich läuferisch brutal gut, nach den Fehlern habe ich nur noch rot gesehen und bin auf Angriff gegangen“, sagte Leitner und lief auf der Schlussrunde eine Topzeit. Eder sprach von „mangelndem Fluss“ beim Schießen, auf der Strecke habe er sich aber „super gefühlt“.

Julian Eberhard erwischte im Stehend-Anschlag einen schwarzen Tag, er musste nach dreimaligem Nachladen noch zwei Strafrunden drehen und übergab nur als Siebenter, mehr als zwei Minuten hinter dem Bronzerang. „Es gelingt mir derzeit nicht, mein Potenzial abzurufen, zur Zeit läuft es nicht. Das ist bitter für die Mannschaft“, erklärte der Salzburger. Für den Massenstart am Sonntag glaubt er aber noch nicht alles verloren. „Ich muss den Kopf hoch halten, es kann schnell nach oben gehen.“

Frankreich und Deutschland lieferten auf den ersten drei Abschnitten einen Paarlauf an der Spitze, Schlussmann Benedikt Doll verlor mit einer Strafrunde und sechs Nachladern aber den Anschluss. Quentin Fillion Maillet brachte den Titel ins Trockene, Doll (+36,2) musste auch den Norweger Johannes Thingnes Bö (+21,5) passieren lassen. Landertinger kam nach nur einem Nachlader als Sechster ins Ziel (2:28,5 Min.), wollte Eberhard aber keinen Vorwurf machen. „Wir ziehen es gemeinsam durch.“

Russland mit Schlussmann Alexander Loginow, dessen Hotelzimmer am frühen Morgen von italienischen Carabinieri durchsucht worden war (Telefon und Computer wurden wegen Dopingverdachts beschlagnahmt), belegte mit deutlichem Abstand den vierten Rang (1:44,7).

Biathlon-WM in Antholz - Staffel der Männer

1. Frankreich 1:12:35,9 Std. (0 Strafrunden+4 Nachlader)

2. Norwegen + 21,5 Sekunden (1+12)

3. Deutschland 36,2 (1+8)

4. Russland 1:44,7 Minuten (0+9)

5. Slowenien 1:45,8 (0+8)

6. Österreich (2+12)

7. Italien 2:32,0 (0+9)

8. USA 2:32,9 (0+5)

Bei den Damen triumphierte das Quartett mit Synnöve Solemdal, Ingrid Landmark Tandrevold, Tiril Eckhoff und Marte Olsbu Röiseland. Schlussläuferin Röiseland holte schon ihre sechste Medaille, die dritte in Gold nach Mixed-Staffel und Sprint. Deutschland (+10,7) sicherte sich Silber vor der Ukraine (18,4).

Für Julia Schwaiger, Lisa Theresa Hauser, Christina Rieder und Katharina Innerhofer blieb nur der zwölfte Rang (+2:44,4 Min.). Drei Strafrunden und 13-maliges Nachladen verhinderten eine bessere Platzierung. Norwegen triumphierte trotz einer Strafrunde und neunmaligem Nachladen vor den Deutschen (0+9), die das Feld vom 19. Rang nach der ersten Läuferin aufrollten.

Schwaiger (0+2) und Hauser (0+5/“Ich habe in der Pampa herumgeschossen“) übergaben auf dem 14. Rang mit 1:48 Minuten Rückstand an Rieder, die am Schießstand fehlerfrei agierte und als Elfte übergab (+1:21). Innerhofer vermochte aber nicht ihre Topleistung abzurufen, sie musste nach sechs Nachladern auch noch drei Strafrunden drehen. „Mein Rennen war total verkorkst, es hat von Anfang an nicht gepasst, auch im Laufen nicht“, ärgerte sich die 29-jährige Salzburgerin. (APA)

Biathlon-WM in Antholz - Staffel der Damen

1. Norwegen 1:07:05,5 Std. (1 Strafrunde+9 Nachlader)

2. Deutschland +19,7 Sek. (0+9)

3. Ukraine 18,4 (0+8)

4. Tschechien 31,1 (0+10)

5. Schweden 44,9 (1+11)

6. Schweiz 47,1 (0+11)

Weiter: 12. Österreich 2:44,4 Min. (3+13)


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