Sturm „Yulia" fegte über Tirol: Schäden in Reutte, 20 Grad in Innsbruck

Sturm „Yulia" wütete am Sonntagabend und in der Nacht auf Montag an der Alpennordseite und sorgte das erste Mal 2020 für Höchstwerte über 20 Grad. Auf den Bergen tobte der Orkan sogar mit Böen von bis zu 250 km/h.

In der Reuttener Tränkesiedlung stürzte ein Baum auf ein Haus.
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Innsbruck, Reutte – Sturmtief „Yulia" sorgte am Sonntag an der Alpennordseite für einen ungewöhnlich milden und stürmischen Wochenausklang bzw. -start. Das erste Mal im Jahr 2020 wurden am Sonntag gleich an mehreren Standorten die 20 Grad überschritten, am wärmsten wurde es österreichweit in Innsbruck mit 20,7 Grad.

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„Mit dem Sturm stiegen die Temperaturen am Sonntagabend immer weiter an und erreichten in Innsbruck um 20.40 Uhr einen Spitzenwert von 20,7 Grad“, erklärte Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Österreichischen Unwetterzentrale. Erst mit Durchzug der Kaltfront in der zweiten Nachthälfte kühlte es wieder spürbar ab.

Nach Angaben der Meteorologen verliefen Sonntagabend und -nacht an der Alpennordseite mit Böen von 90 bis 120 km/h verbreitet stürmisch. Auf den Bergen tobte ein Orkan mit lokalen Spitzenböen von bis zu 250 km/h.

Sturmschäden in Reutte

Besonders stürmisch war es am Sonntagabend in Reutte. In der Tränkesiedlung wurde in einem Garten ein Baum entwurzelt und stürzte auf das Nachbarhaus. Die Feuerwehr Reutte musste den ausgewachsenen Baum mittels Kran wegheben und abschneiden. Der Schaden am Dach war gering, passiert ist nichts.

Kurz darauf stürzte infolge des böigen Windes mitten in Reutte der Bauzaun beim „Dengelhaus“ – einem alten Gebäude im Ortszentrum, das zur Zeit aufwändig renoviert wird – auf einer Länge von ca. 30 Metern um. Durch den Sturm wurde zudem ein Fenster aus dem Gebäude gedrückt und stürzte auf die vielbefahrene Mühlerstraße.Verletzt wurde niemand.

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Zur Wochenmitte winterlich

Mit dem Sturm geht es am Montag aber rasch zu Ende und eine Warmfront sorgt an der Alpennordseite noch für etwas Regen. Hinter der Front verläuft der Dienstag wieder ausgesprochen mild. „Am Abend nähert sich aus Westen aber eine Kaltfront, die eine nachhaltige Abkühlung bringt“, prognostiziert Spatzierer.

„In Verbindung mit einem Oberitalientief sorgt sie Dienstagnacht verbreitet für Niederschlag, wobei die Schneefallgrenze allmählich bis in viele Tallagen absinkt“. Der Mittwoch gestaltet sich im Bergland wechselhaft mit Schauern, die Schneefallgrenze liegt dabei von Nord nach Süd zwischen 400 und 700 Metern. Vereinzelt kommt es auch zu Graupelgewittern bis in tiefe Lagen. (TT.com)


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