Coronavirus bremst Sportveranstaltungen in Italien aus

Der Coronavirus-Ausbruch in Norditalien hat auch Einfluss auf den Sport: Der Rad-Klassiker Mailand-Sanremo steht auf der Kippe. Das Europa-League-Spiel zwischen Inter und Rasgrad soll wie die Serie A unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Der Wintersportverband sagte alle Veranstaltungen für diese Woche ab.

Am Wochenende wurden bereits zahlreiche Sportveranstaltungen abgesagt. Darunter auch das Serie-A-Match Inter gegen Sampdoria im Mailänder Giuseppe-Meazza-Stadion.
© imago

Mailand – Der Veranstalter des Rad-Klassikers Mailand-Sanremo, Mauro Vegni, blickt mit Sorge auf den Ausbruch des Coronavirus in Norditalien. „Im Moment gibt es keinen Plan B für Mailand-Sanremo“, sagte Vegni am Montag zu cyclingnews.com. Die 291-km-Route des für 21. März geplanten Eintagesrennens führt von Mailand zum Teil durch die Lombardei. In dieser Region wurden zuletzt Coronafälle registriert.

„Wir sind wie alle besorgt darüber, was passiert“, sagte Vegni. „Gleichzeitig hoffen wir, dass sich die Situation mit der Zeit verbessert und die Anzahl der Fälle nicht zunimmt.“ Eine Streckenverlegung kommt für Vegni nicht infrage. „Es würde keinen Sinn machen, drei Viertel der Route abzuschneiden“, erklärte der Veranstalter. Man werde nun den Richtlinien der Regierung und des Gesundheitsministeriums folgen, hieß es.

Am Wochenende waren in Norditalien mehrere Gemeinden abgeriegelt worden, um die rasante Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 zu stoppen. Die Anzahl der Infizierten war über das Wochenende in Italien deutlich angestiegen. In der Serie A fielen mehrere Fußball-Partien aus, auch im Amateursport wurden zahlreiche Sportveranstaltungen wegen des Ausbruchs der Lungenkrankheit abgesagt.

Geisterspiele in der Serie A?

Das Europa-League-Spiel zwischen Inter Mailand und Ludogorez Rasgrad könnte laut italienischen Medienberichten vom Montag unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Wie die Gazzetta dello Sport berichtete, habe die UEFA einen alternativen Spielort in Betracht gezogen, sich danach aber für diese Variante im San Siro entschieden.

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Auch die italienische Serie A soll in den betroffenen Gebieten vor verschlossenen Toren stattfinden. So könnte der Schlager zwischen Inter Mailand und Juventus Turin am Sonntag als Geisterspiel über die Bühne gehen. Dies sei nötig, um den Spielplan bis zum Beginn der Europameisterschaft im Juni einzuhalten, argumentierte die Liga in einem Brief an die Regierung. (APA,dpa)

Italiens Wintersportverband sagte Veranstaltungen ab

Der Italienische Wintersportverband hat wegen der Coronavirus-Infektionen alle für diese Woche geplanten Wintersportveranstaltungen im ganzen Land gestoppt. Zuerst galt diese Maßnahme nur für die Regionen Lombardei und Venetien, wurde aber auf alle Gebiete ausgedehnt. Über eine mögliche Absage der Weltcuprennen der Ski-Damen in La Thuile muss der Internationale Skiverband (FIS) entscheiden.

La Thuile liegt im Aostatal, das nicht zu den betroffenen Gebieten zählt. Italiens Skiverband steht dazu in Kontakt mit der FIS, wie italienische Medien am Montag berichten. Auf dem Programm stehen ein Super-G und eine Kombination. Wegen des Coronavirus wurden heuer bereits die im Februar geplanten Herren-Speedrennen in Yanqing in China abgesagt und nach Saalbach-Hinterglemm verlegt.

Italien ist heuer nochmals Schauplatz von Alpinskirennen. Das Weltcupfinale ist von 18. bis 22. März in Cortina d'Ampezzo, dem WM-Schauplatz von 2021, angesetzt. „Bis Mitte März werden wir sehen, wie sich die Situation entwickelt. Ich hoffe, dass sich die Lage bis dahin beruhig hat", sagte Giovanni Malago, der Präsident des Italienischen Olympischen Komitees (CONI) zu RAI Sport.


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