Forscher warnen: Bots verfassen jeden vierten Klimaleugner-Tweet

Wissenschafter haben im Zuge einer Studie 6,5 Millionen Twitter-Postings vom 1. Juni 2017 untersucht und herausgefunden, dass ein großer Anteil der Tweets von Software erstellt wurde.

Symbolfoto.
© Pixabay

Providence – Ein Viertel der Tweets zum Thema Klimawandel stammt nicht von Menschen, sondern von automatisierten Bots. Diese digital erzeugten Nachrichten neigen deutlich dazu, die zunehmende Zerstörung der Umwelt durch den Menschen zu leugnen. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie der Brown University.

Was sind Bots?

Bei Bots handelt es sich um Software, die eigenständig Postings erstellen, sowie die von anderen Accounts „liken“ oder „retweeten“ kann. Dabei geben sie sich als menschliche Twitter-User aus.

Die Forscher haben 6,5 Millionen Tweets analysiert, die rund um den 1. Juni 2017 verfasst wurden, als US-Präsident Donald Trump den Austritt der USA aus dem Übereinkommen von Paris ankündigte. Dabei verwendeten sie ein Tool der University of Indiana namens „Botometer“, das die Wahrscheinlichkeit, dass hinter einem Tweet ein Bot steckt, misst. Ein großer Anteil der Tweets, die Trumps Entscheidung, aus dem Klimaabkommen auszutreten, applaudierten, stellte sich als automatisch generiert heraus.

Forscher warnen vor Fake News

Bots waren in dem untersuchten Zeitraum für etwa 25 Prozent der Tweets zum Thema „climate crisis“, also Klimakrise, verantwortlich. Bei anderen Themen war die Zahl sogar höher, beispielsweise bei „Fake Science“ (38 Prozent).

Die Forscher warnen vor der Verbreitung von Fake News durch Twitter-Bots. Über die Existenz des Klimawandels sei sich die Wissenschaft relativ einig. „Es ist nicht nur gefährlich, dass Menschen diese Fehlinformationen glauben könnten, sondern auch dass deren bloße Existenz das Vertrauen von Menschen in akkurate Informationen erschüttern kann“, zitiert die britische Tageszeitung Guardian Studienleiter Thomas Marlow. (TT.com, pte)

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