Fulminantes Faschingsfinale in Tirol: Die besten Fotos und Leserfotos

Die bunte Faschingszeit wurde am Dienstag in zahlreichen Orten in Tirol feierlich mit Umzügen und Festen verabschiedet. Ein Überblick mit Bildergalerien zum Durchklicken.

Buntes Treiben am Faschingsdienstag in Innsbruck. Mehr Fotos gibt's in den Bildergalerien im Artikel.
© Thomas Böhm

Innsbruck: Gut verteilte Faschingsgaudi

Einen großen Umzug am Faschingsdienstag gibt es in Innsbruck bekanntlich schon länger nicht mehr – zum Kehraus war stattdessen gut verteilte Faschingsgaudi angesagt. Und aller Besorgnis rund um Corona zum Trotz war die Stimmung bestens. In der Altstadt hatte das Stadtmarketing ein Programm für Familien geschnürt: Vor dem Goldenen Dachl präsentierten sich z. B. die Mädels von der Schautanzgruppe Stadtgarde Innsbruck und, ein echter Glücksgriff, das Duo Alpen Sperrmüll: Die virtuosen Bayern begeisterten mit rund 20 Eigenbau-Instrumenten „im Gesamtwert von 15 Euro“: Aus Waschzuber-Bass, Abflussrohr-Didgeridoo, Luftpumpen, Staubsaugern oder „E-Schaufeln“ holten sie die verrücktesten Klänge heraus. Am Domplatz konnten Kinder beim Faschingszirkus ihr Geschick beweisen, beim Vierviechereck fuhr ein Theater­wagen vor.

Faschingsdienstag in Innsbruck

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© Thomas Böhm

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In der „Narrenhochburg St. Nikolaus“ bot die örtlich­e Faschingsgilde u. a. Playbackshows von EAV bis Modern Talking oder Auftritte der kürzlich gekürten Miss und Mister Koatlackn. Gleich nebenan bei Sandwirt Franz Litterbach waren gar Ufos und Astronauten gelandet.

📷 Bildergalerie | Die besten Leserfotos vom Fasching in Tirol

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Vize-BM Franz X. Gruber (ÖVP) sprach von einem „gelungenen Neustart für den Faschingskehraus in Innsbruck“ – und dankte explizit auch der FPÖ, die mit ihrer eigenen Faschingsparty in der Maria-Theresien-Straße regen Andrang erzielte.

„Zu wenige Maskierte, zu viele reine Schaulustige“: Diese Kritik hörte man von manchen Narren und Närrinnen. Viele hatten aber doch ihren Spaß – und an originellen Verkleidungen mangelte es nicht. Großes Thema war natürlich das Coronavirus: Neben Touristen mit echten Atemschutzmasken waren auch Verkleidete in Schutzmontur unterwegs – wobei die „Corona-­Schluckimpfung“ (auf Basis des gleichnamigen Bieres) hoch im Kurs stand. Britische Gardesoldaten hingegen betrauerten in der Altstadt den Brexit, Donald Trump wurde gleich mehrfach auf Staatsbesuch gesichtet. Auch Einhörner, Hühner, Früchte, Mönche oder lebende Waschmaschinen genossen das Faschingsfinale.

Bezirk Schwaz: Das Zillertal im Faschingsfieber

Bis um 5 Uhr Früh hatte die Faschingsgilde Stumm bei der Turmwache am Rosenmontag ihre Fahne gegen feindliche Angriffe verteidigt. Erfolgreich, daher konnte am Dienstag beim großen Faschingsumzug laut „Jahoi“ geschrien werden, der Faschingsruf der Stummer.

Das politische und dörfliche Geschehen der letzten Monate wurde dabei auf den Umzugswägen durch den Kakao gezogen: Sei es das Stummer Verkehrskonzept, das Ka­booom, die „Killerschafe“ aus dem Zillertal, umstrittene Gasthauspläne im Märzengrund oder die schlagzeilenträchtigen Cobra-Einsätze. Aber auch die Wikinger und ein Stummer TV-Sender zierten die Wägen. Am Dorfplatz hatten sich Hunderte Schaulustige eingefunden, um die Aufführungen der einzelnen Faschingsgruppen am Ende des Umzugs zu verfolgen.

Faschingsdienstag in Stumm und Ramsau

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© Dähling

© Dähling

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Auch zwischen Ramsau und Hippach waren die Narren unterwegs. Am dortigen Umzug nahmen allein rund 100 kostümierte Volksschüler teil, die BMK Hippach war als Minions unterwegs. Dass Schwendau noch immer keine Talabfahrt hat, wurde auf mehreren Wägen zum Thema gemacht.

Am Abend wird in Schwaz dann der Naz verbrannt und in den Inn gestoßen. Auch in Vomp nimmt man Abschied vom Fonapa Naz. Am Mittwoch findet um 19 Uhr im Studienhaus des Franziskanerklosters Schwaz der Aschermittwoch der Künstler statt. Und der Rotary Club bietet am Mittwoch von 11.30 bis 13.30 Uhr die schon traditionelle Fastensuppe am Stadtplatz in Schwaz an.

Osttirol: Der Fasching hat noch einmal groß aufgezeigt

Der traditionelle Sillianer Faschingsruf „Rante Putante“ war beim großen Umzug durch die Marktgemeinde an vielen Orten zu hören. Tausende Zuschauer staunten über den Einfallsreichtum und die Kostümierungen, als sich der Tross von der Neuen Mittelschule über die Hauptstraße zum Marktplatz in Bewegung setzte.

Zwanzig Wagen mit zum Teil aufwändigen Konstruktionen zeigten, was das Osttiroler Pustertal im Vorjahr bewegt hat: Da war die Bergung eines vermeintlich Verunglückten von einem Baukran hoch über Burg Heinfels. Weiters erklärten die Narren Sillian kurzerhand zur „Eurofighter Airbase“. Nicht nur die Verteidigungsministerin wohnte der Befehlsausgabe bei, im Hintergrund war ein Vertreter eines Rüstungsherstellers samt Geldkoffer zu sehen. Aus einem Polizeihubschrauber in luftiger Höhe seilten sich schwer bewaffnete Beamte ab, fast vorbildgetreu unter dem Titel „Alarm für Kuhbra 7“.

Umzüge in Sillian und Lienz

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© Christoph Blassnig

© Christoph Blassnig

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Außerdem marschierten 13 Fußgruppen mit und versorgten das Publikum unter anderem mit Honig, Getränken und Süßigkeiten. Eine Gondel aus Venedig war genauso vertreten wie eine Gruppe spritziger Vespa-Pilotinnen. Tänzerinnen legten eine heiße Sohle auf den Sillianer Asphalt. Russisches Geld für den Liftbau wurde angedeutet. Die österreichische Bundesregierung war vollzählig vertreten. Viele Kinder säumten die Straßenränder. Auch Kindergruppen marschierten mit, zum Beispiel war da ein ganzer Haufen singender Zauberer zu sehen. Die Stimmung war ausgelassen und fröhlich.

In der Lienzer Innenstadt war die Faschingsmeile bestens besucht. Am Johannesplatz drängte sich das junge Publikum rund um zwei Hüpfburgen, den Zuckerwattestand und den Kinderschminktisch. Der Wichtelexpress tuckerte, dekoriert als „Direktzug Lienz-Innsbruck“, zwischen Bahnhof und Messinggasse auf und ab, voll besetzt mit kleinen und großen Faschingsnarren in bunten Kostümen

Landeck: Kleine Narren beim turbulenten Faschingsausklang

In der Malserstraße in Landeck ging es zu wie in einem Hexenkessel: Alle Kinder der fünf städtischen Kindergärten sorgten am Dienstag für einen turbulenten Ausklang der närrischen Zeit. Begleitet vom Faschingsensemble der Stadtmusikkapelle Landeck tanzten kleine Piraten, Schneemänner und Kunstmaler zum Alten Kino. „Wenigstens erinnern uns die Schneemänner an den Schnee, den wir heuer nicht haben“, war aus den Reihen der Zuschauer zu hören.

© Wenzel

Kitzbühel: Närrisches Treiben in der Innenstadt

Auch heuer fand am Nachmittag des Faschingsdienstags ein großer Umzug durch Kitzbühel statt. Verschiedenste Gruppen, allen voran die Kinder der Volks- und Neuen Mittelschule zogen dabei von der Volksschule durch die Innenstadt.

© Angerer

Imst: Fulminanter Ausklang der Fasnachtszeit beim Imster Auskehren

In Imst wird traditionell am „Fasnachtserchtig“, der andernorts als Faschings­dienstag bekannt ist, das „Auskehren“ der Fasnachtszeit begangen. Bereits am Nachmittag fahren dazu die Wagen auf und Schaulustig­e wie Teilnehmer genießen die letzten Züge der narrischen Zeit.

Imster Auskehr

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© Parth

© Parth

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Ab 18 Uhr nimmt der Aufzug vom Lain Richtung Oberstadt seine Fahrt auf, um ab 20 Uhr beim Gasthof Hirschen den finalen Umzug starten zu lassen. (TT/md, ad, bcp, co)


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