Studie: Kuhmilch erhöht Brustkrebsrisiko um bis zu 80 Prozent

Für eine Studie haben Forscher die Ernährung von fast 53.000 Frauen acht Jahre lang analysiert. Am Ende des Beobachtungszeitraumes hatten 1057 Frauen die Diagnose Brustkrebs.

Symbolfoto.
© Felix Kästle

Loma Linda – Der Konsum von Kuhmilch steht laut einer Studie der kalifornischen Loma Linda University Health mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko bei Frauen in Zusammenhang. Bereits relativ geringe Mengen können das Risiko erhöhen. Je nach Menge, kann das Risiko um bis zu 80 Prozent ansteigen.

Laut Forschungsleiter Gary E. Fraser liefert die Beobachtungsstudie starke Belege dafür, dass entweder Milch oder ein Faktor, der mit dem Trinken von Milch in einem engen Zusammenhang steht, eine Ursache für Brustkrebs bei Frauen ist.

Eine Tasse Milch täglich erhöht Risiko um bis zu 50 Prozent

Bereits geringe Mengen zwischen 60 und 80 Milliliter (eine ein Viertel bis ein Drittel gefüllte Tasse) stehen den aktuellen Ergebnissen zufolge mit einem um 30 Prozent erhöhten Brustkrebsrisiko in Verbindung. Das Trinken von einer Tasse (rund 240 Milliliter pro Tag) erhöhte das Risiko um bis zu 50 Prozent. Bei Frauen, die zwei bis drei Tassen pro Tag tranken, steigerte es sich weiter auf 70 bis 80 Prozent. Die Forschungsergebnisse wurden im International Journal of Epidemiology veröffentlicht.

Für die Studie haben die Forscher die Ernährung von fast 53.000 Frauen analysiert. Zu Beginn der Studie litt keine der Teilnehmerinnen an Krebs. Die Frauen wurden in der Folge fast acht Jahre lang begleitet. Umfangreiche Daten wurden mittels Fragebögen ermittelt. Dazu gehörten auch das Vorkommen von Brustkrebs in der Familie, Alkoholkonsum, Einnahme von Hormonen sowie die Krankengeschichte.

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Kein Zusammenhang zwischen Soja und Brustkrebs

Am Ende des Beobachtungszeitraumes hatten 1057 Frauen die Diagnose Brustkrebs. Es konnte kein eindeutiger Zusammenhang zwischen Sojaprodukten und Brustkrebs hergestellt werden. Im Vergleich zu geringem oder keinem Konsum von Milchprodukten zeigte sich bei einer höheren Aufnahme ein erhöhtes Brustkrebsrisiko. Es gab geringe Abweichungen bei Milch mit verschiedenen Fettstufen. Kein wichtiger Zusammenhang konnte mit Käse und Joghurt hergestellt werden.

Fraser zufolge könnte ein möglicher Grund für den Zusammenhang zwischen Brustkrebs und Kuhmilch der Gehalt an Geschlechtshormonen sein. Die Kühe sondern natürlich Milch ab. Häufig sind rund 75 Prozent der Herde trächtig. Brustkrebs bei Frauen ist ein auf Hormone reagierender Krebs. Die Aufnahme von Milch und anderen tierischen Proteinen wurde in einigen Studien bereits mit höheren Werten des Hormons IGF-1 in Zusammenhang gebracht. Es wird angenommen, dass dieses Hormon die Entstehung von Krebs fördert. (pte, TT.com)


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