Pflege: Streiks in 28 Tiroler Sozialbetrieben haben begonnen

Seit Mittwoch streiken die privaten Pflegekräfte in 28 Betrieben der Sozialwirtschaft. Sie fordern eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich. Die Protestmaßnahmen sollen vorerst bis Freitag dauern.

Mitarbeiter beim Streik der Lebenshilfemitarbeiter in Landeck.
© GPA-djp

Wien, Innsbruck – Den Warnstreiks in der Sozialwirtschaft haben sich mittlerweile österreichweit mehr als 400 Betriebe angeschlossen. Das teilte die Gewerkschaft am Mittwoch mit. Am Donnerstag soll es in Wien eine groß angelegte Streikdemo geben, zu der mehr als 1000 Menschen erwartet werden.

Auch in Tirol haben die ersten von insgesamt 28 Protestmaßnahmen begonnen. Warnstreiks gab es am Mittwoch bei der Lebenshilfe – Tirols größtem Sozialwirtschaftsbetrieb – in Reutte, Landeck, Ötztal Bahnhof, Innsbruck, im Zillertal und in Telfs. Laut der Betriebsratsvorsitzenden Sonja Föger-Kalchschmied seien die Streiks zu den aktuellen Verhandlungen die ersten der Lebenshilfe in ihrer Geschichte. „In unserem Bereich werden Großteils nur Teilzeitbeschäftigungen ausgeschrieben. Dabei handelt es sich um eine psychisch und physisch herausfordernde Tätigkeit, gleichzeitig ist die Bezahlung besonders für Teilzeit-Kräfte zu gering, um davon leben zu können.“

Beschäftigte in der Tiroler Sozialwirtschaft

In Tirol arbeiten rund 11.000 Beschäftigte in privaten Pflege- und Sozialeinrichtungen – die größten Betriebe sind die Lebenshilfe und die Innsbrucker Sozialen Dienste.

Betrieb auf ein Minimum reduziert

Vonseiten der Gewerkschaft heißt es, dass die Versorgung zwar gewährleistet, allerdings auf ein Minimum reduziert sei. „Wenn Werkstätten früher die Begleitzeit beenden, sind in den Wohneinrichtungen Sonderdienste eingerichtet.

„Wir wollen gehört werden“, betont Margit Luxner, selbst Betriebsratsvorsitzende in einem Kitzbüheler Pflegeheim und Vorsitzende des Wirtschaftsbereichs Gesundheit und Soziales in der GPA-djp Tirol. Man sei fest entschlossen, das Ziel der längst notwendigen Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden pro Woche zu erreichen.

Mitarbeiter der Lebenshifle Reutte beim Streik am Mittwoch.
© GPA-djp

Die Arbeitnehmer wollen mit den Streiks den Druck auf die Arbeitgeber verstärken. Diese wehren sich bisher gegen die Gewerkschafts-Forderung nach einer 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich und argumentieren dabei mit fehlendem Geld und einem Mangel an Personal.

Die siebte Verhandlungsrunde ist für 2. März angesetzt. Sollte sie erneut scheitern, hat die Gewerkschaft Demonstrationen in Wien, Graz und Linz für den 10. März angekündigt. „In Linz werden dann mit Sicherheit auch wir Tiroler zahlreich vertreten sein“, so Luxner. (TT.com)


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