Neues Labor an Medizin Uni untersucht Eisenstoffwechsel

Ein neues Labor an der Medizinuni Innsbruck untersucht Nebenwirkungen bei der Behandlung von Eisenmangel. Ziel ist es, neue Wirkstoffe gegen Stoffwechselerkrankungen und für eine Verbesserung der Knochengesundheit zu finden.

(v.li.) Laborleiter Heinz Zoller, Vizerektorin Christine Bandtlow, Landesrat Bernhard Tilg
© Robert Schober

Innsbruck – In Innsbruck wurde am Donnerstag ein neues „Christian Doppler Labor (CD) für Eisen- und Phosphatbiologie“ unter der Leitung des Gastroenterologen und Hepatologen Heinz Zoller eröffnet. Das bereits siebente CD-Labor der Medizinischen Universität Innsbruck seit 2015 erforscht den Zusammenhang einer Behandlung von Eisenmangel mit der daraus häufig resultierenden Senkung des Phosphatspiegels.

Das Problem eines sinkenden Phosphatspiegels kommt bei weit über 50 Prozent der Patienten vor, die intravenös Eisen erhalten. Das ist mit schwerwiegenden Folgen wie Muskelschwäche und Knochendegenerationen verbunden. Ein besseres Verständnis des zugrunde liegenden Mechanismus ist das Ziel des neuen CD-Labors.

Wir wollen nicht nur eine sicherere klinische Anwendung von intravenösen Eisenpräparaten und eine sicherere molekulare Wirkstoffentwicklung erreichen, sondern auch neue Einblicke in die Eisen- und Phosphatbiologie gewinnen“,.
Gastroenterologe und Hepatologe Heinz Zoller

Budget von 800.000 Euro

In den von der Christian Doppler Gesellschaft (CDG) für jeweils sieben Jahre genehmigten CD-Laboren kooperieren Wissenschafter mit Unternehmen im Bereich anwendungsorientierter Grundlagenforschung. Das Budget – im Fall des neuen CD-Labors für Eisen- und Phosphatbiologie rund 800.000 Euro – kommt dabei jeweils zur Hälfte von der öffentlichen Hand und den Industriepartnern.

Gemeinsam mit seinem Industriepartner Pharmacosmos A/S zielt Heinz Zoller nun in den kommenden Jahren darauf ab, potenzielle neuartige Wirkstoffe für seltene Stoffwechselerkrankungen, für die Knochengesundheit und gegen Knochenmetastasen zu identifizieren, so die Medizin Uni in einer Aussendung.

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Das neue Labor ist in ein exzellentes wissenschaftliches und klinisches Umfeld eingebettet. [...] Wir dürfen innovative Erkenntnisse erwarten, die den Patientinnen und Patienten direkt zu Gute kommen.
Vizerektorin Christine Bandtlow

Zur Eröffnung am Donnerstag kamen LR Bernhard Tilg, der Präsident der Christian Doppler Forschungsgesellschaft (CDG), Martin Gerzabek und Christine Bandtlow, Vizerektorin für Forschung und Internationales. (TT.com)

Christian Doppler Labors

Christina Doppler Labors sind Forschungseinrichtungen, deren Einrichtung grundsätzlich an zwei Voraussetzungen geknüpft ist: Einerseits muss der konkrete Bedarf eines Unternehmens an Wissen und Know-how aus der anwendungsorientierten Grundlagenforschung bestehen, andererseits braucht es die Bereitschaft von Wissenschaftern, sich diesem unternehmerischen Bedarf langfristig zu öffnen.

Die Christian Doppler Labors als technisch-wissenschaftliche Forschungsinstitute an Österreichischen Hochschulinstituten wurden im Jahr 2000 gegründet. Sie sind nach dem österreichischen Wissenschafter Christian Doppler benannt. Sitz des Vereins ist Wien.


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