Land warnt: Sturmtief Bianca fegt mit bis zu 160 km/h über Tirol

In den Bergen kündigt sich in der Nacht auf Freitag ein ausgewachsener Orkan an, aber auch im Tal werden Sturmschäden befürchtet. Das Land Tirol rät, jegliche Outdoor-Aktivitäten zu vermeiden.

Straßensperren, Stromausfälle, Sturmschäden – das Land wappnet sich für Tief Bianca.
© dpa

Innsbruck – Eine turbulente Nacht kommt am Donnerstag auf Tirol zu. Schuld daran ist Sturmtief Bianca, das derzeit von Frankreich über Süddeutschland in Richtung Tschechien zieht und uns dabei einen ebenso kurzen wie intensiven Besuch abstattet. So intensiv, dass auch das Land eine Sturmwarnung ausspricht und von Outdoor-Aktivitäten abrät.

Orkan in den Bergen, Sturmschäden im Tal

„Die Sturmwarnung gilt vor allem für die Abend- und Nachtstunden", sagt Werner Troger von den Meteo Experts. Bianca spielt dabei alle Stückerl: „Sturm, starker Wind, Regen, Schnee – es bahnt sich eine sehr spannende und turbulente Wetterlage an." Am stärksten ist der Wind naturgemäß in den Bergen spürbar, hier ist laut Troger von einem ausgewachsenem Orkan die Rede: „Wenn ich mir die Prognose für die Zugspitze anschaue, sind da sogar über 160 km/h möglich." Etwas geschützter ist man im Tal, die Kehrseite der Medaille ist jedoch ein gewisser Kanalisierungseffekt, erklärt der Meteorologe: „Auch im Inntal sind also durchaus Sturmschäden möglich."

Sturm, starker Wind, Regen, Schnee – es bahnt sich eine sehr spannende und turbulente Wetterlage an.
Meteorologe Werner Troger

Waldausflüge vermeiden, Garten für Sturm sichern

Um diese Schäden möglichst zu minimieren, sollten etwa Gartenmöbel und andere Gegenstände im Freien in Sicherheit gebracht werden, heißt es am Donnerstag seitens des Landes. Vorsicht ist außerdem bei umherfliegenden Teilen von Plakatwänden, Baugerüsten oder Dächern geboten. Umgestürzte Bäume oder abgerissene Äste können Straßen verlegen, Stromleitungen beschädigen oder Schienenwege unpassierbar machen. Der Landesforstdienst ist bestmöglich auf den Sturm vorbereitet, versichern die Verantwortlichen. Ausflüge in den Wald, Parks oder andere Aktivitäten im Freien sind trotzdem besser auf das Wochenende zu verschieben.

Sturm flaut am Freitag wieder ab, Südföhn übernimmt Kommando

Schlimmer als Tirol dürfte der Sturm laut Troger die Niederungen in Salzburg, Nieder- und Oberösterreich sowie Bayern treffen. Abflauen wird er voraussichtlich am Freitagnachmittag. Vorher zeigt sich Tirol in der Früh allerdings erstmal tiefwinterlich – bis ins Tal. Im Laufe des Tages verziehen sich die Niederschläge und machen wieder Platz für ein paar Sonnenstrahlen. Es darf aufgeatmet werden: „Am Samstag dreht sich dann der Wind – nach der kalten stürmischen Luft aus dem Norden kommt Südföhn auf", so der Meteorologe. Es wird dementsprechend milder und wärmer mit bis zu 12 Grad.

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Nächste Kaltfront schon wieder in den Startlöchern

Lang kehrt jedoch keine Ruhe ein in das Tiroler Wettergeschehen, denn die nächste Störung ist bereits in Sicht. Sie schneit – im wahrsten Sinne des Wortes – am Sonntag herein. Des einen Leid, des anderen Freud: „Die Wintersport-Bedingungen verbessern sich in der nächsten Woche wieder", prognostiziert Troger abschließend. (kla)


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