HCI-Coach Pallin zieht Bilanz: „Es war eine sehr schwere Saison“

Die Innsbrucker Haie haben die Play-off-Teilnahme und somit das Saisonziel verpasst. Die ansprechende Qualifikationsrunde (5 Siege) half nach dem von Verletzungen überschatteten Grunddurchgang nicht mehr weiter.

Der Schein trügt in seinem Fall – der Schwede Jesper Thörnberg war bei den Innsbrucker Haien eines der ganz großen Stehaufmännchen.
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Von Alex Gruber

Innsbruck – Die 3:6-Niederlage in Villach im zehnten und letzten Spiel der Quali-Runde der Erste Bank Eishockeyliga bedeutete für die Haie das endgültige Aus im Kampf um ein Play-off-Ticket. Die Viertelfinal-Teilnahme wurde in der Zwischenrunde mit den bitteren Niederlagen gegen Znojmo und in Wirklichkeit schon viel früher verspielt.

31 Punkte: Im Grunddurchgang lagen die Haie satte 20 Zähler hinter Fehervar und 30 hinter Znojmo. Nach ansprechendem Start verging kaum eine Runde, in der es nicht einen weiteren Verletzten gab. Mit Flo Pedevilla (Bizepssehne), Daniel Wachter (Kreuzbandriss) und Ondrej Sedivy (Schulter) kehrten drei Cracks gar nicht mehr zurück aufs Eis. „Man kann die Vergangenheit nicht ändern, aber es war eine sehr schwere Saison. Wir sind beispielsweise einmal mit nur zwei Verteidigern nach Bozen gefahren“, merkt Headcoach Rob Pallin an. „Die Verletzungen haben uns den ein oder anderen Bonuspunkt für die Quali-Runde gekostet“, bestätigt Obmann Günther Hanschitz. Mit nur einem Zähler reichten die fünf Siege in der Quali-Runde nicht mehr aus.

50 Spiele absolvierten nur Toptorjäger Joel Broda und Eigengewächs Clemens Paulweber, der sich Runde für Runde als fleißiger Arbeiter hochdiente. Kollege Lukas Bär (48 Partien) ließ sich bereitwillig vom Stürmer zum Verteidiger umschulen, auch andere junge Tiroler (Ludin, Wetzelsberger, Kuprian, Nußbaumer) sammelten Erstliga-Eiszeit.

191 Tore kassierten die Haie über die ganze Saison. Nur im Dornbirner Kasten schlug es öfter ein. Ein Umstand, der wie so oft in der Ära von Pallin zu einem Blick auf die Torhüter führt. Stanley-Cupsieger Scott Darling stellte (fast) keine Verbesserung nach der vorzeitigen Trennung von C.J. Motte dar. „Wir mussten reagieren. Aber Darling war nicht die richtige Antwort. Er hat mich enttäuscht“, gibt Pallin offen zu.

Seine Leistungen waren zum Naserümpfen – Scott Darling.
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0 Plus-Minus: Es gereicht Topverteidiger Mike Boivin und Angreifer Jesper Thörnberg zur Ehre, dass sie die Saison im Dress des HCI in dieser Statistik mit einer „0“ beendeten. Beide machten auch viele Punkte und empfahlen sich für die Zukunft. „Wir werden in den nächsten Wochen Gespräche mit dem Kader führen“, notiert Hanschitz.

4 Spielzeiten saß Rob Pallin jetzt als Cheftrainer auf der Bank. In den ersten beiden führte er die Sharks auf direktem Weg ins Play-off, ehe die Rückentwicklung und das zweimalige Scheitern kam. Der Ball liegt dennoch beim 53-jährigen Amerikaner, ob er noch eine fünfte Saison im Haifischbecken anhängen wird. „Es liegt alles am Tisch. In der Zwischenrunde ist das Team wieder absolut gut und topfit aufgetreten“, lobt Hanschitz. Pallin braucht wohl noch einige Tage Zeit zum Nachdenken: „Ich fühle mich sehr wohl in Innsbruck, habe auch andere Angebote. Ich bin nicht glücklich darüber, nur Teil der Liga zu sein. Ich will realistisch um Platz sechs bis sieben kämpfen können“, spricht er den Faktor der Konkurrenzfähigkeit an. „Es sind die beiden Teams am Ende mit dem kleinsten Budget“, verweist Hanschitz darauf, dass es einen Geldgeber braucht. Zumal in Sachen Ligasponsor (Erste Bank) schwere Abstriche drohen.

43-mal schrieb Neuzugang Caleb Herbert als HCI-Topscorer auf Platz zehn der Liga an. Der 28-jährige Amerikaner steigerte sich sehr, in der Quali-Runde trumpften auch die Oldies Tyler Spurgeon und John Lamers wieder auf. An Ex-Hai Andrew Yogan (52 Pkt. für Fehervar) kam keiner heran.

Zahlen, Daten, Fakten zum HC Innsbruck

  • Topscorer: 10. Caleb Herbert (48 Spiele/43 Punkte/16 Tore/27 Assists, 13. Joel Broda (50/41/23/18) und Jesper Thörnberg (45/41/10/31), 15. Lammers (45/40/14/26), 19. Mike Boivin (43/39/9/30)
  • Torhüter-Fangquote: 15. Scott Darling (89,8 %), 18. C. J. Motte (87,9)
  • Powerplay: 5. HCI (19,3 %)
  • Penaltykilling: 11. HCI (76,7 %)
  • Fair-Play: 10. HCI (10,2 Strafminuten pro Match).

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