Thunberg: „Das Haus brennt und ihr wollt erst in paar Jahren löschen"

Klimaaktivistin Greta Thunberg hat von der Europäischen Union sofortiges Handeln gegen die globale Erwärmung verlangt.

Greta Thunberg kritisierte das von der EU-Kommission vorgelegte Klimagesetz.
© AFP/Tribouillard

Brüssel – Nur ein Klimaziel für 2050 zu setzen, sei eine Scheinlösung, sagte die Klimaaktivistin Greta Thunberg am Mittwoch im Umweltausschuss des Europaparlaments. Gehandelt werden müsse jetzt. Die 17-jährige Schwedin kritisierte damit das von der EU-Kommission vorgelegte Klimagesetz, das nur ein langfristiges, aber keine kurzfristigen Ziele setzen soll.

„Als eure Kinder den Feueralarm auslösten, gingt ihr raus, schautet nach und nahmt den Geruch in der Luft auf“, sagte Thunberg. „Und ihr stelltet fest, dass das Haus tatsächlich brennt. Das war kein Fehlalarm. Doch dann gingt ihr wieder rein, aßt in Ruhe euer Abendessen, schautet euch einen Film an und gingt ins Bett, ohne auch nur die Feuerwehr zu rufen. Tut mir leid, aber das macht überhaupt keinen Sinn.“ Sie fügte hinzu: „Wenn euer Haus brennt, dann wartet man doch nicht noch ein paar Jahre, bevor man es löscht. Und genau das schlägt die Kommission heute vor.“

Mit dem Gesetz will die EU-Kommission das Ziel der Klimaneutralität 2050 verbindlich festschreiben. Das bedeutet, dass die EU dann alle Treibhausgase einsparen oder speichern muss. Vorgesehen ist auch ein Mechanismus zur Umsetzung: Die EU-Kommission will nach 2030 regelmäßig Zwischenziele nachschärfen und fordert dafür mehr Befugnisse. Umweltschützer kritisieren, dass jetzt noch kein schärferes Ziel für 2030 gesetzt wird. Ein Vorschlag dazu ist erst für September geplant. (dpa)

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