Kein Finalticket, aber viel Fanliebe für glücklosen FC Wacker

Der Traum vom ÖFB-Cupfinale blieb dem FC Wacker Innsbruck nach einer 0:1-Halbfinalniederlage bei Austria Lustenau verwehrt. Dem jungen Team fehlte im Duell der Zweitligisten der letzte Punch.

Matthäus Taferner und Co. konnten sich gegen Lustenau nicht entscheidend durchsetzen.
© GEPA pictures/ Oliver Lerch

Aus Lustenau: Alex Gruber

Lustenau – Die Sehnsucht, mit dem erstmaligen Einzug ins ÖFB-Cupfinale nach 19 Jahren (FC Tirol 2001) wieder für große Tiroler Fußball-Gefühle zu sorgen, begleitete am Dienstag weit über 1000 Wacker-Fans durch den Arlbergtunnel. Dort, wo der Zweitliga-Rivale aus Lustenau seit 2011 (Niederlage gegen Ried) auf ein Cupfinale wartete. Dementsprechend heiß war die Atmosphäre mit Choreos auf beiden Seiten schon vor dem Anpfiff.

>>> Ticker-Nachlese: So lief Austria Lustenau - FC Wacker

„Über Lustenau ziehen wir ins Finale“, stand am schwarzgrünen Banner im Gästesektor. Die junge Wacker-Truppe kam im ersten Durchgang aber nicht so recht in Tritt. Einen Hochkaräter gab es dennoch: Nach Satin-Wechselpass und Hupfauf-Vorlage scheiterte Matthäus Taferner an Lustenau-Goalie Dominik Schierl, den Abstauber setzte Atsushi Zaizen neben den Kasten (11.). In Summe waren aber die Hausherren, angeführt von Starstürmer Ronivaldo, der beim Viertelfinalerfolg über die WSG Tirol noch verletzt gefehlt hatte, obenauf. Der Brasilianer setzte nach perfekter Mayer-Flanke einen Kopfball freistehend drüber (24.), das optische Übergewicht schlug sich nach Hupfauf-Attacke an Ranacher aber in einem diskussionswürdigen Elfmeterpfiff für die Austria nieder. Und vom Punkt traf Ronivaldo zum 1:0 (43.), der provokante (Ohren-)Jubel vor dem Wacker-Sektor brachte ihm eine Bierdusche ein. Die Hitze war auch am Feld mit sechs gelben Karten in den ersten 45 Minuten immer spürbarer geworden.

Über 1000 Wacker-Fans sorgten in Lustenau für Heimspiel-Atmosphäre und trieben die Schwarz-Grünen nach vorne.
© DIETMAR STIPLOVSEK

Weil die Offensive ein Lüfterl war, musste Wacker-Trainer Thommy Grumser reagieren und brachte Alex Gründler zur Pause für Markus Wallner aufs Feld. Den Matchball versiebte Ronivaldo, der sich nach einem Fehler im FCW-Aufbau alleine vor Goalie Lukas Wedl zu lange Zeit ließ (51.).

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Der FC Wacker musste kommen, bis auf einen gefährlichen Gründler-Schuss aus der Drehung, den Schierl parierte (60.), war aber auf dem schwer zu bespielenden Geläuf zu wenig Zwingendes dabei. Dafür rollten die Wacker-Fans noch ein Transparent in Richtung von Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp aus, das die Sympathien klar in Richtung der deutschen Fankurven ausdrückte.

Wie schon bei der zweimaligen Aufholjagd im Viertelfinal-Krimi in St. Pölten rückte Innenverteidiger Stefan Meusburger im Finish ins Sturmzentrum vor, außer zwei Satin-Freistößen (87./übers Gehäuse; 95./Schierl hielt) kam aber nichts mehr, stattdessen bewahrte Wedl den Wacker gegen Reyes vor dem 0:2 (92.). Nach dem Schlusspfiff feierten die Wacker-Fans minutenlang ihre gefallenen Helden. „Wir haben alle vom Finale geträumt“, gestand Murat Satin.

ÖFB-Cup-Halbfinale

SC Austria Lustenau - FC Wacker Innsbruck 1:0 (1:0)

Lustenau, Planet Pure Stadion, 5500, Muckenhammer

Tor: 1:0 (43.) Ronivaldo (Foul-Elfmeter)

Austria Lustenau: Schierl - Lageder, Feyrer, Stumberger, Schilling - Tiefenbach, Freitag - Mayer (70. Wallace), Grabher (76. Steinwender), Ranacher - Ronivaldo (83. Reyes)

Wacker Innsbruck: Wedl - Hupfauf, Meusburger, Abali, Joppich - Taferner, Conte (80. Yildirim), Satin - Faleye, Zaizen, Wallner (46. Gründler)

Gelbe Karten: Ronivaldo, Mayer, Freitag, Wallace, Schierl, Schilling bzw. Faleye, Taferner, Hupfauf, Gründler, Joppich


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