Swarovski kündigt deutlichen Stellenabbau in Wattens an

Beim Kristallriesen Swarovski in Wattens geht die Sorge vor dem Aus für Hunderte Jobs um. In einem Schreiben hat die Geschäftsleitung alle Mitarbeiter über die anstehenden Kürzungen informiert.

Der angekündigte Jobabbau ist Teil eines größeren Sparpakets bei Swarovski.
© TT / Thomas Böhm

Wattens – Swarovski steht offenbar vor einem massiven Stellenabbau, in Wattens geht die Sorge vor dem Aus für Hunderte Jobs um. In einem ausführlichen Schreiben, das der Tiroler Tageszeitung vorliegt, hat die Geschäftsführung jüngst alle Mitarbeiter in Wattens über die anstehenden Kürzungen informiert.

"Neben der Optimierung unserer Business Aktivitäten ist eine deutliche Reduktion des Personalstands in allen Bereichen am Standort Wattens wirtschaftlich notwendig, um den anhaltenden Kostendruck auf Wattens zu nehmen und eine solide Basis für zukünftiges, gesundes Wachstum zu schaffen", schreiben die Konzernlenker Markus Langes-Swarovski, Nadja Swarovski, Mathias Margreiter und Robert Buchbauer. Derzeit würden "in allen Bereichen Analysen gefahren, um die Größenordnung festzulegen".

📽 Video | „Tirol heute"-Beitrag zum Mitarbeiterabbau bei Swarovski

Betriebsrat vollinhaltlich eingebunden

Mit der Umsetzung soll so schnell wie sinnvoll möglich gestartet werden, erklärte Swarovski. Wichtig sei es, umsichtig zu agieren und die Phase der Unsicherheit für die Mitarbeiter so kurz wie möglich zu halten.

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Die Betriebsräte seien in den Prozess vollinhaltlich eingebunden. „Wir unterstützen die Bemühungen der Unternehmensführung, den Standort und möglichst viele Jobs nachhaltig in Tirol zu halten. Uns ist klar, dass der Spagat zwischen wirtschaftlicher Unternehmensführung und sozialer Verantwortung nicht einfach zu bewerkstelligen ist“, betont Selina Stärz, Vorsitzende des Zentralbetriebsrats. „Unser Ziel ist, weiterhin eine attraktive Marke für unsere Kunden sowie ein verlässlicher Arbeitgeber für unsere Mitarbeiter und der vertrauenswürdigste Partner unserer Branche zu bleiben.“

Schwaches Geschäftsjahr und Coronavirus-Auswirkungen

Der angekündigte Jobabbau ist demnach Teil eines größeren Sparpakets, wie aus dem Schreiben hervorgeht. Grund ist u.a. ein offenkundig schwaches Geschäftsjahr 2019. "Zwar haben wir in kleineren Einheiten [...] ein erfreuliches Umsatzwachstum erzielt, jedoch unsere Umsatz- als auch Ergebnisziele in den meisten unserer Geschäftsbereiche verfehlt. Auch das globale Gesamtergebnis auf SCB-Ebene war niedriger als noch im Jahr 2018".

Das sei "nicht nur enttäuschend, sondern auch der Druck und die Notwendigkeit zur Verbesserung unserer Kostenposition steigt damit noch weiter", erklärt die Konzernspitze. Die Auswirkungen des Coronavirus hätten nun die Situation weiter verschärft. Heuer rechnet Swarovski "mit einem deutlichen Umsatzrückgang". Derzeit seien alle Geschäftsbereiche dabei, ihre Organisationen zu verschlanken.

Gesamte Organisationsstruktur wird durchleuchtet

Die Konzernspitze sei gerade dabei, die gesamte Organisationsstruktur zu durchleuchten, um den Konzern zukunftsfähig aufzustellen. Weltweit hat Swarovski 34.500 Beschäftigte, davon allein 29.000 im Kristallbereich. In Tirol ist die gesamte Swarovski-Gruppe (inklusive Tyrolit und Swarovski Optik) mit über 6600 Beschäftigten der größte private Arbeitgeber, davon arbeiten allein 4800 in der Kristallsparte in Wattens. 2018 setzte Swarovski weltweit 3,5 Mrd. Euro um. (TT, mas)


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