Mediterranes Flair im Museum: Tirol Panorama widmet sich k.u.k. Marine

Das Kaiserjägermuseum am Bergisel stellt ab Freitag die k.u.k Marine ins Zentrum. Fotografien, Landkarten und Schiffsmodelle zeigen, wie ein Teil der Monarchie von mediterranem Flair geprägt war.

© Wolfgang Lackner

Innsbruck – Eine Sonderausstellung im Kaiserjägermuseum im Tirol Panorama in Innsbruck stellt ab Freitag für ein Jahr die k.u.k Marine ins Zentrum. Anhand alter Fotografien, Landkarten oder Schiffsmodelle soll ein Bild jener Zeit gezeichnet werden, in der ein Teil der Monarchie von mediterranem Flair geprägt war. Erfindungen und technische Veränderungen der Flotte werden thematisiert.

Im Kaisermuseum wird Flotte der Monarchie ins Zentrum gestellt

Fünf Jahrzehnte lang gehörte Venedig zu Österreich und in den Häfen von Venedig, Triest und Pula waren Schiffe der Österreichisch-Ungarischen Monarchie stationiert. Sie bewachten die Küsten und sorgten für Ordnung im Seehandel. Österreich habe sich eine "eigene, beachtliche Handels- und Kriegsmarine" aufgebaut, beschrieben die Tiroler Landesmuseen die Macht Österreichs längst vergangener Tage. "Die Achse in den Süden war immer schon äußerst wichtig", sagte Direktor Peter Assmann.

Die Ausstellung spannt einen Bogen von historischen Ereignissen zu technischen Errungenschaften. So wird etwa die Entdeckung von "Franz-Josefs-Land" in den 1870er-Jahren behandelt und damit die Bedeutung wissenschaftlicher Forschungs- und Entdeckungsfahrten für die Marine gezeigt.

Bahnbrechende österreichische Erfindungen an der Adria

Die Schiffe des Kaisertums dienten auch der Repräsentation und trugen maßgeblich zur Erforschung von Meeren und Küsten bei. In diesem Zuge gingen einige bahnbrechende technische Entwicklungen auf Österreicher zurück: Aus dem Königreich Böhmen stammte etwa der Erfinder Josef Ressel, der schon 1812 eine Schiffsschraube skizziert haben soll und diese knapp 20 Jahre später auf einem Dampfschiff im Hafen von Triest getestet hat. Patentiert wurde damals „eine Schraube ohne Ende zur Fortbewegung von Schiffen“. Der erste selbstlaufende Torpedo wurde 1866 von dem englischen Ingenieur Robert Whitehead für die österreichische Marine zur Serienreife entwickelt. Diese Erfindung führte zum Bau schneller Torpedoboote und war eine Grundlage zum erfolgreichen Einsatz von U-Booten im Ersten Weltkrieg. Auch ein frühes Luftkissenboot wurde 1915 von einem Entwickler der k.(u.)k.-Kriegsmarine auf die erste Probefahrt geschickt.

Doch die Besucher bekommen im Kaiserjägermuseum auch einen Eindruck vom Leben der Matrosen. Fotografien des Innsbrucker Landarztes Ferdinand Kofler zeigen etwa die Geschichten über das Matrosenleben an Bord der "S.M.S. Budapest" - vom Waschtag bis zur Küstenverteidigung. (APA/TT.com)

Ausstellung "Flottenbesuch. Die k.(u.)k. Marine im Kaiserjägermuseum"

Kaiserjägermuseum, Bergisel 1-2, Innsbruck

6. März 2020 bis 7. März 2021

Mittwoch bis Montag 9 bis 17 Uhr

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