Innsbrucker Familienvater kämpft für Saubere Luft für Tirol

Genug hat Lukas Bucher vom Transitstreit. In einem Brief an die EU-Verkehrskommissarin fordert er nun saubere Luft für Tirol – und ist dafür auf der Suche nach Unterschriften von Tirolerinnen und Tirolern.

Die Brennerautobahn ist eine beliebte Transitroute.
© Thomas Böhm

Das Transitthema hält Tirol nach wie vor in Atem. Die Bürgermeister von Gemeinden entlang der Inntal- und Brennerautobahn treffen sich heute im Zillertal, um eine Transit-Resolution zu beschließen – TT.com berichtet darüber. Auch eine private Initiative greift jetzt ein: Der Innsbrucker Lukas Bucher hat einen offenen Brief verfasst. Darin fordert er die EU-Verkehrskommissarin Adina Valean, die im Februar mit ihren Äußerungen negativ aufgefallen war, auf, eine faire Transitlösung für die Tiroler Bevölkerung zu schaffen. "Ich wollte schon immer aktiv werden", sagt der zweifache Familienvater.

Die Gesundheit steht auf dem Spiel

Ausschlaggebend für die Aktion war letztendlich seine Tochter, die gesundheitlich unter der Feinstaubbelastung leidet. Den letzten Rest habe dann der umstrittene Besuch der Verkehrskommissarin Valean geliefert. Durch sein Studium der Umwelt-, Verfahrens- und Energietechnik ist Bucher bereits für das Thema sensibilisiert. "Es kann nicht sein, dass halb Europa über den Brenner fährt." Der gelernte Elektroinstallateur erwartet sich konkrete Maßnahmen, wie den Ausbau der Zulaufstrecken in Deutschland und eine Angleichung an die Schweizer Maut.

Seit zwei Wochen ist die Petition nun online und zählt bereits über 1100 Unterschriften. Lukas Bucher ist weiterhin auf der Suche nach Unterstützern. Zur Petition geht's hier.

Der Brief an Verkehrskommissarin Adina Valean im Wortlaut

Sehr geehrte Frau Vălean,

wir, die Bürgerinnen und Bürger des österreichischen Bundeslandes Tirol, wollen und werden Ihre Haltung zu unserem seit Jahren bestehenden Transitproblem nicht mehr länger akzeptieren!

Wir fordern eine faire Transitlösung, die nicht auf den Schultern der Bevölkerung und nicht zu Lasten der Gesundheit der Betroffenen geht.

Es wird die Luftqualität betreffend mit Sicherheit keine Großstadt-Verhältnisse wie in China in Tirol geben. Dieses Versprechen gebe ich Ihnen und allen, die diese Petition unterzeichnen! Unsere Gesundheit ist nicht käuflich!

Gesundheit, Wirtschaft und Sicht leiden unter Transitbelastung

Die Gründe, eine Transitreduktion zu fordern, zählt Bucher im Rahmen seiner Petition auf: Atemwegserkrankungen würden Menschen und Tiere belasten. Außerdem sieht Bucher Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit in Gefahr: "Tirol ist ein Tourismus- und Urlaubsgebiet und kein Urlauber will Berge hinter einer Dunstglocke beobachten", so der Unternehmer. (TT.com/tkl)

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