Frauen gut gebildet, aber seltener in Führungspositionen

2018 übten insgesamt 7,9 Prozent der unselbstständig erwerbstätigen Männer in ihrem Beruf eine führende Tätigkeit aus. Bei den Frauen waren mit 3,5 Prozent dagegen deutlich weniger in führenden Positionen tätig. Selbst bei gleichen Bildungsabschlüssen waren Frauen stärker in mittleren Positionen vertreten, während Männer häufiger in Führungspositionen aufstiegen.

Männer steigen häufiger auf.
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Wien – Frauen sind am österreichischen Arbeitsmarkt auf dem Vormarsch. Zwischen 2008 und 2018 kam es zu einer Erhöhung der Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-jährigen Frauen von 64,8 auf 68,6 Prozent, während die Erwerbstätigenquote der Männer relativ konstant auf höherem Niveau (2008: 76,8, 2018: 77,4) blieb. Das Problem: Obwohl Frauen gut gebildet sind, landen sie viel seltener in Führungspositionen.

Laut Zahlen der Statistik Austria übten 2018 insgesamt 7,9 Prozent der unselbstständig erwerbstätigen Männer in ihrem Beruf eine führende Tätigkeit aus. Bei den Frauen waren mit 3,5 Prozent dagegen deutlich weniger in führenden Positionen tätig. Selbst bei gleichen Bildungsabschlüssen waren Frauen stärker in mittleren Positionen vertreten, während Männer häufiger in Führungspositionen aufstiegen. Nach dem Abschluss einer Berufsbildenden Höheren Schule (BHS) übten beispielsweise bedeutend mehr Frauen (55,6 Prozent) als Männer (31,5) nur mittlere Tätigkeiten aus, während umgekehrt mehr Männer (37,9 Prozent) als Frauen (24,7) mit BHS-Abschluss höhere und hoch qualifizierte Tätigkeiten verrichteten.

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Hinsichtlich der Besetzung von Führungspositionen war der Unterschied zwischen Frauen und Männern laut Statistik Austria vor allem bei Personen mit Universitätsabschluss markant. Unter den unselbstständig Erwerbstätigen mit einem Fachhochschul- oder Universitätsabschluss übten 18,9 Prozent der Männer, aber nur 7,3 Prozent der Frauen eine führende Tätigkeit aus. Die Arbeitslosenquote der Frauen lag 2018 jedoch bei 4,7 Prozent und damit unter jener der Männer (5 Prozent).

Hohe Teilzeitquote bei Frauen, auch mehr Männer in Teilzeit

Typisch für die Arbeit von Frauen ist auch eine hohe Teilzeitquote – diese steigt gleichzeitig mit der wachsenden Erwerbsbeteiligung von Frauen. Der Anteil der teilzeitbeschäftigten Frauen stieg im Abstand von zehn Jahren von 41,6 Prozent im Jahr 2008 auf 47,5 Prozent im Jahr 2018. Die Teilzeitbeschäftigung nahm zwar auch bei den Männern stark zu, ist aber nach wie vor von vergleichsweise geringer Bedeutung. 2008 arbeiteten 8,2 Prozent der Männer Teilzeit, 2018 waren es 11,2 Prozent.

Als Gründe für Teilzeitbeschäftigung waren bei 37 Prozent der Frauen Betreuungspflichten für Kinder oder pflegebedürftige Erwachsene ausschlaggebend, in der Altersgruppe von 30 bis 44 Jahren nannten sogar 67,0 Prozent der Frauen Betreuungspflichten als wichtigsten Grund. Bei den Männern stand dagegen insgesamt die schulische oder berufliche Aus- oder Fortbildung mit 21,4 Prozent bzw. kein Wunsch nach Vollzeittätigkeit (23,7 Prozent) im Vordergrund. Das zeigen die Daten der Statistik Austria.

Nach wie vor geschlechtsspezifisch geteilter Arbeitsmarkt

Klischeehaft gestaltet sich weiterhin die Art der Arbeit von Frauen und Männern, schreibt die Statistik Austria und spricht von einem geschlechtsspezifisch geteilten Arbeitsmarkt. Nach Branchen arbeitete im Jahr 2018 genau ein Viertel der unselbstständig erwerbstätigen Männer in der Herstellung von Waren, 13,6 Prozent im Bauwesen und 12,0 Prozent im Handel. Unselbstständig erwerbstätige Frauen waren hingegen überwiegend im Dienstleistungssektor beschäftigt, mit den höchsten Anteilen im Handel (17,8 Prozent) und im Gesundheits- und Sozialwesen (18,2 Prozent). (APA)


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